Nach der Traun ist vor der Traun…….

Nun sind es schon fast sieben Wochen, die der Trip zur Traun her ist. Mit zwei Kollegen ging es zum Forellenhof ins bayrische Eisenärzt, um dort eine schöne Zeit mit der Fischerei zu verbringen. Im Nachhinein betrachtet war es im großen und ganzen auch wieder eine tolle Erfahrung, aber es hat sich auch gezeigt das eine Tour unter Kollegen schnell durch einen „Querschläger“ vergiftet werden kann. Leider gab es solch einen Menschen auch bei der Truppe, mit der ich vor Ort war. Ständig ließ dieser Mensch sich von seiner Wetter -App die Laune verderben, um dann rumzunörgeln und den Standardspruch abzulassen: „heute soll es regnen…..ich geh nicht fischen!“. Am Ende jammerte er rum, das er sich etwas weg geholt habe und sich nicht gut fühlen würde. Von „Schüttelfrost“ sprach er, obwohl er augenscheinlich quietschfidel war. Den Namen hatte er dann schon schnell bei den anderen Gästen weg.
Der Spuk war dann aber schnell vorbei, denn er war „voraus ahnend“ mit dem eigenen PKW angereist und trat nach ein paar Tagen vorzeitig die Heimreise an. Abends beim Essen wurden wir dann gefragt wo „Schüttelfrost“ denn sei. Wir erwiderten, das er nach Hause gefahren ist und damit war dieses unliebsame Kapitel dann auch geschlossen.
Die Wahrheit liegt wohl eher woanders. Im Vorfeld hatte dieser Mensch große Töne gespuckt: „Ich zeig dir wie man Fische fängt! Derjenige der die größte Forelle fängt….der kriegt vom anderen eine Kiste Bier!!“ Die Realität sah dann aber ganz anders aus. Wahrscheinlich dachte er, das man an der Traun nur die Fliege auf das Wasser setzen muss und schon die dicken Fische fängt. Zu sehen sind sie ja auch jederzeit und allerorts! Nur muss man sich den Gegebenheiten auch anpassen können und sich auf diese einstellen. Die Fische zeigen sich bisweilen heikler und wählerischer als am heimischen Mittelgebirgsfluss. Das trübere Wasser daheim kaschiert halt so manchen Fehler. Das glasklare Wasser des oberbayrischen Flusses dagegen nicht. Unser mürrischer Kollege hat, eigentlich erwartungsgemäß, schwer in die Röhre geguckt – ich kann mich nicht daran entsinnen ihn einmal mit krumm gebogener Rute gesehen zu haben.
Auch ein zweiter Trupp vor Ort, bestehend aus zwei Fischerkollegen hatte einen „Kollateralschaden“ zu vermelden, so dass am Ende „drei Musketiere“ den Rest der Woche miteinander verbrachten.
Wie schon erwähnt, war die Fischerei wieder einmal als tolle Erfahrung zu werten. Dieses Mal blieben für mich die wirklich großen Fische von 60+ zwar aus, aber ich konnte immerhin drei Regenbogner der 50+ – Klasse verhaften……..bis hin zum Milchner von 56 Zentimetern und 2,2 Kilogramm Gewicht. Wenn man solch eine Traumdestination befischt, dann relativieren sich die Möglichkeiten am heimischen Gewässer recht schnell. Zum einen sind an der Weissen Traun die Fischer durchschnittlich 40 bis 45 Zentimeter groß, was zuhause schon als wirklich guter Fisch zu bezeichnen ist und zum anderen fischt man dort, im Gegensatz zum Hausgewässer, auf Sicht. Nachfolgend möchte ein paar schöne Eindrücke bezüglich des Trips zur Traun anbieten:


Fischereilich hatte die Traun also wieder viel zu bieten! Ich mag es, wenn ich mich am glasklaren Gewässer an einem „Projektfisch“ festbeissen kann. Den Fisch zu spotten und ihn nach (gefühlt) endlos langen Versuchen doch noch überlisten zu können. Ich geniesse es, wenn um mich herum die Fische steigen, ihre Mäuler synchron im Oberflächenfilm öffnen und offensichtlich mit nichts zu erreichen sind – einfach nur ein tolles Naturschauspiel! Ein Fisch, der es mir besonders angetan hat ist der Bachsaibling. Zuhause ist dieser farbenprächtige Einwanderer kaum anzutreffen. In Bayern habe ich dieses Mal allein an einem Tag sieben oder acht dieser bunten Kobolde verhaftet. Insgesamt war der Ausflug wieder ein Fest für die Sinne. Von der Unterkunft an, bis hin zur Fischerei, hat einfach wieder alles gestimmt. Und dann war da noch ein 69er Fisch (Salmo trutta alexandra), der Anfang des Jahres aus München eingewandert ist und den Gästen im Forellenhof die Zeit einfach nur verschönert, jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hat. Das Gesamtpaket hat wieder gestimmt!!
Auf dem Rückweg (jede schöne Zeit geht auch einmal zu Ende) habe ich meinen Begleiter dann dafür gewinnen können eine kurze Pause an der Quelle der Blau einzulegen. Der Blautopf bei Blaubeuren ist echt einen Besuch wert. Ich denke es gibt kaum eine schönere Quelle in Deutschland!

Wieder zuhause hatte ich kaum noch Antrieb auch dort wieder die Fliegenrute auszupacken. Man ist einfach gesättigt und verwöhnt, wenn man eine solche „Traumdestination“ erfolgreich befischen konnte. Es blieb bei einem Ausflug an die Vereinsstrecke. Wie schon bei den Besuchen im Frühjahr, zeigte sich diese launisch, auch wenn dieses Mal wenigstens ein paar schönere Fische hängen blieben. Das Wetter war ebenso durchwachsen, wie der Fangerfolg. Dazu kam noch eine „Pechsträhne“, denn ich verlor auch einige gute Fische durch einen Abriss oder ein Aussteigen. Zweimal wurde ich mit meinem Begleiter von Petrus mal so richtig nass gemacht (von oben), was sich natürlich auch nicht gerade „Stimmungs hebend“ auswirkt. Aber auch an diesem Tag habe ich einige Erinnerungsfotos gemacht:

Am letzten Wochenende ging es zwecks Recherche – Tätigkeit dann an die Obere Lenne in Höhe von Lennestadt. Dummerweise wurde zuerst der Erlaubnisschein geholt und dann das betreffende Stück in Augenschein genommen. Das war sprichwörtlich ein Satz mit X! Das war nix. Niedrigwasser und völlig falsch eingeschätzte Bedingungen erübrigten die Fischerei. Hier hätte ich eine meiner Bachruten benötigt! Gleichsam wäre die Fischerei wohl auch aufgrund der hohen Temperaturen und des niedrigen Wasserstandes wenig erbaulich gewesen. Unser Heil in letzter Not (damit die lange Anfahrt nicht komplett umsonst, respektive vergeblich war, suchten wir dann am nahe gelegenen „Forellenpuff“. Am späten Nachmittag konnte ich dort dann eine respektable Regenbogenforelle mit einer schwarzen Klinkhammer überlisten. Zuvor gab es nur vier Minibarsche. Die hohe Wassertemperatur hatte die Salmoniden einfach beißunlustig gemacht. Sie hatten mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. „Hunger“ war da sicherlich kaum Anreiz die Fliege zu fassen.
Aber wie schrieb ich schon in der Überschrift: Nach der Traun ist vor der Traun!
So werde ich in den kommenden Wochen kurzentschlossen mein Fischer – Heil wieder an der Traun suchen. Die Ferienwohnung ist jedenfalls gebucht und einige Unternehmungen, die ich während des letzten Aufenthaltes nicht durchführen konnte sind fest eingeplant.
Ich bin aber auch noch die Vorstellung der (inzwischen nicht mehr ganz) aktuellen Ausgabe von „Fliegenfischen“ schuldig……und das obwohl wieder einmal ein Artikel von mir drin ist! Zunächst ein Blick auf das wirklich schöne Titelbild:

Kommen wir zu den Beiträgen:

Notizbuch – Aktuelles aus der Szene

STORYS
Anders als Andere – Harald Bayler fischt auch mit der Trockenen, wenn keine Fische steigen
Verhindert den Infarkt – Axel Wessolowski warnt vor der Wasserkraft am Balkan und stellt eine Kampagne des Widerstandes vor
Die kleine Raupe Nimmersatt – Walter Reisinger und Bernd Ziesche erlebten an der Glomma erstaunliches
Die vier Musketiere – Roman Moser stellt die vier wichtigsten Eintagsfliegenlarven und ihre Imitationen vor
Flifi – Stammtisch – 2 oder 4 -teilige Fliegenrute gefällig? Für und wieder!
Wegweiser zum Wurf – Werner Berens über didaktisches und autodidaktisches Erlernen der Wurftechniken
Gedanken zur Fliegenwahl – Hartmut Kloss referiert über die Wahl der richtigen Lachsfliege
Zu Besuch bei Mikael Frödin – Edwin Hartwich hat den bekannten Lachsfliegenfischer besucht
Die Mutter aller Bücher – Peter Skibicki besitz die Erstausgabe des Klassikers von Charles Ritz und stellt sie vor
Zu Besuch bei den Guides – Peter Schmidt hat einige besucht und sie aus dem Nähkästchen plaudern lassen
Momente – Edwin Hartwich zeigt den „Nebel in Flammen“

GEWÄSSER-GUIDE

Deutschland: Sächsische Schweiz / Erwin Rießle war dort; Österreich: Zwettl / Wolfgang Hauer stellt das Forellenparadies im Waldviertel vor; Frankreich: Die Domaine Sommedieue – exklusive Stillwasserfischerei von Detlef Henkes; Slowenien: Die Sava / Claus Kelch war am berühmten Forellenfluss, Italien: Trentino / Eine berühmte Region stellt sich vor; Dänemark: Skjern – Au / Ralf Kanstorf stellt die Königin der dänischen Lachsflüsse vor

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 05 / 2018!!!

Advertisements

Holpriger Start ins Frühjahr………….

Nun liegen die ersten Ausflüge an diverse „Schonzeit befreite“ Flußstrecken hinter mir. Ich muss schon sagen…..da hatte ich mir doch ein wenig mehr versprochen!
Am Wochenende vor dem Osterfest wagte ich den ersten Ausflug an mein Vereinsgewässer, der Rur bei Düren. Michael, ein Fischerfreund und Ex- Arbeitskollege und ich gaben an den diversen Hotspots der malerischen Rur alles und wir kämpften wie die Löwen, aber Löwen sind halt nicht immer Könige……und manchmal werden sie auch „enttrohnt“. Nix war es mit einem „Fangfestival“ zu Saisonstart. Obwohl es gegen Mittag einen recht umfangreichen Schlupf von Exemplaren der Baetis – Gattung gab, scheinte das unser Flossenwild nicht zu interessieren. Im Gegensatz zu unserem Federwild, welches fast durchzudrehen schien, war das Schuppenwild „ausgeflogen“!
Kein Ring, keine Fisch….am Ende keine Hoffnung und vor allem……eine Schneiderrunde ohne Kontakt.
Nun gut, man muss aber auch dazu sagen das die jüngste Kältewelle (Putins Hammer) die Natur noch einmal so richtig zurück geschmissen hatte. Es war ja in der Woche vor Ostern nicht das geringste Grün an Busch und Baum zu sehen!!! Ich habe mal recherchiert – ein Jahr zuvor hatten wir zu dieser Zeit statt 9° C satte 23,5° C. Klar das der Fisch 2017 zu dieser Zeit munterer war. Naja….wenigstens an der frischen Luft gewesen und „Wasser gesehen“!!!


Ich vermag nicht zu sagen ob es eher „Frustbewältigung“ war oder doch eher auf „Wiedersehensfreude“ beruhte. Jedenfalls konnte ich meinen „Sinnesgenossen“ Gerd dazu bewegen an Karfreitag das Projekt „Fisch“ an der Anlage „De Ronde Bleek“ in den Niederlanden in Angriff zu nehmen. Doch hier zeigten sich die Fettflossenträger ebenfalls in zickiger Laune, auch wenn die gesamte Situation deutlich leichter zu beherrschen war. Es dauerte nicht lange und Gerd hatte die erste Regenbogenforelle auf Nymphe verhaftet. Sein Sohn zog recht bald nach. Ich dagegen musste mich arg in Geduld fassen.
Aus irgendeinem Grund war ich vom Ehrgeiz zerfressen mit der Trockenfliege zum EWrfolg kommen zu wollen! Am Ende wurde meine Harnäckigkeit belohnt und ich verhaftete zwei Regenbogner von 40+ auf der bewährten Klinkhammer. Tatort: Kreken
Ich weiß nicht ob es „Goldforellen“ waren (die Albinoform der Regenbogenforelle) oder aber Goldorefen oder Koikarpfen. Zweimal, als ich eines jener Exemplare zielgenau angeworfen hatte, befand sich am Ende doch eine stinknormale Regenbogenforelle in schöner Größe im gummierten Schonnetz.
Gegen Ende des Ausflugs enterten wir dann noch die Floße auf dem Hauptsee, um Streamer durch das Wasser zu ziehen. Während Gerd und sein Sohn leer ausgingen, konnte ich meine Statistik noch einmal deutlich aufwerten. Zwei Regenbogenforellen mussten kurz ihr angestammtes Element verlassen und durften Luft schnappen. Darunter ein respektables Exemplar von 50+. Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie wehrhaft diese Großforellen in diesem See sind. Was passiert erst wenn man eine wirklich kapitale dran hat? Da geht die Post aber mal so richtig ab!!!
Als die Heimat rief hatte ich vier Forellen vorzuweisen. Das war zwar genauso viel, wie meine beiden Begleiter zusammen, entsprach aber nicht wirklich den Ansprüchen. Am Ende zeigte sich jedoch: „Karfreitag“ und „Fisch“ gehören einfach zusammen!!!

Noch während des Osterwochenendes zog es mich erneut an die Rur. Wieder einmal beharkte ich diverse, vielversprechende Stellen mit Nass- und Trockenfliegen. Als ich schon gar nicht mehr mit einer „Fischbegegnung“ rechnete und meine Aufmerksamkeit einer startenden Entengruppe widmete, verschwand meine Klinkhammer in einem Ring. Ich bekam das aber nur beiläufig mit und setzte aus Reflex einen Anhieb. Tatsächlich konnt ich in der Folge die erste Bachforelle des Jahres verhaften. Es gab aber auch „Beifänge“! So entriss ich dem Fluss eine elektronische Feinwaage und ein Navi. Ob die Waage das Utensil eines „Dealers“ war oder aber von einer entnervten Sekretärin entsorgt wurde? Who know it!!!! Nach der Trocknung funktioniert sie jedenfalls wieder und die schädlichen Batterien hatten auch keine Gelegenheit im Fluß auszulaufen. Leider macht das Navi keinen Mux mehr. Aber auch hier konnten die schädlichen Stoffe des Akkus geborgen werden, bevor Schaden an der Fauna entsteht!

Leider erartete mich dann am letzten Wochenende eine weitere „Nullnummer“. Ziel des Ausflugs war die Lenne bei Rönkhausen. Wieder einmal war Ex – Kollege und Fischerfreund Michael mit an Bord. Zudem waren wir mit Niki Casset verabredet, der die Lenne recht gut kennt.Die Wetterredakteure hatten sogar einen „sommerlichen“ Tag voraus gesagt!!!
Anscheinend ticken die Uhren im Sauerland aber anders. MNorgens zeigte sich dieses jedenfalls alles andere als „sommerlich“ und das Wasser war (mit Verlaub gesagt) „arschkalt“.
Mit Mühe und Not „entriss“ Niki der Lenne eine Portionsforelle, während wir anderen beiden den ganzen Tag über vergeblich auf Kontakt warteten. Streamer – checked! Nassfliege – checked! Es war zum verzweifeln. Kein Fisch zu sehen, keine Aktivität zu beobachten und kein Kontakt zu spüren. Aber solche Tage gehören dazu. Sie lassen die erfolgreichen Stunden am Wasser NOCH wertvoller erscheinen!!!

Am kommenden Wochenende pausieren die fischereilichen Ambitionen erst einmal. Grund dafür ist ein Besuch der EWF in Fürstenfeldbruck. Offenbar wird ein kompletter LKW mit SIMMS‘ – Klamotten vermisst. Man hat mich nun darum gebeten die Spur aufzunehmen und den Verbleib zu klären!
Ist natürlich Quatsch………ich werde runter fahren und mich hier und da nützlich machen! Dabei werde ich dennoch Augen und Ohren offen halten und die „Fliegenfischerszene“ genauestens sondieren. Nur wer am Ball bleibt ist den Fischen eine Flosse voraus!!!!
Einen habe ich aber noch! Es ist die Vorstellung der neuen Ausgabe von „Fliegenfischen“!
Zunächst ein Blick auf das Cover:

Kommen wir zu den Beiträgen:

Notizbuch – Aktuelles aus der Szene

STORYS
Phase 3 – Harald Bayler stellt ihnen die 3 wichtigen Maifliegenimitationen vor
Der erste Hecht des Lebens – Michael Werner gibt Tipps zum ersten „Fliegenhecht
Erfolg ist planbar – Steffen Schulz gibt Tipps für Hecht an großen Gewässern
Die kleinen Dinge des Lebens – Adrian Prus fing die legendären Brackwasserhechte mit dem Kajak auf Mön
Mach‘ es zu deinem Projekt – Frank Weissert war nicht in einem Baumarkt, sondern ging den Meterhecht in Irland an
FliFi Echo – Nachschlag gefällig?…..der Leser kommt zu Wort
Die Bewegungen des Swings – Roman Moser bricht eine Lanze für die Nassfliege
Stewart’s Black Spider – Walter Reisinger stellt sie vor
Zu Besuch bei Hans-Ruedi Hebeisen – Dominique Lambert hat die Fliegenfischerlegende besucht
Neu: Fliefi-Stammtisch – Ingo Karwath fragt: Geht es noch ohne Action – Kamera?
Markt – Neues Gerät und Bekleidung
Erinnerungen an Assynt – Rainer Bouterwek merkt an

Momente – Edwin Hartwich zeigt die größten Forellen seines Lebens

GEWÄSSER-GUIDE

Italien: Trentino / Thomas Wölfle hat es besucht; Norwegen: Hemsedal / Thor Grothe stellt das Forellenparadies vor; Südnorwegen: Die bunte Vielfalt des Nordens von Michael Werner; Österreich: Gleinkersee / Wolfgang Hauer war dort

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 04 / 2018!!!

Saisonstart wieder Willen………..

Eigentlich…..ja eigentlich hatte ich vor an dieser Stelle von einem schönen und erfolgreichen Start in die Forellensaison 2018 zu berichten. Womöglich noch mit tollen Fangbildern einer strammen oder gar kapitalen Bachforelle! Doch nix ist damit. Russlands Kältepeitsche hat wieder einmal über Deutschland geknallt und ließ die verheißungsvollen Temperaturen ungebremst und gnadenlos in den Keller Rauschen – schlimmer noch als seinerzeit die Aktienkurse vom DAX, als die Inmobilienblase in den USA platzte.
Das dieser Witterungswechsel nicht ganz unangekündigt kam, war beileibe nur ein schwacher Trost. Schneefall und Temperaturen im Bereich von Minusgraden locken mich jedenfalls nicht hinter dem Ofen vor und somit ließ ich das erste Wochenende der jungen Forellensaison auf der Couch verstreichen. Lediglich um noch ein paar Fliegen für kommende Fischzüge zu binden, raffte ich mich temporär auf. Man weiß ja nie!

Da wenig Raum für die Berichterstattung eines erfolgreichen Fischzuges bleibt, widme ich mich an dieser Stelle lieber einer Nachlese bezüglich der „Frühjahrsshow 2018“ von Flyfishing Europe. Mirjana hatte mir schon im Vorfeld eröffnet, dass sich bezüglich des Ladenlokals inzwischen einiges verändert hatte. Als ich vor Ort ankam hatte ich diese Ankündigung gare nicht mehr so auf dem Schirm. Aber schon beim ersten Schritt in das neu gestaltete Ladenlokal erlebte ich einen positiven „Wow – Effekt“! Seit vielen Jahren war man immer das gleiche Bild gewohnt. Geordnet und sauber hatte sich der „Fliegenfischertempel“ stets präsentiert. Eigentlich kein Grund für „Veränderungen“!!! Doch schon bei den ersten Schritten in das neu gestaltete Ladenlokal zeigte sich: Der Mut zu Neuem lohnt sich!!! Nun präsentiert sich Flyfishing Europes „Store“ noch übersichtlicher und attraktiver. Eine große SIMMS‘ – Ecke läd zum entdecken des Programms aus Bozeman / Montana geradezu ein. Die Rollen sind nun in Vitrinen im Upper – Floor untergebracht und eine neu gestaltete Bindeabteilung präsentiert das reichhaltige Angebot an Materialien deutlich zentraler und sortierter. Insgesamt gesehen….Daumen hoch, aber so ‚was von! Wer noch nicht vor Ort war, der sollte bei Gelegenheit das neue Design echt mal in Augenschein nehmen!!!

Mirjana Pavlic, Inhaberin von Flyfishing Europe (kurz FFE), hatte wieder einmal ein tolles Programm anläßlich der Hausmesse geschnürt. In diesem Jahr hatte sie sich zum Ziel gesetzt ein runderneuertes Programm mit neuen Akteuren auf die Beine zu stellen. Aus diesem Grund fanden viele neue Gesichter unter den Akteuren den Weg zum Möhnesee an die Linkstrasse. Ziel einer solchen Hausmesse ist dem Kundenstamm Gelegenheit zu bieten sich die Neuheiten des Jahres anhand fachkundiger Beratung ansehen zu können. Wie auch sonst üblich wurden Interessenten, welche den Weg zum Möhnesee fanden, bestens versorgt. Grillwurst mit Brötchen, ein süffiges Bier, Kaffee, Limonade bzw. hier und da ein Kräuterlikör oder ein Marillenschnaps…..kein Bedürfniss blieb unerfüllt. Dazu gab es eine Reihe von Wurfdemonstrationen, Tipps von namhaften Fliegenbindern und Vorträge.
So erklärte Stefan Schmid aus der Schweiz, der die Europavetretung fü SIMMS‘ repräsentiert und auch Scientific Anglers für Europa betreut was hinter der Hestellung einer Fliegenschnur steckt, wie diese aufgebaut ist und gab Tipps zu dem Einsatzgebiet der diversen Taper. An anderer Stelle stellte er die wichtigsten Neuheiten der Firma SIMMS‘ aus Bozeman / Montana vor. Diesbezüglich hatte es der Ausrüster aus den USA in diesem Jahr richtig krachen lassen. Über 200! (in Worten zweihundert) Neuheiten hatte man auf den Markt gebracht. Viele bekannte Artikel wurden zwar mit gleichem Namen, aber völlig neu gestaltet und stets innovativ verbessert in das Programm aufgenommen. Stellvertretend möchte ich ein paar Artikel einmal kurz vorstellen.
Da wäre zum einen die neue G3 Wathose, die als als brusthohe Wathose und als Pant neu erschienen ist. G3? G3 gibt doch schon lange werden Sie sich fragen. Doch die neue G3 ist eine wahre Offenbarung. Für mich stets ein kleiner Wermutstropfen war die Steifheit und das Gewicht der ansonsten hochwertigen und haltbaren Serie. Mit der neuen G3 hat Simms einen großen Coup gelandet. Man konnte die Hose deutlich leichter gestalten. Zudem ist sie wesentlich flexibler was der Bewegungsfreiheit merklich entgegenkommt. Die Widerstandsfähigkeit hinsichtlich einer Perforation durch Dornen etc. konnte dennoch um 15-20 % gesteigert werden und…….die neue G3 ist ca. 25 % „atmungsaktiver“! Wenn das mal keine Entscheidungskriterien sind!!!! Und dabei ist die neue Version noch nicht einmal wesentlich teurer wie das Vorgängermodell. Für mich steht sie sicherlich auf der Wunschliste!
Auch beim Topmodell unter den Watschuhen, dem SIMMS‘ G3 Wading Boot hat sich einiges getan. Dieser erfuhr nicht nur optisch eine deutliche Aufwertung. Die Sohle wurde deutlich flexibler gestaltet und die Sohlenkante abgerundet. Zudem hat als nützliches Feature eine Metallöse an der Zunge der Schuhe einen Platz gefunden, die für die Befstigung von Gravelguards Gold wert ist. Erwähnenswert sind auch die Klemmösen für die Schuhriemen. Man zieht die Schnürsenkel stramm und klemmt diese mittels der beiden ersten Ösen ein. Danach kann man den Schuh weiter schnüren, ohne das sich das Schnürband des Vorderfusses wieder lockern kann.
Ergänzend möchte ich auf die aktuelle Serie der G3 Guide – Watwesten hinweisen. Wer die alte Ausführung kennt, der wird sich durchaus fragen, ob man ein solch ausgereiftes Produkt noch verbessern kann. Ja, man kann tatsächlich! Sicherlich liegt hier der Teufel im Detail, aber auch hier hat SIMMS‘ noch einmal ein paar Verbesserungen in das neue Design einfließen lassen.
Völlig überraschend und exklusiv bei Flyfishing Europe erhältlich sind zwei neue Einteiler, die aus atmungsaktive Wathosen mit angeschweißten Boots bestehen. Diese gibt es als ExStream Boot Vibram mit G3 – Technologie und als G4Z Boot Vibram mit G4 – Technologie. Nicht umsonst greifen Berufsfischer auf solche Einteiler zurück. Bislang gab es diese als Gummivariante oder in Neopreneausführung. SIMMS‘ hat nun den Schritt gewagt und bietet solche Kombies als atmungsaktiven Einteiler an. Ideal für alle, die am Wasser keine Zeit verlieren wollen!! Neben den Jungs von Flyfish Europe, der Europavertretung von SIMMS‘ sowie anderen Marken wie Scientific Anglers, Waterworks Lamson usw., stand auch Thies Reimers bereit, um die Marke Orvis zu repräsentieren und die entsprechenden Interessenten fachkundig beraten zu können. Am Sonntag fand dann auch Holger Bente alias „Dr. Catch“  den Weg nach Delecke.

Doch kommen wir nun zum gebotenen Rahmenprogramm:
Zum zweiten Mal dabei waren die Fliegenbinder Wolfgang Wagner aus dem Saarland und Don Schrott. Diese konnten schon beim Fliegenbindetag von Flyfishing Europe im November 2017 das Publikum begeistern. Wolfgang zeigte sein Repertoire und Können in Verbindung mit CDC – Federn. Seine Loop Wing – Emerger und Maifliegen mit extended Deer hair – Body konnten begeistern. Don, ein gebürtiger Amerikaner aus Michigan, zeigte wie man mit einfachen Mitteln fängige Nymphen bindet. Der Name ist Programm – „Copper John Don“.
Ganz neu dabei war Morton Hansen – Insidern auch als „Coastfly“ bekannt. Morten lebt mit seiner Frau und seinen Kindern im norddeutschen Ort Handewitt nahe der dänischen Grenze. Seine ganze Leidenschaft gilt dem Meerforellenfischen an der Küste. In jüngster Zeit hat sich Morten in Dänemark einen Namen als einer der kreativsten und einflussreichsten Fliegenbinder gemacht. Tausende von Facebook-Fans und Instagram-Followern staunen regelmäßig über seine neuesten Ideen für fängige Küstenfliegen. Ich bin mir sicher….Morton wird wieder kommen.
Eigentlich sollte auch Wolfgang Wache kommen. Doch dieser musste leider aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen. Im Herbst, beim Fliegenbindetag, ist aber sicherlich wieder mit ihm zu rechnen.
Die Wurfdemos thematisierten vor allem den italienischen Wurfstil TLT. Mit Paolo Rezzonico, Piero Zanetti und Simone Cometti standen dafür drei Schweizer zur Verfügung, die Mitglieder der SIM (Scuola Italiana di Pesca Mosca) sind und diese Wurftechnik natürlich in Perfektion beherrschen.
Thibaut Giband aus Frankreich komplettierte die Werfersektion. Der symphatische Instruktor ging auf das klassische Werfen ein und erläuterte den praxisnahen Einsatz unterschiedlicher Taper bei den Fliegenschnüren.
Wer den Weg an den Möhnesee fand, der hatte also reichhaltige Eindrücke zu verarbeiten. Wer diesen nicht auf sich genommen hatte….der hatte also echt etwas verpasst!!!!

Insgesamt kann man definitiv wieder auf eine gelungene Veranstaltung, kurz vor Saisonbeginn, zurückschauen. Ein zwangloses Treffen unter Gleichgesinnten, bestens bewirtet und voll gepackt mit interessanten Demos, sowie reichhaltiger Information – Herz, was begehrst Du mehr?

Diese Antwort fällt mir allerdings sehr leicht: Nun wird es Zeit für die ersten Ausflüge an den Fluss, bevor dann im April ein weiteres Highlight ansteht……die EWF – eine der größten Fliegenfischermessen Europas. Flyfishing Europe wird natürlich auch dort für Sie da sein und mit Rat und Tat zur Seite stehen!
Bis dahin hoffe ich aber von Besuchen an den Flußperlen in Eifel und Sauerland berichten zu können.

An der Grenze zum Eisfischen…….die Winterspiele gehen weiter

Wenn man derzeit auf die Wettervorhersage schaut, dann ist das was man dort zu sehen bekommt alles andere als erfreulich: Eiseskälte aus Russland wird uns in den kommenden Tagen heimsuchen. Temperaturen bis -22° Celsius – „Minus zweiundzwanzig Grad“ – werden in Deutschtschland erwartet!!!! In Bayern wird die Forellensaison also eiskalt beginnen und für den Westen Deutschlands wird es mit fast – 10° Celsius auch bitterkalt. Und das gerade einmal 18 Tage bevor die Forellenhatz beginnen kann. Frostige Auissichten, die uns da trübe stimmen. Der Winter schlägt also zu einem Zeitpunkt zu, wo gerade die ersten Frühblüher den Weg über Erdschicht machen. Schneeglöckchen, Krokus und Narzissen erobern gerade die Wegesränder, um vorraussichtlich in der kommenden Woche den Kältetod zu erleiden. Die Vorboten des Frühlings werden die Leid tragenden eines mit Wucht zurück kehrenden Spätwinter sein.

So richtig heimelig war es bei meinem letzten Ausflug ans Wasser auch nicht. Trotz der Vorhersage von ordentlichen Plusgraden bekam ich es dennoch eine ordentliche Packung verpasst….und zwar Eis: Es ist jetzt eine Woche her……der Sonntag sollte schön und warm werden. 8° Celsius, Sonnenschein und blauer Himmel waren voraus gesagt. Ideale Bedingungen also, um ein paar Stündchen damit zu verbringen die Rute zu schwingen und Forellen zu ärgern. Doch ein morgendlicher Blick aus dem Fenster ließ mich zweifeln. Das sah alles andere als gemütlich aus! Autos und die Wiese vor dem Haus waren befroren. Ich haderte also mit mir selbst und war unentschlossen.
Andererseits hatte mir Fischerfreund Daniel mitgeteilt das er an diesem Tag zur Anlage „De Ronde Bleek“ kommen wollte. Aber den Ar..h abfrieren? Was war mit den versprochenen Plusgraden? Dann, während der Morgentoilette, hörte ich frohlockende Laute. Singvögel intonierten den Gesang des nahenden Frühlings. Somit raffte ich mich dann doch auf, um im niederländischen Sterksel auf Forellenhatz zu gehen. Der erste Akt bestand natürlich daraus das Auto eisfrei zu bekommen. Nur gut das es dieses praktische Spray für die Windschutzscheibe gibt! Als ich dann endlich los fuhr, strahlte längst das Zentralgestirn am Morgenhimmel.
Nach gut einer Stunde Fahrtzeit bog ich dann erwartungsvoll auf den Parkplatz der Anlage ein. Ein erster Blick auf den Hauptsee ließ mich in Schockstarre verfallen. Statt auf eine spiegelnde Wasserfläche zu schauen, wanderte doch mein Blick erschrocken über eine geschlossene Eisdecke!
Daniel hatte unterdessen gerade ein Floß geentert und spielte mit seinem Begleiter eine Runde „Eisbrecher“. Durch Zuruf begrüssten wir uns auf die schnelle. Ich musste nun unbedingt die Kreken in Augenschein nehmen. Auch dort bot sich ein erbärmliches Bild. Außer einer kleinen Ecke am ersten Teich waren diese durchweg zugefroren. Das hatte ich nun nicht erwartet!
Ich zog mich trotzdem um und sah als einzige Chance auf einen Fisch die freie Stelle am ersten Kreken an.
Beim letzten Besuch hatte ich mich schwer getan und im nachhinein erfahren das grüne Streamer an diesem Tag die bessere Wahl gewesen wäre. Also knüpfte ich einen grünen Woolly Bugger an. Doch die Hoffnung auf einen schnellen Erfolg erstickten im Keim. Nach gefühlt unendlich vielen Würfen kam dann doch der erste Kontakt zustande. Leider blieb der Fisch nicht hängen. Nach einer Weile probierte ich dann das Großkaliber, einen weißen Wiggle – Forellenzonker. Auch dieser sorgte zwar für einen erneuten Kontakt, aber eben nicht zu einem Fisch. Die Forellen schienen alle unter dem Eis zu stehen. Einen ganzen Tag an diesem Loch stehen? Die Aussichten waren mehr als duster. Inzwischen war zwar eine große Fläche des zweiten Teiches eisfrei, aber eben nicht der Randbereich. Wie soll man da einen Fisch drillen? Ich veruchte die Eisfläche bis zu diesem Teil frei zu treten. Das war aber ein aussichtsloses Unterfangen, welches ich schnell wieder dran gab. Also kehrt Marsch und zurück zu meinem „Loch“ am ersten Teich.
Derweil hatte Anlagenbetreiber Jan Kursten ein paar Jungs mit einem Boot auf den Hauptsee geschickt, die unabläßlich ihre Runden drehten, um das Eis zu brechen. Gäbe es doch auch eine Lösung für die Kreken!!
Und die gab es tatsächlich. Plötzlich fuhr Jan mit einem ausgewachsenen Bagger an mir vorbei. Er steuerte diesen von Angelplatz zu Angelplatz und ließ einmal die Schaufel kreisen und schon war das Eis gebrochen. Unverzüglich machte ich mich auf den Weg zum einem der Hotspots am zweiten Teich. Bald schon hatte ich den ersten Kontakt, verlor den grünen Woolly Bugger aber im Gestrüpp hinter mir. Also wechselte ich mangels gleichwertigen Ersatzes auf den weißen Forellen – Zonker und pfefferte diesen hinaus auf den Teich. Es dauerte nicht lange und der erste Fisch konnte zu einem Landgang überredet werden. Ein weiterer schüttelte sich kurz vor der Landung und stieg aus, bevor ich diesen keschern konnte. Irgendwann riss mir dann auch der weiße Zonker ab und ich wechselte versuchsweise auf eine Trockenfliege. Inzwischen waren die Temperaturen deutlich gestiegen und die Forellen quittierten dieses mit erhöhter Aktivität. Sie stiegen sogar vereinzelt nach der sich am Vorfach befindenden Klinkhammer. Es dauerte nicht lange und der zweite Fisch des Tages war mit der dunkelgrauen, selbstgebundenen Klinkhammer überlistet. Ein paar weitere Exemplare konnte ich noch ans Band bekommen, aber nicht landen.
Zwar gestaltete sich der Tag nicht so fischreich wie erhofft, dennoch war er wieder einmal ein erfüllender Ausflug in die Niederlande zu werten. Als ich dann Feierabend machte und auf dem Weg zum Auto war, traf ich Daniel mit seinem Begleiter. Er nahm doch tatsächlich eine Regenbogenforelle von gut 60 Zentimetern aus! Daniel fischt oft antizyklisch und ist dabei sehr experimentierfreudig. Auch dieses Mal hatte er alles richtig gemacht! Auf dem See gab es wohl im hinteren Teil eine eisfreie Stelle. Dort hatten sich die Forellen an der Eiskante aufgehalten. Das Ergebnis ließ sich sehen. Die beiden hatten mit einem weißen Zonker über 20 Fische bis zu einer Größe von fast 70 Zentimetern gefangen. Respekt!! Nachfolgend ein paar Bilder von den Eisfestspielen an diesem Tag:

Ein positiver Aspekt der angekündigten Eiszeit: Ich erwarte einen ORVIS Guide Slingpack, der aufgrund von Lieferschwierigkeiten im Rückstand ist. Diesen gab es aktuell als Abo – Prämie bei „Fisch & Fliege“. Da ich das Magazin eh immer kaufe, habe ich mich zu einem Abonement durchringen können. Mit dieser Prämie als Anreiz war die Entscheidung reine Formsache.
Eine weitere gute Nachricht ist: Laut Langzeitprognose dürfte das Wetter am Wochenende der Hausmesse bei Flyfishing Europe (FFE) am Möhnesee wieder deutlich besser sein. Zumindest für den Sonntag sind aktuell 7° Celsius bei Sonnenschein prognostiziert. Ich bin auf das gebotene Programm schon neugierig und werde rechtzeitig diesbezüglich informieren. Ihr solltet euch diesen Termin (10. und 11. März) schon einmal vormerken, denn die Anreise zu diesem Event wird sich sicherlich wieder lohnen! Aber, wie gesagt:
Dazu später mehr. Ich wünsche euch allen jedenfalls dass ihr erst einmal gut durch die bevorstehende „Minieiszeit“ kommt!

Rosenmontagszug, Veilchendienstagszug oder Fischzug…….Kamelle oder Forelle?

Das musste ja so kommen: Kurz vor Karneval, teils auch Fasching oder 5. Jahreszeit genannt, hat und der Winter doch noch eingeholt und hält uns fest im eisigen Griff. Passend zu den olympischen Winterspielen in Südkorea, haben nun auch hier „Winterspiele“ Einzug gehalten. Mit vollem Programm: Morgendliches Eiskratzen, Eiskunstlauf auf vier Rädern usw..
Wenn da nicht vor ein paar Tagen die Papiere vom Angelverein eingetroffen wären……..das nahende Ende der Schonzeit läge gefühlt noch in weiter Ferne und dabei sind nur noch 33 Tage „Fastenzeit“ zu durchleben. Tatsächlich juckt es aber derzeit schon arg in den Knochen. So sehr sogar, das ich überlege an Karneval das närrische Brauchtum zu ignorieren und mich statt der Umzüge in den Narrenhochburgen auf Fischzüge zu konzentrieren. Quasi Forelle statt Kamelle! Mal sehen wie Petrus dazu steht und ob er ein paar Sonnenstrahlen übrig hat, denn eines ist sicher: Es wird kalt!
Seit letzter Woche sind die beiden großen Printmagazine „Fliegenfischen“ und „Fisch & Fliege“ mit den letzten Ausgaben vor der Forellensaison im Handel. Eine gelungenes „Warmup“ um die letzten, tristen Tage bewältigen zu können. Ich freue mich schon auf die ersten grünen Triebe an Baum und Buschwerk. Schneeglöckchen werden den scheidenden Winter ausläuten und gelbe Osterglocken sind untrügliche Zeichen der erwachenden Natur.
Bevor es aber soweit ist, erlaube ich mir auf den Inhalt der genannten Hefte aufmerksam zu machen. Ich fange einmal mit der „Fisch & Fliege“ an. Zufällig thematisiert Elmar Elfers in dieser Ausgabe die Traun im Chiemgau. Ein Urlaub im Mai ist von mir schon längst fest eingeplant! Doch vorher wird es für mich noch andere, fest eingeplante, Termine geben. Natürlich werde ich kurz vor Beginn der Saison zum Möhnesee fahren, um der großen Frühjahrsshow von Flyfishing Europe am 10. und 11. März beizuwohnen. Etwas mehr wie einen Monat später geht es dann runter in das Vorland von München, wo ich die Erlebniswelt Fliegenfischen, kurz EWF, besuchen werde. Doch kommen wir zurück auf den Inhalt von Fisch & Fliege:

Kommen wir zum Inhalt:

PRAXIS
Die richtige Masche –  Hans Eiber nimmt Keschernetze unter die Lupe
Muss ich haben – Steffen Schulz über 10 „Must haves“ für den Raubfisch Fliegenfischer

ICH SAG MAL SO
Sätze in den Mund geleget – Beantwortet von Jonas Hölz

INTERVIEW
Beeindruckende Bilder – Jan Mellenthin verbindet Fliegenfischerei mit der Kunst

REISE
Gaula – nordische Legende– Paulo Hoffmann hat den Lachsfluss besucht
Die Forellen des Fiskonbäcken – Anders Holm und Magnus Ström waren in Lappland
Neu entdeckt: Die Lauter – klein aber fein – Holger Herold über eine wiederentdeckte Bachperle
Tiroler Tradition – Die Loisach – Florian Kaise war im Mohr Life Resort
Ein Traum die Traun – Elmar Elfers war im Chiemgau zu Gast
Paradies für Punkte – Trollvika in Norwegen – Stefan Hierl verlos sein Herz an Trollvika

FLIEGENBINDEN
Scharfer Blick – Erwin Tibad zeigt die Fertigung von Shrimp – Augen
Binden mit Off Bead – Glasperlen auf dem Schenkel – Hans van Klinken stellt zwei Muster vor vor
Barry hilft beim Binden – ein Profi gibt Tipps – Barry Ord Clarke greift in seine Trickkiste
Was kreucht und fleucht – die Maifliegennymphe – Igor und Nadica Stancev binden eine Maifliegennymphe vor

REPORT
The Maximum Code – Canarian Cup – Peter Corzilius und Nicolas Maier über ihr neues Filmprojekt auf Gran Canaria

GERÄT
Im Langzeittest – Fluo – Nymphen von Yangoo
Produkte – Neues am Markt

LESERAKTION
Neuer Start mit Cast – Loop – Gewinner berichten

STANDARDS
News – Aktuelles aus der Szene
Kurz gefragt – 5 Fragen an an……Markus Müller

und natürlich ein Ausblick auf Ausgabe 54

Wie schon erwähnt ist auch „Fliegenfischen“ mit der Ausgabe 2/2018 (Februar/März) inzwischen im Handel erhältlich:

Inhaltlich gibt es folgende Themen:

Notizbuch – Aktuelles aus der Szene

STORYS
Geschöpfe aus Nebel und Schnee – Roman Moser fischt auch jetzt schon trocken….mit der February Red
Fjord-Forellen – Erik Müller übder die harte Küstenfischerei im Februar und März
Mein Weg zur Meerforelle – Peter Corzilius stellt Ihnen seinen persönlichen Weg zum Silberbarren vor
Glücklich abgesoffen – Christoph Hellwig über einen „Katastrophentag“
Probiers mal mit Gemütlichkeit – Harald Bayler schwört auf DT – Schnüre und meint das sie ganz und gar nicht „out“ sind
Der Zauber der Zitate – Ingo Karwath über legendäre Zitate in der Fischereiliteratur
Live dabei: Winter-Barsche – Steffen Schulz begleitete Marc Zitvast bei der Streamerfischerei auf dicke Barsche
Sterben wie die Fliegen – Michael Werner über das dramatische Insektensterben in Deutschland
Neu: Fliefi-Stammtisch – Bernd Kuleisa fragt: Welcher Fisch ist der stärkste im Drill?
Markt-Spezial – Pfiffiges und nützliches für den Watfischer

Momente – Immer diese Konkurrenz – Ein Seehund taucht auf

GEWÄSSER-GUIDE
Italien: Trentino / Thomas Wölfle hat es besucht; Niederlande: De Ronde Bleek / Ich besuchte die vorbildliche Anlage für Sie; Österreich: Almsee / Hans Pehersdorfer stellt das Juwel vor; Dänemark: Fünen /Jan Hald Kjeldsen stellt die Inseln vor

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 03/2018!!!

„Eier legende Wollmilchsau“ oder „Rohrkrepierer“…………..

Geneigte Leser meines Blogs wissen es ja schon. Seit einiger Zeit bin ich stolzer Besitzer der Center Axis in Klasse #5 und 9′ von Waterworks Lamson. Ist das Rad damit nun erneut erfunden worden? Ist die Conmbo tatsächlich DIE „Eier legende Wollmilchsau“ am Gerätemarkt oder doch ein „Rohrkrepierer“? Ich nehme es einmal vorweg – weder noch….doch dazu später mehr.
Kommen wir zunächst einmal zu dem, was einen Blog ausmacht, nämlich dem „Tagesgeschäft“.
Viele Würfe, häufige Fliegenwechsel und wenig Erfolg
Der Monat Januar geizte bislang nicht mit „Wetterextremen“. So gab es einige Tage, an dennen man keinen Hund vor die Tür schickt (ich erinnere an „Frederieke“). Aber es gab halt auch die Tage, wo es aufgrund von Sonnenschein kein Halten mehr gab. An den letzten beiden Sonntagen war das nämlich genau der Fall. Sonntage mit dem was das Wort ausmacht, nämlich einer guten Portion Sonne, ließen die Hormone aufkochen und schrien geradezu nach einem Angeltrip. Immerhin hatte ich am ersten Angeltag des Jahres ja schon positive Eindrücke mitgenommen.
Eine Woche später herrschten (vermeintlich) ähnliche (Wetter)Bedingungen. Doch schon als ich in Sterksel ankam und „De Ronde Bleek“ in Augenschein nahm, ahnte ich „schlimmes“. Das Wasser der Anlage war trüb und braun. Das eisenhaltige Grundwasser drückte von unten und hatte die Braunalgenblüte verstärkt. Als ich dann an den kleinen Teichen an der Seite des Hauptsees ankam, stellte ich fest das „Väterchen Frost“ zugeschlagen hatte und die Uferbereiche zu großen Teilen mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen waren. Wenn heute etwas gehen sollte, dann war es wohl eher „Forelle on the rocks“. Mit „Eisfischen“ hatte das zwar noch nichts zu tun, aber die vereisten Flächen minderten natürlich die Möglichkeiten der Fliegenfischerei bzw. grenzten die Örtlichkeit stark ein. Zunächst versuchte ich mich mit der Trockenfliege, dann mit der Nassfliege. Lediglich zwei vorwitzige „Rainbows“ stupsten die Klinkhammer an – die Nassfliege wurde gänzlich ignoriert.
Frustriert wechselte ich zum See. Alle Stege waren belegt und kein Floss mehr frei. Also hämmerte ich den weißen Bunny-Streamer vom Floßanleger auf den See hinaus. Schon bald konnte ich eine Attacke verzeichnen, die ich aber nicht verwerten konnte. Nach einiger Zeit konnte ich dann eines der begehrten Flosse von niederländischen Kollegen übernehmen und schipperte hinaus auf das Fliegviessmeer. Doch auch dort konnte ich nur noch zwei Attacken ohne zählbares Ergebnis vermelden.
Irgendwann war dann der Zeitpunkt gekommen, um den ersten „Schneidertag“ des Jahres akzeptieren zu müssen. Tolles Wetter, viel frische Luft – aber ansonsten gab es außer „blutig geworfenen“ Finger, die zudem auch noch eiskalt waren, nichts nennenswertes zu vermelden. Eine Nullrunde halt!!! Wie heißt es doch so schön: Jeder Tag kann ein Angeltag sein, aber nicht jeder Angeltag ist ein Fangtag!!! Halten wir das Erlebte dann doch lieber etwas positiver in Erinnerung: Ein schlechter Angeltag ist immer noch besser, wie ein guter Arbeitstag.

Nur eine Woche später (am letzten Samstag des Monats Januar) sollte ich dann den dritten Versuch der Saison 2018 wagen. Auch Fischerfreund Michael hatte wieder Lust auf eine Runde „Stillwasserfischerei“ und begleitete mich zum zweiten Mal in diesem Jahr. Auch dieser Termin stand unter keinem guten Stern. Das Wetter war prima und die Bedingungen gut. Sofort machten wir uns mit dem Floss auf die Forellenpirsch am großen Hauptsee. Der weiße Streamer sollte es richten. Aber wir hatten die Rechnung ohne die Bewohner des selbigen gemacht! Lediglich eine Attacke vermeldete jeder von uns. Während ich auf eine trockene Klinkhammer wechselte, probierte Michael eine andere Farbe (schwarz). Nach zweienhalb Stunden gaben wir entnervt auf und wechselten zu den Kreken. Dort entschieden wir uns für die Trockenfliegenfischerei. Während ich nicht zum Zuge kam, konnte Michael die ersten beiden Regenbogenforellen landen. Als ich mich entnervt beklagte und zu ihm meinte ob er das Ernst meint, konterte er: „So ist der Plan…..jetzt weißt Du wie es mir sonst an deiner Seite ergeht!“ Nun gut…..in der Regel hat er das Nachsehen.
Mir gelang jedenfalls nichts und sämtliche Bisse oder Anstupser führten zu keinem Resultat. Viele waren es aber auch nicht.
Genervt enterte ich einen der Stege und probierte mich von dort aus abermals mit einem weißen Kaninchen -Zonker.
Immerhin konnte ich drei Attacken vermelden – doch ein Fisch sprang nicht dabei rum.
So langsam war die Sonne inzwischen mit dem Horizont verschmolzen und es wurde dunkler. Ich wechselte mit dem Streamer zurück an die Kreken und konnte nun Attacke auf Attacke vermelden. Doch keines der „Mistviecher“ blieb hängen. Dann – endlich – der Befreiungsschlag. Eine schöne Regenbogenforelle hatte sich nun doch den Streamer vernünftig gepackt und zappelte am Band! Nun stand es kurz vor knapp 2:1….. zu spät um noch ausgleichen zu können, aber immerhin keine „Nullrunde“, wie beim letzten Mal!

Roselies ruft
Der gestrige Sonntag stand dann wieder im Zeichen der Fliegenfischermesse / -börse in Roselies nahe Charleroi. Mit dem Kollegen Martin machte ich mich kurz entschlossen auf den Weg in den Osten Belgiens, wo der belgische Club A.P.M.C. zum 23. Mal die „Fête de la pêche à la mouche“ (das Fest des Fliegenfischens) organsierte. Viel neues gab es dort zwar nicht zu sehen, aber immerhin doch das ein oder andere interessante. So war die „Domaine Sommedieue“ zum ersten Mal als Aussteller vor Ort. Es war schön Bruno Fenaux nach längerer Zeit mal wiedersehen zu können. Ein weiterer Stand hatte die für uns wichtigen aquatisch lebenden Insektenlarven lebendig vor Ort. Natürlich gaben sich Anbieter und Händler aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden ein „Stelldichein“ und offerierten ihre Angebote. Ergänzt wurden sie durch einige wenige Anbieter aus Deutschland, Polen, Tschechien, Irland, Slowenien, der Schweiz usw..
Im Gegensatz zur EWF in Fürstenfeldbruck ist die Veranstaltung in Belgien ja eher eine reine „Verkaufsmesse“. Somit fehlt das „Rahmenprogramm“, wenn man von einigen, wenigen Bindern absieht. Mein Bedarf an „Materialien“ hielt sich arg in Grenzen und somit habe ich lediglich ein wenig „Kleinkrams“ und viele Eindrücke mit nach Hause genommen. Leider schien die „Deutsche Fraktion“ geschlossen am Samstag vor Ort gewesen zu sein, weshalb man auch nicht viele „bekannte“ Gesichter antraf. Dennoch war der Tag wieder einmal schön und kurzweilig! Nachfolgend ein paar Impressionen:

Das Ei des Kolumbus?
Natürlich habe ich die ersten Fischtage des Jahres 2018 ausgiebig dazu genutzt, um meine neue Waterworks -Combo zu testen. Die genaue Bezeichnung ist schlicht und lautet Waterworks Lamson CA 5wt (Center Axis 5 Weight). Was muss man sich unter dem Center Axis – System vorstellen? Nun die Rute hat keinen Rollenhalter (Spacer), sondern die Rolle wird zwischen Rutengriff und einem Abschluss – Element geschraubt. Damit wird diese quasi in den Griff integriert, statt an sich mittels einem Fuß unterhalb des Rollenhalters zu befinden. Waterworks wirbt damit auf diese Art und Weise den Schwerpunkt zur Rutenachse hin zu verlegen und Pendelkräfte zu neutralisieren. Aber ist das wirklich signifikant? Ich habe es getestet! Doch kommen wir zu den technischen Daten:
Die Rute allein wiegt nur 84 g und ist somit ein echtes Leichtgewicht, wenn man die Schnurklasse #5 zugrunde legt. Selbst mit dem Abschlusselemt aus Flugzeugaluminium kommt die Rute auf geringe 91 g, was ein guter Wert ist. Dar Blank ist in hellem grau, passend zur Rolle gehalten und verfügt über 9 Doppelsteg – Schlangenringe, einem Leitring mit SIC -Einlage und einem Spitzenring. Die Ringwicklungen und Tierwicklungen stellen sich in transparentem dunkelgrau dar. Als Aktion gibt Waterworks „mittelschnell“ an. Folgende Gewichtswerte und Längen wurden von mir ermittelt / werden vom Hersteller angegeben:

Techn. Daten Waterwworks Lamson Selbst gemessen
Rutengewicht ohne Endstück 73g 84 g
Rutengewicht über alles 91 g
Länge 9′ / 2,74 m 9’14“ / 2,785 m
Länge Segmente 3 x 720 mm & 1 x750 mm
Rollengewicht 130 123 g

Als Rolle kommt die Center Axis 2 zum Einsatz, welche über einen Durchmesser von 89 mm und eine Spulenbreite von28 mm verfügt. Damit bringt man 150 yds 20 lb – Backing und eine WF5 – F Fliegenschnur unter. Wer sich die Tabelle ansieht, der kommt schnell darauf , das das Endstück der Combo von Waterworks zur Rolle gezählt wird!
Doch kommen wir nach den Fakten zu meinen subjektiven Eindrücken:
Die Combo fühlt sich angenehm leicht an und besitzt ein geringes „Swing-Weight“. Die „mittelschnelle“ Aktion kann ich nur unterstreichen, wenngleich der Hang zur schnellen Aktion größer ist, wie zu einer parabolischen Aktion. Die Rolle besitzt die Qualitäten, wie man sie von den Waterworks Lamson -Rollen gewohnt ist. Ultra Large Arbor – Kern mit toller Bremse und dezentem Klicker. Dazu eine hervorragende „Leichtbauweise“! Dennoch: Vielleicht bin ich ja „gefühlsarm“, respektive „unsensibel“, aber den eklatanten Unterschied zur normalen Ruten – / Rollenkombination, hinsichtlich des verlagerten Schwerpunkts, vermag ich subjektiv nicht wirklich wahrnehmen zu können. Allerdings legt sich die oberhalb des Griffes überstehende Rolle perfekt an den Anfang des Ellbogens an und verhindert so das ungewünschte Abknicken des Handgelenks . Das stellt für jeden Anfänger eine riesengroße Hilfe dar, um den unerwünschten Scheibenwischereffekt im Keim zu ersticken!!!! Allerdings ist die Combo mit satten 900.- € nicht gerade ein „Schnapper“ und dürfte somit als Einsteigergerät eher ungeeignet sein. Hier würde ich mir eine Version im Rahmen von 250.- – 300.- € wünschen. Das Gerät wäre also echt etwas für den ambitionierten Beginner!!!!
In der Praxis kann die Center Axis dann aber vollkommen überzeugen. Sowohl beim Wurf- , als auch beim Drillverhalten bleiben keine Wünsche offen. Etwas gewöhnungsbedürftig und fummelig ist die Unterbringung im ca. 550 g schweren Cordura – Rutenrohr mit vierfacher Unterteilung, da das Handteil zuletzt, also oben, in das unterteilte Rutenrohr platziert wird.
Ein weitere Vorteil des Systems ist, das man keine Rolle montieren muss, sondern lediglich drei Rutensegmente an das Handteil steckt – die Rolle ist ja schon integriert! Insgesamt hat das Teil „Suchtpotenzial“, auch wenn die tatsächlich beworbenen Vorzüge nicht direkt auf der Hand liegen. Leicht, schnell parat und extrem gut fischbar – so muss eine Kombie sein! Auch wenn der hohe Preis zunächst einmal abschreckt…..sie ist ihr Geld wohl eindeutig wert und wer sich erst an die ungewohnte Position der Rolle gewöhnt hat, der profitiert mächtig von dem ausgeklügelten System. Wie schon erwähnt: Solch ein System würde ich mir deutlich preisgünstiger für den Einsteiger wünschen. Nachfolgend ein paar Bilder der tollen und stimmigen Combo:

„Fliegenfischer mit Herz 2017“
Nun….inzwischen ist die beliebte Benefizaktion wieder „Geschichte“. Am Ende konnte ich 4300 .- € an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. überweisen. Inzwischen ist das Geld auch schon verbucht und sogar die ersten Exponate für eine „Folgeauflage“ haben mich inzwischen erreicht. Allerdings wird erst einmal gefischt bevor das ich mir Gedanken zur 2018er Auflage mache! In eineinhalb Monaten haben wir die lange und zähe Durststrecke hinter uns gebracht und dürfen wieder Forelle, Äsche und Co. das Fürchten lehren. Im Mai wird es für mich wohl wieder ins Chiemgau gehen – was sich sonst noch so ergibt…mal sehen!

Das läßt sich ja gut an……….

Die Forellensaison beginnt zwar erst Mitte März, aber ehrlich gesagt habe ich nicht die Geduld dafür solange zu warten. Auch die Fliegenbinderei vermag mich nicht über die Tristess der – gefühlt ewig andauernden – Schonzeit adäquat hinweg bringen zu können. Irgendwann juckt es einfach in den Knochen. Keine noch so gut gelungene Fliege kann das Gefühl eines kampfstarken Gegenübers an der Fliegenrute aufwiegen!
Sobald das Wetter passt, zieht es mich also an einen „Fliegenfischer – Forellenpuff“, weil dort gesetzliche Schonzeiten nicht gelten und die Möglichkeit besteht den Jagdtrieb auszuleben.
Allerdings habe ich diesbezüglich einen Anspruch: Ich möchte standesgemäß die ersten Fische des Jahres auch bitteschön mit der Trockenfliege überlisten. Von Buzzern an Bissanzeigern oder Streamern sehe ich daher erst einmal ab. Ich liebe die vorsichtigen und zaghaften Bisse an der Trockenen, wenn die Trutten noch gar nicht wirklich im Fressrausch sind. Das ist für mich eine weitaus größere Herausforderung, wie einen Streamer hinaus auf den See zu klatschen und mehr oder weniger hastig einstrippen zu müssen. Jagd auf die Giganten kann man machen, wenn die Meisterprüfung abgelegt ist!
So auch am letzten Wochenende! Es sollte kalt, aber sonnig werden. Folglich fasste ich den Entschluss dem „Ronden Bleek“ in den Niederlanden einen Besuch abzustatten. Auch ein Fischerfreund und Ex – Arbeitskollege war chronisch „unterfischt“ und entschloß sich dazu mit Gesellschaft zu leisten. Übrigens eine willkommene Gelegenheit, um meine neue Waterworks Lamson Center Axis einmal antesten zu können!
Vor ort angekommen, wurde diese dann auch direkt montiert. Aber was heißt montiert? Gegenüber anderen Ruten gibt es hier nicht viel zu montieren, denn die Rolle ist im Prinzip Bestandteil der Rute! Eigentlich muss man nur die Rutensegmente zusammenstecken und die Schnur durch die Ringe ziehen. Das spart zum einen Gewicht, denn der Rollenhalter fehlt ja als zwingendes Bindeglied zwischen Rute und Rolle und zum anderen verlegt man den Schwerpunkt der Rute- / Rollekombination zur Rutenachse. Bei mir macht sich dieser Vorteil subjektiv gesehen aber weniger bemerkbar. Gravierender finde ich dahingehend das der obere Teil der Rolle am Ellbogen anliegt und beim Ablauf der Wurfphysik stabilisierend wirkt. Das käme den Anfängern richtig entgegen, aber diese müssten gut betucht sein. Die Combo ist nämlich nicht ganz billig!!!!
Der Ersteindruck der mittelschnellen Rute, mit integrierter Rolle, war jedenfalls überzeugend. Das Gespann ließ sich super werfen. Es dauerte auch nicht lange und ich konnte den ersten Fisch des Jahres am neuen Gerät verzeichnen. Bald hieß es schon: Aller guten Dinge sind drei! Fischerfreund „Mischa“ hingegen fing so langsam an innerlich zu kochen. Er fischte die gleiche Schnur, die gleiche Fliege (ich hatte ihm eine meiner überlassen) und machte wirklich nichts verkehrt! Aber er kam einfach nicht zum Zug. Schlimm wurde es, als ich mit ihm den Platz tauschte und an seiner erfolglosen Stelle direkt Nummer 4 verhaftete!
Alles schöne Regenbogner zwischen 45 und 50 Zentimetern – wehrhaft und kampfstark!
Wenn jetzt der Wind nicht gewesen wäre…..der Tag wäre perfekt gewesen!!! Sonnenschein, Fisch am Band – Herz, was begehrst du mehr? Am Ende konnte ich über den Tag sieben gelandete Regenbogenforellen vermelden. Einige weitere hatten sich nach kurzem Drill verabschiedet und weitere habe ich „versemmelt“. Aber auch „Mischa“ konnte punkten und blickte dann doch auf zwei „Festnahmen“ zurück. Auch er hatte weitere „Bisse“ und „Aussteiger“!
Ein wahrlich gelungener Tag!!! Warum also einen „Depri“ schieben, wenn man das Heil am Wasser findet? Und das ganz legitim!
Übrigens stelle ich die Anlage „De Ronde Bleek“ in der nächsten „Fliegenfischen“ vor. Vielleicht ist das ja ein goldener Tipp für den ein oder anderen Besucher meines Blogs, um selber aus den Fängen der Enthaltsamkeit flüchten zu können?!
Dort warten nicht nur kampfstarke Regenbogenforellen bis hin zu einem Meter Länge, sondern auch Saiblinge, Bachforellen, Wiper und Schwarzbarsche auf den Besucher. Nachfolgend ein paar Impressionen meiner „Forellenhatz“ im Januar: