Eine kurze Halbzeitbilanz………..

Nun liegt schon die Hälfte des Junis hinter uns. Eine Gelegenheit eine kleine Halbzeitbilanz für die Saison 2017 zu ziehen.
In der ersten Hälfte der Saison habe ich häufig und gern mein Vereinsgewässer besucht. Leider waren die Ausflüge an andere Strecken sehr dünn gesäät. Dreimal habe ich die Ahr besucht, einmal war ich zu Besuch auf der Anlage „Domaine Sommedieue“ in Frankreich und einige Male habe ich Jan Kürtens „De Ronde Bleek“, kurz DRB nahe Eindhoven in den Niederlanden aufgesucht. Das War es leider schon!
Zum einen liegt das daran, das ich derzeit beruflich sehr eingespannt bin und zum anderen hat die Frequenz bezüglich der Fischerei in letzter Zeit stark abgenommen. Es ist fragwürdig, ob man angesichts der hohen Temperaturen und der niedrigen Wasserstände den Fischen zusätzlichen Stress zumuten sollte. Daher bin ich während so mancher freien (arbeitsfreien) Stunde dann doch lieber daheim geblieben.
Ein weiteres Vorhaben ließ sich leider auch nicht realisieren, obgleich die Temperaturen diesbezüglich eher untergeordnet zu sehen sind. Eigentlich hatte ich vor im Mai, nach Beendigung der Schonzeit, endlich mal einen vernünftigen Hecht auf die Schuppen zu legen. Aber auch dieses „Projekt“ zerschlug sich – ich hatte es fast befürchtet bzw. schon fast damit gerechnet.
Aber ich bin nicht unzufrieden mit der ersten Saisonhälfte. Den Grand Slam habe ich locker geschafft. Ich konnte sowohl einen Bachsaibling und Bachforellen auf der Habenseite verzeichnen, wie auch Regenbogenforellen, Äschen, kapitale Barben und Döbel. Der ein oder andere Schneider wurde ebenfalls releast und somit habe ich das allgemeine Artenspektrum unserer Mittelgebirgsflüsse, welches für den Fliegenfischer relevant ist, nahezu durch. Anbei einige Impressionen:

Daneben gab es auch am Rande des Tellers so einiges zu sehen / mitzunehmen. Wer mit offenen Augen am Wasser unterwegs ist, der kann so manche interessante Beobachtung machen. Auch diesbezüglich habe ich eine kleine Galerie zusammen gestellt:

Natürlich gabe es auch so manch ein „entomologisches Highlight“ am Fischwasser. Gerade diesbezügliuch habe ich die Kamera stets im Anschlag uind wenn gerade nichts beißen will, dann bin ich dankbar über jede Eintags- , Köcher- und Steinfliege, die dazu bereit ist Modell zu stehen. Auch hier habe ich einen kleinen Bilderbogen zusammen gestellt:

Schuldig bin ich bislang auch die Vorstellung der aktuellen Ausgabe des Magazins „Fliegenfischen“. Und das, obwohl ein direkter Bezug zum Inhalt besteht. Wieso? Nun, Radomir Mirkovic stekllt die Hausstrecke vom „Forellenhof“ in Eisenärzt vor……..und genau da soll es für mich und meine Familie (zumindest für den Großteil, denn der Sohn hütet Haus und Katze) in knapp vier Wochen auch wieder hin gehen. Ich hoffe Wetter und Wasserstand spielen mit!
Werfen wir zunächst einen Blick auf das Titelbild der Ausgabe:

Eine schöne, sommerliche Motivwahl, die Lust auf mehr macht! Nun der Blick auf das Inhaltsverzeichnis:

Notizbuch – Aktuelles aus der Szene
Ein Hoch auf den alten Haudegen – Thomas Wölfle beweist das der Bachflohkrebs immer noch zeitgemäß ist
Schätze aus der Fliegendose – Harald Bayler stellt die „Slowenennymphe“ vor – mit Bindeanleitung
Big C – Vitamin C für Lachs- und Meerforellenfischer! Bernd Kuleisa stellt die Cascade vor
Der perfekte Schuss – Johannes Radtke fereriert übder die richtige „Bewaffnung“ bei „Schussköpfen“
Der beste Knoten aller Zeiten – Michael Werner kennt ihn und stellt ihn vor – der Albright – Knoten
Feinheiten für die Fischchen – Fliegen – Roman Moser gibt Tipps
Guiding – Ein Selbstversuch – Ralf Kanstorf über die Arbeit als Guide
Leserbriefe – Briefe an die Redaktion
Momente – Der Axt-Mörder vom Lachsfluss
Gewässer-Guide – Österreich: Der Traun – Stau bei Gmunden; Deutschland – die Donau bei Ulm, die Weisse Traun bei Eisenärzt und die Agger bei Köln

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 05/2017!!!

Ich möchte auch auf einen anderen literarischen „Leckerbissen“ hinweisen:
Lange wurde es geheim gehalten und wie eine Bombe schlug die Nachricht ein. Der Blogbetreiber von Forelle & Äsche (Tankred Rinder) hat mit einigen namhaften Co – Autoren ein Buch heraus gebracht und war nebenbei auch selbst als Verleger tätig. Der Titel läßt einiges erwarten: „Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt“!
Mit Sven Ostermann und Alexander „Flybei“ Keus hat Tankred namhafte und sehr fähige Co – Autoren gefunden. Veit Dresmann hat für die entsprechende Gestaltung und die Illustration gesorgt. Selbst namhafte Größen der Szene, wie Oliver Edwards, Roman Moser, Paul Procter, Michael Wenzel und andere kommen zu Wort oder tragen ihren Teil an Tipps und Tricks bei.
Folgende Links möchte ich diesbezüglich empfehlen:
Das Buch: Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt
Nymphenfischen: Geheimnisse entlarvt – Ritterschlag erhalten
Soll es richtig werden, mach es selbst: Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt
Sobald ich mir selber einen Eindruck machen konnte, werde ich das Buch natürlich ausführlich vorstellen und es in diesem Zug auf Herz und Nieren prüfen. Ich denke aber, das nur wenig Anlass zur Kritik besteht. Dafür kenne ich Tankred, Sven und Alex nur zu gut – die machen keine halben Sachen!
Übrigens……HIER kann man das Buch direkt bestellen – sicherlich der schnellste Weg, um gegebenenfalls wichtige Erkenntnisse mit in den verdienten Sommerurlaub mitnehmen zu können.
Werde ich 2017 doch noch meinen Hecht fangen? Was bringt der Sommerurlaub? Kann ich die dürftige Bilanz an gefangenen Äschen deutlich aufpolieren oder ist der Bestand abermals stark rückläufig? Wird es (Umwelt)politisch in NRW endlich ein Umdenken geben, da nun (gottlob) wieder „schwarz/gelb“ das Sagen hat? Das sind Fragen die mich in der nächsten Zeit beschäftigen werden. Ich bin gespannt wie die Antworten aussehen!!!!

Viv la France……….

Schon seit geraumer Zeit schwelte in mir das Verlangen einmal die Domaine Sommedieue in Frankreich zu besuchen. Ich hatte viel darüber gehört, doch die lange Anfahrt und der exorbitant hohe Preis für eine Tageskarte schreckten mich bislang immer ab. Am Ostersonntag fasste ich mir dann doch ein Herz und nahm die „Expidition Edelforellenpuff“ in Angriff.
Sommedieue ist ein kleines, verschlafenes Nest nahe Verdun im Departement Meuse, welches sich in der Region Grand Est (Lothringen) befindet. Das Örtchen befindet sich am nordwestlichen Rand vom Naturpark der Region Lorraine, welcher sich durch Höhenzüge aus kalkhaltigem Gestein, ähnlich dem Jura, auszeichnet.
Ein wenig verrückt muss man schon sein, um solch eine Tour als „Tagestour“ bewältigen zu wollen. Schon morgens um vier klingelte der Wecker. Um 5:00 Uhr sollte es dann los gehen. Doch die Geschichte fing schon gut an: Ich bemerkte das ich Frankreich nicht in der Software der Navi – App des Handys implementiert hatte. Also noch schnell die Frankreichkarte runterladen und ab ging die Post. Denkste…… aus irgendeinem unerfindlichen Grund hatte ich nun nur Frankreich gespeichert. Das bemerkte ich dann just in dem Moment, als ich losfahren wollte. Also Kommando zurück und Deutschland, Belgien und Luxemburg nachladen!
Verspätet um 5:45 Uhr ging es dann doch endlich los. Die Navi – App des Handys zeichnete sich nicht gerade durch herausragende Leistung aus, denn die ca. 370 Kilometer lange Route sah ein Abstecher ins Großherzogtum Luxemburg vor – völlig daneben!
Um 9:45 kamen wir dann an der Domaine Sommedieue (immerhin kannte die Software diesen POI) an und wurden von Bruno (Brüno) in gebrochenem Englisch begrüßt. Das alte, französische Landgut wirk auf den ersten Blick ein wenig heruter gekommen. Gerade so als wäre die Zeit stehen geblieben. Doch ein Blick in die Räume offenbart Stil und Sauberkeit. Die Domaine ist nicht nur ein „Angelpark“, sie beinhaltet auch ein beliebtes Restaurant.
Die Anlage selber besteht aus 4 Seen (in Frankreich werden sie Reservoire genannt) und einem Fluss- / Bachlauf. Ein erster Blick darauf ließ mir die Spucke weg bleiben. Schon der Hauptsee zeichnete sich durch glasklares, smaragdgrün schimmerndes Wasser aus, in dem überall Regenbogenforellen, Bachforellen und Saiblinge auszumachen waren.
Da juckte es natürlich in den Fingern und so machte ich schnell mein Getackle bereit und wagte die ersten Würfe. Zunächst knüpfte ich eine Iron Blue Dun an das Vorfach. Doch egal, wie ich mich bemühte…. ich konnte keinen der rastlos umherziehenden Fische ansprechen. Ich wechselte also auf eine Daddy Long Leg, denn die Domain zeichnet sich auch durch weitläufige Wiesengrundstücke aus. Da waren die Langbeiner den Fischen sicher nicht unbekannt! Nun konnte ich zumindest die Neugier der Fettflossenträger wecken – vereinzelt zumindest.
Zwei, drei Mal kamen Fische auf die Trockenfliege zugeschwommen, öffneten das Maul und ….. sobald die Fliege mit diesem berührt wurde drehten sie wieder ab. Sie waren sehr heikel und sehr selektiv. Vereinzelt sah man sie vorsichtig kleine helle Fliegen von der Oberfläche „nippen“. Die meisten nymphten jedoch. Also Taktikwechsel. Nun probierte ich eine Nassfliege (Olive Spider), welche mir in der Vergangenheit schon viel Fangerfolg eingebracht hatte…..doch vergeblich!!
Ich wechselte die Stellung (den Platz) und kehrte zur Iron Blue Dun zurück. Ein weiter Wurf hinaus auf den See und…….vorsichtig schob sich ein Maul aus dem Wasser und schlürfte die dar gebotene Trockenfliege ein. Der Anhieb saß und ab ging die Post! Es folgten einige wilde Fluchten. Davon jedoch eine zuviel! Mit einem dezenten Knall verabschiedete sich das Tippet. In der Folge gelang dann auch nicht mehr viel. Es wurde zudem zunehmend windiger.
Viel zu schnell verann die Zeit und eine Glocke mahnte zur Pause.
In der Tat wird um 12:30 Uhr in Sommedieue eine Glocke geläutet. Diese dient dazu den Fliegenfischern zu signalisieren, das es Zeit für das Dinner ist. Ein oppulentes Viergangmenü ist nämlich im recht hohen Tageskartenpreis von 97.-€ enthalten. Nicht fischende Gäste zahlen 28.- € für das Essen. Doch es lohnt sich an diesem Menü teil zu nehmen. An diesem Tag gab es zunächst einen Spargelauflauf, der sehr delikat war. Erstaunlich, denn ich mag ja eigentlich gar keinen Spargel!!! Die nächste Runde wurde durch Schweinefilets mit gebackenem, gemischten Gemüse eingeläutet. Das Fleisch war butterzart und echt der Hit. Dann gab es einen delikaten Camambert mit Weißbrot, wie ich ihn bislang selten geniessen durfte und als Nachtisch hat man uns hauchdünn geschnittene Ananasscheiben mit Vanilleeis serviert.
Frisch gestärkt widmete ich mich nun wieder den Salmoniden. Zunächst kehrte ich an den Spot zurück, wo mir vor dem Mittagessen der Regenbogner abgerissen war. Erneut präsentierte ich die Trockenfliege weit raus im See. Aufgrund des Windes und des Wellengangs war es kein leichtes Unterfangen die Fliege stets im Blick zu halten. Sehr zögerlich erfolgte ein weiterer Biss. Anhieb…. und der Fisch hing! Dieses Mal machte ich es besser und ließ keine langen Fluchten zu! Nach quälend langen Minuten konnte ich meine erste „Sommedieue – Forelle“ keschern. Ich hakte sie ab und…….Grand Merde (Große Scheiße) – beim zurücksetzen drehte sie bäuchlings und blutete wie ein abgestochenes Schwein! Weiß der Teufel warum. Ich kescherte den hilflosen Todeskandidaten also erneut und erlöste diesen.
Gottlob sind zwei Forellen bis 2 kg Stückgewicht im Ticket enthalten. Ich ging also zum „Ausnehmeplatz“ (auch dieser ist vorhanden), versorgte den Fisch und verbrachte ihn in die Tiefkühltruhe (auch diese steht den Anglern zur Verfügung).
Danach wechselte ich zum 2. See und erlebte dort eine spannende und kurzweilige Fischwaid. Auch dieser glänzte durch eine Wasseroberfläche, die meist wie Blei da lag. Kaum ein Ring zeichnete sich an der Oberfläche ab….kein Schlupf „vitalisierte“ die umherziehenden Fische. Somit war es immer wieder spannend zu sehen, wenn sich ein Fisch unter die Fliege schob und im Zeitlupentempo die Fliege einschlürfte. Man sah lediglich den Oberkiefer, der die Wasseroberfläche durchbrach. Derart dezent, das nicht mal ein deutlicher Ring entstand. Eine Ausnahme gab es jedoch. Eine feiste Regenbogenforelle machte es ganz anders:
Ich wollte neu einwerfen und holte die Fliege ein. Dabei zog ich die Trockenfliege unter Wasser. Dann bildete sich hinter meiner Fliege urplötzlich eine fette Bugwelle. Überrascht hielt ich inne. Als ich wieder anzog blickte ich direkt in das Maul einer großen Regenbogenforelle, die komplett mit dem Kopf aus dem Wasser kam. Ich konnte sogar die Kiemenreusen erkennen. Wieder hielt ich inne, weil ich ihr die Fliege regelrecht aus dem Maul gezogen hatte. Nun zug ich die Fliege erneut heran und eine erneute Attacke der Forelle führte zum Erfolg. Doch die Sache nam keinen guten Lauf…..auch sie verabschiedete sich nach einem Tippetbruch. Wieder hatte ich zuviel Raum für Fluchten gegeben. Wenn dann ein großer Regenbogner richtig Gas gibt, gerät das Material an die Grenzen.
Bis zum späten Nachmittag konnte ich vier weitere der heiklen und selektiven Regenbogner verhaften. Diese sind in übrigens enormen Größen präsent. Auch die Bachforellen haben eine stattliche Größe. Exemplare bis 60 / 70 Zentimeter schwammen mir über den Weg.
Ich wollte mir aber unbedingt noch kurz den dritten See der Anlage ansehen. Als ich ihn erreichte blieb mir die Spucke weg. An einem Mönch standen etliche große Regenbogner und zwei Saiblinge, von denen der größere Gardemaß hatte. Ich setzte alles auf eine Karte und warf ihn an. Mist…..die Fliege ging auf Tauchstation! Ich zupfte sie ohne Erwartungen heran, direkt an ihm vorbei. Dann überraschend seine Attacke!!! Die quitierte ich mit einem Anhieb und der Fisch hing. Nach bangen Minuten lag ein Saibling von 50+ vor mir im Unterfangkescher – Petri Dank!!! Der erste in diesem Jahr und dann noch solch ein Prachtexemplar.
Es war nun schon fast halb sechs Uhr abends und ich versprach meiner Frau das ich nach dem nächsten Fisch Feierabend machen würde. Kaum zehn Minuten später machte eine kleinere, aber dafür prächtig gefärbte Regenbogenforelle das halbe Dutzend voll.
Da mir Stammgäste der Domaine versichert hatten, das es an dem Tag sehr schwierig war, konnte sich mein Ergebnis doch sehen lassen: Ein halbes Dutzend Regenbogenforellen bis hin zu einer 50+ und dazu noch ein Saibling von mehr als 50 Zentimeter!
Zufrieden packte ich ein und schwatzte noch eine Runde mit Bruno, bevor es dann wieder auf die anstrengende Heimreise ging. Herz, was begehrst du mehr? Ein Tag mit anspruchsvoller und spannender Stillwasserfischerei hatte einen krönenden Abschluß gefunden.
Ich werde sicherlich wieder zurück kehren. Ich mag gar nicht daran denken was an der Domaine Sommedieue zur Maifliegenzeit los ist. Der Flusslauf der Anlage hat den Charakter eines Chalkstreams und auch der lehmig, kalkige Boden der Teiche und Seen wird sicher für nennenswerte Schlüpfe der größten Eintagsfliegenart sorgen. Nun zu den Impressionen vom Ostersonntag:


Nachfolgend ein paar Fakten zur Domaine Sommedieue:
Lage:
Nahe Verdun im Departement Meuse (Grand Est / Lothringen)
Adresse und Kontakt:
Lodge of domaine de Fly In Sommedieue
Bruno Fenaux
Rue du Parc 9-17
F-55320 SOMMEDIEUE
fly.in.sommedieue@wanadoo.fr
Tel.: +33 (0)3 29 85 78 70 / +33 (0)6 22 61 17 40
Preise:
97.- € am Tag (inkl. Mittagessen) / 28.- € nichtfischende Gäste (Mittagessen)
Gewässer:
Vier Teiche und Seen, sowie ein Flusslauf
Besatz:
Bachforellen, Regenbogenforellen, Bachsaiblinge, vereinzelt Äschen (Flusslauf) und (angeblich) wenige Taimen im Hauptsee – alle Fischarten in teils kapitalen Größen
Ergänzende Informationen:
Der Kartenpreis beinhaltet die Mitnahme von 2 Regenbogenforellen bis zu einem Stückgewicht von 2 kg. Ein Platz zum versorgen der Fische und eine Tiefkühltruhe für die Gäste sind vorhanden. Im Haus befindet sich ein Restaurant, sowie ein Stetson – Shop. Gästezimmer sind gerade in Bau. Wochenend – Arrangements möglich (zwischen 230.- € und 285.- € für eine Übernachtung mit 2 x Lunch, 1 x Dinner, 1 x Frühstück in der Lodge und zwei Tage fischen).
Maximal 15 Fischer je Tag (limitiertes Kartenkontigent)!

Bruchtest bestanden………..

Am vergangenen Wochenende ging es für mich zum ersten Mal in diesem Jahr an die Ahr. Dieser schöne Mittelgebirgsfluß, der über Kilometer von malerischen Weinbergen gesäumt ist, war einst der Anlass für mich mit der Fliege zu fischen.
Die Erwartungen an die Fischerei waren aufgrund des schönen, milden Wetters recht hoch. Allerdings hielten sich die Kontakte mit den rot getupften Schönheiten doch ziemlich in Grenzen. Ich konnte zwar 5 Bachforellen verhaften, von denen zwei jedoch gerade einmal 20 Zentimeter maßen, aber für solche Bedingungen war die Ausbeute meiner Bemühungen eher als „bescheiden“ zu betrachten.
Irgendwann kamen mir die beiden großen Barben wieder in den Sinn, die ich im letzten Jahr dort verloren hatte und ich wollte noch einmal versuchen den „Bonefish für Arme“ zu fangen. Also wechselte ich Strategie und Platz und widmete mich den Bartelträgern aus der Ahr. Ich machte an gewohnter Stelle eine Schule kapitaler Barben aus und servierte ihnen eine schwere Tungsten-Hasenohrgoldkopfnymphe in Größe 8. Schon nach wenigen Drifts bleib die Schnur stehen. Aus Reflex setzte ich den Anhieb. Mist…. Hänger. Die Nymphe hatte sich wohl an einem großen Felsblock festgesetzt, der vor mir im Wasser auszumachen war. Ich veruchte also mit Leerwürfen Schnur vor den Stein zu legen, um diese durch gegenläufigen Zug frei zu bekommen. Manchmal klappt das ja. Doch der Erfolg blieb aus. Ich zerrte wieder an der Schnur. Doch was war das? Fast unmerklich bewegte sich der vermeintliche Hänger ein wenig stromauf. Ich verstärkte den Zug und das war wohl die Initialzündung für den Hänger mit mir ein Kräftemessen auszutragen, denn dieser nahm nun Fahrt auf. Der Hänger stellte sich nämlich als kapitale Barbe heraus. Bislang stand es aus dem Vorjahr noch 2:0 für Barbus barbus – Wie würde das Scharmützel nun ausgehen?
Zugegeben, ich fühlte mich angesichts der puren Kraft des Fisches bisweilen etwas hilflos. Zu Anfang konnte ich nur reagieren, nicht kontrollieren. Wenigstens gelang es mir die Barbe von Buschwerk und Ästen im Wasser fern zu halten. Erst mit zunehmender Ermüdung erlangte ich mehr und mehr Kontrolle. Die Rute bog sich dabei gefährlich im Halbkreis. Erstaunlich was so eine Fliegenrute alles abkann! Ein wenig Angst und Bange war mir schon zumute, denn die WINSTON Air ist ja nicht gerade das kostengünstigste Vergnügen. Nach unendlich scheinenden Minuten konnte ein Fischerfreund dann helfend eingreifen und kescherte das Prachtstück. Mit 68 Zentimetern und gut 5 1/2 Pfund stand sie nun an der Spitze meiner Fangstatistik, was diese Fischart anbetrifft!
Die Rute hatte ihren Bruchtest bestanden und den Belastungen stand gehalten. Somit stand fest: Sie wirft sich nicht nur sehr gut, sondern hat auch im Drill beste Eigenschaften, die sie auszeichnet.
Doch ich steckte nicht auf und befischte die Barbenschule weiterhin. Schon kurz darauf ein ähnliches Bild: Die Schnur blieb stehen und meinen Anhieb quitierte eine Barbe mit dem unaufhaltsamen Drang stromauf zu ziehen. Abermals musste ich alle Register ziehen. Doch auch nun ging ich als Sieger aus dem Duell hervor: Barbe 61 Zentimeter mit guten zwei Kilogramm!
Das war meine dritte Ahrbarbe und die Revanche bezüglich der Ereignisse vom Vorjahr war gelungen. Ich glich zum 2:2 aus.
Nach dem zweiten schweißtreibenden Drill widmete ich mich allerdings wieder der feinen Fischerei. Etwas flussab stiegen regelmäßig Fische. Die verhaltenen und relativ dezenten Ringe ließen mich etwas vermuten, absolut sicher war ich mir aber nicht.
Ich knüpfte also eine Iron Blue Dun in Größe 14 ans Vorfach und warf die Ringe an. Erst nach etlichen Versuchen (meist Verschlug ich den Biss) gelang es mir einen Fisch zu haken.
Dieser bestätigte dann aber meine Mutmaßung……..ich konnte eine prächtig gefärbte Äsche keschern. Was für ein Tag! Der Weg ins schöne Ahrtal hatte sich mal wieder so richtig gelohnt!!

Auch der folgende Karfreitag wurde von mir fischereilich genutzt. Zusammen mit meinem Fischerfreund Werner ging es an unsere Vereinsstrecke, der Rur bei Düren. Inzwischen war das Wetter wieder deutlich schlechter geworden, wie am Wochenende zuvor. Deutlich frischere Temperaturen sorgten nicht gerade für Behagen und die „Frühlingsgefühle“ waren vorerst auf Eis gelegt. Jegliche Versuche mit der Erfolgsfliege (ein Olive Spider) vom letzten Besuch zu punkten, schlugen fehl. Immer wieder sah man die Ringe steigender Fische, doch im Gegensatz zum letzten Mal ignorierten diese die Nassfliege. Also wechselte ich auf einen schwarzen Klinkhammer. In der Folge konnte ich dann auch 4 Regenbogenforellen mit Pfannenmaß verhaften. Allerdings stellt sich mir inzwischen die Frage wo die Bachforellen abgeblieben sind. Tendenziell sind sie dort in der deutlichen Überzahl. Bislang machen sie sich allerdings bei mir äußerst rar. 8 Regenbogenforellen stehen gerade mal einer Bachforelle statistisch gegenüber. Trotz der frischen Temperaturen von gerade einmal 15° Celsius waren den ganzen Tag Eintagsfliegen und vereinzelt mittelgroße, gelbe Steinfliegen zu beobachten. Abends konnte man sogar dem Hochzeitstanz eines großen Schwarms von „Red Spinnern“ beiwohnen.

Für den morgigen Ostersonntag habe ich mir etwas ganz besonderes und ausgefallenes vorgenommen. Es soll für mich nach Frankreich gehen. Dort habe ich vor mir die „Domaine Sommedieue“ einmal anzusehen. Die Anlage verspricht hervorragende Stillwasserfischerei mit einem fast schon versnobten Ambiente. Mal sehen ob sich die weite Anreise (über 300 Kilometer) und der hohe Kartenpreis (fast 100 .- €) rentiert. Der Quellsee im Elsass soll stattliche Regenbogenforellen, Bachforellen und Saiblinge beherbergen. Ich werde natürlich ausführlich berichten!

Unterwegs in Sachen Fliegenfischen……..

Die letzte Woche hatte es in sich. Zum einen war ich am Wasser unterwegs und zum anderen besuchte ich die „Erlebniswelt Fliegenfischen“ (kurz EWF) in Fürstenfeldbruck.
Obwohl ich meist im Rahmen einer Fahrgemeinschaft den täglichen Arbeitsweg nach Köln in Angriff nehme, kommt es doch hin und wieder vor das ich mit dem eigenen Wagen zum Arbeitsplatz fahren muss.
Diese Gelegenheiten nutze ich jetzt, weil die Schonzeit ja gottlob Geschichte ist, um meiner Vereinsstrecke in Düren fischereilich einen Besuch abzustatten. Da der Umweg nur ca. 30 Kilometer beträgt, nutze ich bei vernünftigen Verhältnissen den Spätnachmittag bzw. den frühen Abend für eine Auszeit an der Rur.
So auch am vergangenen Freitag. Bei besten Verhältnissen (wenn man vom sehr niedrigen Wasserstand absieht), startete ich nach Feierabend durch und nahm eine Auszeit an meinem Heimatgewässer. Die Erwartungen waren niedrig, denn die ersten drei Fischzüge waren sehr ernüchternd ausgefallen. Umso erstaunter war ich das nun der Bär tanzte.
Ich konnte innerhalb kurzer Zeit fünf Forellen verhaften. Bis auf eine kleine Bachforelle alles Regenbogner und ebensoviele verlor ich während des Drills bzw. direkt nach dem Anhieb. Das war mitnichten eine Entschädigung für dier vergangenen frustrierenden Tage in den Fluten der Rur, wo ich jeweilks nur einen einzigen Kontakt je Tag hatte. Schlimmer noch……keinen einzigen Fisch konnte ich landen.
Eine jugendliche Regenbogenforelle von ca. 20 Zentimetern, eine Bachforelle in gleicher Größe und drei Rainies von +- 30 Zentimetern, dazu ein halbes Dutzend an Fischkontakten in Form kurzer Drills und das innerhalb von gerade mal innerhalb von drei Stunden – Herz was begehrst du mehr?


Zufrieden nahm ich also am darauf folgenden Samstag (einen Tag später), gemeinsam mit Susanne Zaparty und Dirk Busch den Besuch der EWF in Angriff. Früh morgens ging es vom Bergischen Land in Richtung Münchener Vorland. Nach ca. 6 Stunden fahrt kamen wir gegen Mittag an.
Ehrlich gesagt habe ich von der Messe am ersten Tag nicht viel gesehen. Auf Schritt und Tritt traf man Bekannte, Freunde und Kollegen. Hier ein Plausch, da ein Schwatz…..die Zeit verging wie im Flug. Vom tollen Programm habe ich am 1. Tag überhaupt nichts mitbekommen. Ab und an gönnte ich mir ein leckeres Weißbier – ansonsten stand der Samstag voll und ganz in Diensten der Kontaktpflege!
Viel zu schnell verkündete dann eine Lautsprecherstimme das Ende des 1. Messetages. Mit einer Gruppe ging es dann, nach dem einchecken ins Hotel, zu einem Restaurant in der Nähe, wo wir noch ein paar heitere Stunden bei Speis und Trank verbrachten.
Am Messesonntag widmete ich mich dann schon verstärkt diversen Wurfdemos und den Fliegenbindern in den heiligen Hallen des ehemaligen Klosters. Auch 2017 waren wieder zahlreiche Experten und Spezialisten aus der Szene vor Ort und boten ein tolles Programm. Besonders beeindruckend waren die Wurfdemos und Vorträge von Martin Clemm, der eindrucksvoll zeigte, das auch Menschen mit körperlichen Handicaps durchaus die Fliegenfischerei betreiben können. Sehr humorvoll, wie immer, hielt Christopher Rownes seine Demo ab. Der Wahlschweizer mit britischen Wurzeln sorgte wieder für zahlreiche Lacher am Wurfpool. Als dann auf seine Frage, warum die Forelle denn schlechte Laune hätte und nicht beißen will aus dem Publikum der Zuruf „Wegen dem Brexit!“ erfolgte, ertönte schallendes Gelächter.
Wieder mit dabei war Ken Middlemist, der seinerzeit beruflich für Hardy Lachsfliegen gebunden hatte……und das aus der Hand und ohne Bindestock. Man kennt ihn aus dem Film „The Lost world of Mr. Hardy“. Zum ersten Mal dabei war Konstantin Karagyozov aus Bulgarien. Eine seiner Fliegen hatte ja eine wichtige Rolle bei „Fliegenfiascher mit Herz“ gespielt – die Kody’s Shrimp. Gefreut habe ich mich auch über meine erste persönliche Begegnung mit Corinna Leppin vom Magazin Fliegenfischen. Ansonsten kannte ich die stets gut gelaunte Hamburgerin ja nur durch den telefonischen Kontakt.
Für die Besucher in Fürstenfeldbruck gab es natürlich auch ansonsten viel zu sehen. Gerät und Material ohne Ende und auch zahlreiche Urlaubsdestinationen wurden feil geboten. So stellte auch ein bosnischer Anbieter aus und ich war schon angenehm überrascht einige Gesichter von meinem Trip im letzten Jahr wieder zu sehen. Da Bilder oftmals mehr sagen, wie tausend Worte nachfolgend einige Impressionen:

Mit einer neuen Rute im Gepäck, der WINSTON Air in 9′ und Klasse #5, die ich bei Flyfishing Europe geholte hatte, trat ich am Montag zusammen mit Dirk und Susanne den Heimweg an. Natürlich juckte es nun in den Fingern und so stand ich schon am darauf folgenden Mittwoch wieder im Wasser der Rur, um die ersten Würfe mit dem neuen Gerät zu wagen. Leider waren die äußeren Bedingungen dieses Mal nicht so gut wie am Freitag zuvor. Dennoch drillte ich schon nach wenigen Würfen die erste Regenbogenforelle. Die neue Rute sollte sich also sehr schnell bewähren. Danach war aber Schluss mit lustig und das Flossenwild entzog sich meinen Nachstellungen. Erst der Wechsel auf eine Klinkhammer lockte dann eine weitere Forelle hoch. Diese schlitzte dann aber leider während des Drills aus.


Apropos Rur……in der aktuellen „Fliegenfischen“ stelle ich den schönen Fluss ausführlich vor. Zu lesen ab Seite 66. Kommen wir doch zur aktuellen Ausgabe des Printmagazins. Hier der Blick auf das Titelbild:

Inhaltlich bietet das Heft folgende Themen:

Frisches Grün und neuer Schnee – Thomas Wölfle über die Forellenfischerei im April
Auch starke Forellen haben schwache Momente – Harry Bayler fängt die großen mit der Trockenfliege
Sasa’s Maifliegen – Radomir Mirkovic stellt ein Maifligenmuster von Sasa Stosic vor
Sternstunden im Stillwasser – Steffen Schulz über die Hecht- und Zanderfischerei in Talsperren
Die Beutetiere der Meerforelle – Terkel Broe Christensen kennt sie und stellt sie vor
Die neue Klasse für die Küste – Bernd Kuleisa empfiehlt die Klasse #6
Fischchen – Fliegen – Streamer? Roman Moser kennt gute Gründe dafür
Leserbriefe – Briefe an die Redaktion
Momente – Winziger Fisch, großer Moment
Gewässer-Guide – Italien: Operastion Marmorata am Eggentaler Bach und Passer; Deutschland – Alb im Nordschwarzwald und die Rur in der Nordeifel und am Niederrhein; Norwegen: Gjøvik, Hemsedal und Hardangervidda; Island: Valsna und Haidarvatn; Österreich: Bregenzerwald und Voralberg

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 04/2017!!!

Träume dein Leben oder lebe deinen Traum……

Derzeit überlege ich gerade, wo mich das Fliegenfischerjahr 2017 hinführen wird. Es juckt in den Knochen und gerne würde ich mal wieder etwas abgefahrenes unternehmen. Irgendwie fehlt mir jedoch ein wenig der Anschluss. Einige Fischerfreunde von mir halten sich in diesem Jahr aus unterschiedlichsten Gründen zurück, andere haben ihren Traum schon gebucht und fahren schon an die Traumdestinationen auf dem Globus.
Die Auswahl was man machen könnte ist groß: Neuseeland, Los Roques, Puerto Rico, Schwedisch Lappland, Kanada, Alaska, Island, Grönland, Mongolei, Kamtschatka, Patagonien usw..
Eines ist allen Zielen gemein – das ist beileibe kein billiger Spass UND……..man geht ungern alleine auf Trips, bei denen man die halbe Welt umfliegt.
Patagonien ist übrigens ein gutes Stichwort. Vor ein paar Jahren hat man mir angeboten dort hinzureisen. Ein Veranstalter, respektive Mitbetreiber einer Lodge hatte mir einen großzügigen Rabatt eingeräumt gehabt. Wahrgenommen habe ich Offerte damals nicht. Es wäre trotzdem eine gute Stange Geld dabei drauf gegangen und ich war mir damals nicht sicher ob es das wert wäre.
Dem kann ich (aus eigener leidlicher Erfahrung) aber ebenso entgegesetzen, das man nur einmal lebt und das bescheidene, irdische Dasein schnell vorbei sein kann.
Man ist das blühende Leben und innerhalb weniger Stunden ist man kurz davor seinen letzten Atemzug zu machen – sprich den Löffel abzugeben. Glauben Sie nicht? Ist so! Selbst erlebt!!!
Es mag knapp 10 Jahre her sein. Ich war arbeiten und laborierte längere Zeit an einer leichten Grippe. In der Mittagspause war ich noch fit und scherzete mit den Kollegen rum. Am späten Nachmittag bekam ich dann Fieber mit Schüttelfrost. Am Abend schmerzte die Seite. Mir ging es immer dreckiger und ich legte mich hin. Dann wurde ich wach und musste aufs Örtchen. Doch von diesem kam ich nicht mehr runter, weil mein Kreislauf zusammen brach. Ich rief meine Frau und die bestellte einen Krankenwagen. Natürlich wurde ich in die Klinik eingeliefert – Diagnose: Lungenentzündung. Am darauf folgenden Vormittag verschlechterte sie mein Zustand rapide. Als meine Finger, Zehen und die Zunge anfingen taub zu werden klingelte ich nach der Schwester. Sie konnte keinen Puls mehr fühlen und auch keinen Blutdruck mehr verläßlich messen. 60 zu 40……ein wenig niedrig. Panisch wurde der Chefarzt her zitiert und der ließ mich sofort auf die Intensivstation bringen. Diagnose: Sepsis (Blutvergiftung)!!!!
Meine Organe fingen an zu versagen und nun war die Lage äußerst ernst. Man verabreichte mir einen Cocktail an exotischen Antibiotikas. Wenn die nicht anschlagen würden, so wusste man seitens des medizinischen Personals, dann…………..Schluß, aus, vorbei!!!!
Doch die Therapie zeigte Wirkung und schon einen Tag später konnte ich mein Bettchen auf der Intensivstation räumen. Der verantwortliche Arzt schaute vorbei und meinte: „Herr Henkes,ich freue mich sie jetzt so hier zu sehen. Ehrlich gesagt – wir wussten gestern nicht, wie wir Sie über den Tag bringen sollten! Das war richtig eng!“
Warum ich meine, sagen wir mal „Nahtoderfahrung“ hier niederschreibe?
Nun inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen, aber seinerzeit ist mir eines bewußt geworden: Man lebt nur einmal und das letzte Hemd hat keine Taschen!!! Es gibt nichts was man mit ins Jenseits nimmt. Geniessen tut man zu Lebzeiten!!!
Doch bauen wir doch noch einmal eine Brücke zu Patagonien und dem ausgeschlagenen Angebot von damals:
Ich wurde heute auf ein Video aufmerksam gemacht, welches exakt an dieser Lokalität entstand. Es ist einerseits beeindruckend und wunderschön, zeigt aber auch auf was ich bislang verpasst habe. In dem Video wird eine Reise von Mirjana Pavlic, Geschäftsführerin von Flyfishing Europe (FFE) an eben diesen sagenumwobenen Ort dokumentiert.
Zugegeben ich kenne die Geschäftsfrau und Fliegenfischeramazone nun schon ein paar Jahre, aber dieses Video zeigt eine mir bislang fast unbekannte Seite der gebürtigen Slowenin. Authentisch und natürlich sieht man sie jubeln und fluchen. Sie zeigt das Temperament einer Frau, die ihre Wurzeln auf dem Balkan hat……..lebendig und ungeschönt.
Sie selber titelt: Ich habe mich verliebt! Nein, nicht in einen Mann, sondern in eine Traumdestination. Dem Jurassic Lake und dem Rio Gallegos in Patagonien, in der Provinz Santa Cruz in Argentinien.
Wer Mirjana Pavlic nur als Geschäftsfrau kennt, der wird sie in dem schönen Video kaum wieder erkennen. Emotional, hingerissen zwischen Erfolg und Misserfolg, zeigt sie ihre ganz private Seite. Und mal ehrlich……..es ist verständlich!!! Am Lago Strobel (Jurassic Lake) fängt man reihenweise Regenbogner, die man hierzulande mit viel Glück einmal im Jahr verhaften darf. Das grenzt schon fast an „Schwerstarbeit“!!!
Dann noch die prächtigen Bachforellen aus dem Rio Gallegos…..man kann ihre neue Leidenschaft….ihre Verliebtheit geradezu nachvollziehen.
Mirjana hat sicherlich nicht den letzten Trip dorthin unternommen und ich ertappe mich gerade dabei ernsthaft darüber nachzudenken es ihr irgendwann gleich zu tun!!!!
Wie heißt es doch so schön: Man lebt nur einmal!!!!
Ach….nun habe ich ja noch gar nicht das Video, das eigentlich entscheidende vorgestellt!!!!
Bitteschön……..ansehen und genießen – ein rauhes und karges Terrain mit einer einmaligen Fischerei:

Es stellt sich mir nun die Frage, ob ich mein Leben träumen soll, oder meinen Traum (aus)leben soll!!! Was meint Ihr????? Wie gesagt: Das Leben ist kurz und man nimmt nichts mit auf die andere Seite!!!!!

Bescheidener Start….aber viel „Frühling“

Am Wochenende startete ich an meinem „Hausgewässer“, der Rur bei Düren in die neue Saison. Zumindest, wenn man von den ersten Tripps am niederländischen „Fliegenfischerforellenpuff“ absieht.
Wer mich näher kennt, der weiss das ich meine arbeitnehmerische Wirkungsstätte vom heimischen Niederkrüchten ins ferne Köln verlegt habe. Somit bietet es sich natürlich an bei entsprechender Gelegenheit (Wetter und Wasserstand) nach der Arbeit die Rurstrecke in Düren zu besuchen. Das tat ich dann am Freitag auch. Es passte (fast) alles……das Wetter war bestens und lediglich der Wasserstand war ein wenig niedrig.
Nachdem ich die Ausrüstung klar gemacht hatte, ging es dann im Eilschritt zu den Ufern der Rur. Schnell noch eine Nassfliege an das Vorfach gebunden und schon konnten die ersten Würfe am Vereinsgewässer gemacht werden. Schon nach kurzer Zeit meldete eine Forelle Interesse an, doch leider ging der Anhieb ins Leere. Das ließ sich ja gut an! Doch der Eindruck täuschte – kein einziger Biss konnte in den folgenden Stunden verzeichnet werden. Doch es war ja nicht aller Tage Abend. Am Tag drauf war ich mit meinem Fischerfreund Werner verabredet. Gemeinsam wollten wir zurückkehren, um die Flossenträger zu ärgern. Dieses Mal schon am Vormittag, was sicher erfolgsversprechender sein würde!
Doch meine Hoffnungen für den Samstag erstickten bald im Keim. Die Fischerei gestaltete sich wieder einmal zäh. Erst nach vielen Würfen und einem Platzwechsel konnte Werner sein erstes „Rurforellchen“ landen. Für mich sah es sogar noch schlechter aus -es wollte einfach nichts beißen.
Erst als wir an der Kuhbrücke angelangt waren, hatte ich exakt an der gleichen Stelle wie am Vortag den ersten Kontakt. Dieses Mal saß der Anhieb, doch nach kurzem Drill stieg die vermeintlich schönere Forelle vorzeitig aus. Wenn man kein Glück hat, dann kommt auch oft noch Pech dazu!!!
Alle weiteren Versuche blieben dann erfolglos. Egal welche Stelle wir ansteuerten…..dier Rur schien wie leer gefischt.
Da fragt man sich bisweilen wo die ganzen Fische hin sind. Wo waren die Äschen vom Vorjahr hin? Sind sie in den Mägen der unseeligen schwarzen Vögel gewandert? Wo waren die Forellen, die uns in der letzten Saison soviel Kurzweil und Freude gemacht hatten? Waren auch sie das Opfer der Vögel oder von zweibeinigen Kormoranen mit Angelrute geworden? Hatten die Fische den Winter nicht überstanden?
Mir blieb also nichts anderes, wie ein paar schöne Frühlingsimpressionen fest zu halten. Die quälenden Fragen werden sich sicherlich im Lauf der Saison klären lassen. Nachfolgend ein paar Impressionen vom Wochenende:

Wenn Sie mehr über diesen schönen Fluss erfahren möchten………ich stelle ihn in der kommenden Ausgabe von „Fliegenfischen“ näher vor. Die Reise geht von der Quelle bis zur Mündung.
Am kommenden Wochenende findet wieder die Erlebniswelt Fliegenfischen (kurz EWF) im bayrischen Fürstenfeldbruck statt. Folglich werde ich nicht zum Fischen kommen sondern Europas größte Messe / Fachveranstaltung für das Fliegenfischen besuchen.

Ich kann nur empfehlen auch selbst einmal den Weg ins bayrische Fürstenfeldbruck auf sich zu nehmen, denn dort trifft sich das „Who is who“ der Fliegenfischerszene. Gespannt bin ich auf die Vorträge und Demos von Martin Clemm (www.30reasonsmovie.com), der seine Passion trotz Querschnittslämung weiter ausübt, auf den Fliegenbinder Ken Middlemist, der seinerzeit Lachsfliegen für Hardy in der Hand gebunden hat und auf den Vortrag „Fliegenfischen in der Neretva“ von Valentin Muhaxheri. Sollten Sie noch unentschlossen sein……schauen Sie einfach mal auf die Liste der Akteure und Firmen, die vor Ort sein werden. Sicher ist da auch etwas für Sie dabei! Nachfolgend ein paar Direktlinks:
Werfer auf der EWF 2017
Fliegenbinder auf der EWF 2017
Das Vortragsprogramm auf der EWF 2017
Die Aussteller auf der EWF 2017
Natürlich freue ich mich auch riesig darauf den ein oder anderen Fliegenfischerfreund, -kollegen und Facebook-Buddie zu treffen oder wieder zu sehen. Man sieht sich also in Fürstenfeldbruck??
Natürlich werde ich im Rahmen des Blogs ausführlich über meinen Besuch der EWF berichten!

Kurz vor Saisonbeginn…..Sonne satt und schöne Stunden

Das zweite Märzwochenende stand für mich ganz unter dem Sternzeichen „Fliegenfischen“. Nun, die Astronomen unter euch wissen natürlich, das es das nicht wirklich gibt, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Jedenfalls kam die Fliegenfischerei am vergangenen Wochenende nicht zu kurz!
Zunächst ging es für mich an den Möhnesee, wo Flyfishing Europe (FFE) die seit vielen Jahren obligatorische „Frühjahrsshow“ veranstaltete. Jedes Jahr ist im März auf der Linkstrasse im beschaulichen Ortsteil Delecke / Möhnesee ordentlich etwas los – zumindest was die Fliegenfischerei anbetrifft. So auch in diesem Jahr.
Mirjana Pavlic zeigte auch 2017 mal wieder, dass sie eine gute Gastgeberin ist. Sie hatte wieder einmal weder Kosten, noch Mühen gescheut. um ein entsprechendes Ambiente bei der Hausmesse bieten zu können. Freigetränke, Würstchen und Knabbereien inbegriffen.
Zahlreiche internationale Größen standen für Binde- und Wurfdemos zur Verfügung und ein ganzer Stab von Mitarbeitern versorgte die Gäste mit Informationen zu den neuen Produkten des Jahres 2017 aus dem Produktportfolio des Fliegenfischerfachhandels.
Mit Cyril Bailly, Eddy Zauner, Thibaut Giband und Sébastien Walker waren gleich einmal vier Franzosen am Start. Cyril ist ein begbadeter Binder, ebenso wie Eddy. Thibaut unterhielt die Gäste mit lehrreichen Wurfdemos und stand bezüglich des Scott – Rutenprogramms fachkundig zur Verfügung. Sébastien vertritt FFE seit einigen Jahren auf dem französischen Markt. Mit Günni Sareyka (Meerforellenfliegen und Garnelenmuster), Wolfgang Wache (Hechtfliegen), Peter Joest (Streamer für das Süß- und Salzwasser), sowie André Scholz (Effektive Lachsfliegen) ergänzten vier Deutsche Experten die sechsköpfige „Bindertruppe“.
André Scholz hielt überdies eine äußerst lehrreiche Wurfvorführung zum Thema „Umgang mit der Zweihandrute“ ab. Vom Gerät bis hin zum eigentlichen Wurf wurde alles behandelt. Keine Frage blieb offen! Kunststück, denn André hat einmal Sport studiert und kennt sich in der Didaktik somit bestens aus. Weiterhin stand René Didßun zur Verfügung und hielt als Markenrepräsentant von Salmologic eine Vorführung ab. Dieser war zwar im Vorfeld nicht angekündigt gewesen, bereicherte das Team der Werfer aber ungemein. Somit war sowohl das Einhand-, als auch das Zweihandlager bestens bedient.
Ebenfalls zur Verfügung standen Stefan Schmid und Sascha Bachmann. Die beiden Schweizer sind Produktrepräsentanten für eine Fülle von Firmen. Unter anderem SIMMS‘, Scientific Anglers und viele mehr. Apropos Scientific Anglers………. – Jeder kennt diese Firma wohl als Lieferant hochwertiger Fliegenschnüre. Hier setzte Stefan dieses Mal an und referierte über die Entwicklung und Entstehung einer Fliegenschnur. Der Aufbau von der Seele bis zum Taper bzw. Coating wurde deutlich gemacht. Ebenso intensiv wurde auf die vielfältigen Eigenschaften der Schnur eingegangen. Kein Wunder das der Vortrag viel Zuspruch erhielt.
Ein paar Gäste auf der Frühjahrsmesse waren sogar aus dem schweizerischen Emmental angereist. Kurz nach meiner Ankunft bekam ich eine WhattsApp – „Sind in zwanzig Minuten da!“. Das ist schon ein Hammer. Sieben Stunden Anreise nahm mann in Kauf , um die Veranstaltung zu besuchen! Wolf……Du bist im positiven Sinne verrückt!!!!
Was habe ich auf dieser Veranstaltung mitgenommen? Nun…..es ist immer wieder schön Bekannte und Freunde zju treffen, die man ansonsten nicht sieht, weil die räumliche Nähe einfach nicht da ist. Neben den Tipps und Tricks der Binde- und Wurfspezialisten erhät man natürlich Einblick auf Produktneuheiten des Lieferprogramms von Flyfishing Europe.
In diesem Jahr hatte es mir die Winston Air besonders angetan. Die habe ich mir natürlich genau angesehen und auch Probe geworfen. Kohlefaserruten und Glasruten mit dem neuen Nano – Harz werden ja von vielen Herstellern angeboten, aber eine Kohlefaser – / Boron – Compoundrute mit Nano – Technologie….die hat meines Wissens nach nur WINSTON aus Twin Bridges / Montana (USA) im Programm. Ein Träumchen!!! (Würde der Horst Lichter jetzt sagen)
Tatsächlich geht man bei dieser Rutenserie optisch keine neuen Wege, aber das man ein außergwöhnliches Sportgerät in der Hand hält merkt man schon bei den ersten Leerwürfen. Das kann man aber angesichts des Peises auch freilich verlangen!
Hatte ich es schon erwähnt? Die charmante Inhaberin von Flyfishing Europe scheint einen besonderen Draht zu Petrus zu haben, denn an diesem Wochenende war wieder „Kaiserwetter“ angesagt. Kaum eine Wolke trübte den Himmel über dem Möhnesee!!!
Die Veranstaltung war wieder richtig gut gelungen. Wer dieses Highlight noch nie besucht hat, der sollte zumindest einmal über eine Aufwartung nachdenken. Nicht umsonst gehört die Frühjahrsmesse bei Flyfishing Europe schon seit Jahren zu meinem „Pflichtprogramm“.
Es ist immer „doof“ nicht dabei gewesen zu sein!!!
Letztendlich sollte man auch der Organisation eines solch tollen Meetings entsprechend Respekt zollen. Die Arbeit im Vorfeld, sowie all die Kosten und Mühen sind da nicht zu unterschätzen. Wer mich kennt, der weiß das ich mit meinem Fotoapparat „verwachsen“ bin. Von daher habe ich eine kleine Galerie voller Impressionen mit nach Hause gebracht.

Ein toll gemachtes Video von der Veranstaltung, erstellt und produziert von Bodo Kürbs, findet ihr hier:

Abschließend noch einen großen Dank an die Gastgeberin – Das war wieder ein richtig schönes „Happening“ und das Münsterländer „Potts“ Landbier schmeckt zu den leckeren Würstchen so richtig gut. Somit waren alles Sinne bestens bedient und verwöhnt!

Sonntag zog es mich, angesichts des schönen Wetters, ans Wasser. Die Schonzeit weilt ja leider noch bis heute Nacht (dem 16.03.2017 um 00:00 Uhr), aber das tolle Wetter mit Sonnenschein und zweistelligen Temperaturen wollte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen!
Ziel war wieder einmal die Anlage „De ronde Bleek“ in Sterksel (nahe Eindhoven in den Niederlanden). Drei Dinge hatte ich mir vorgenommen:
1.): Angeln in den Kreeken
2.): Angeln vom Floß aus – auf dem Hauptsee
3.): Ranführung meiner Tochter an die Fischerei
Was soll ich sagen? Der Tag war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg!
Zunächst versuchte ich mich an den flachen Wasserläufen rund um den Hauptsee. Die Regenbogenforellen waren äußerst aktiv und raubten an der Oberfläche. Immer wieder sah man Bugwellen oder Ringe von steigenden Fischen. Doch der Erfolg bei mir hielt sich in Grenzen. Ich war scharf darauf einen Regenbogner mit der Trockenfliege zu überlisten, stieß bei der Auswahl der Muster auf wenig Gegenliebe. Irgendwann kam ich auf die Idee eine Nassfliege (Olive Spider) trocken zu fischen. Prompt kam der erste Biss! Jedoch verabschiedete sich mein Gegner nach kurzer und heftiger Gegenwehr. Und das mit dem Köder!
Hinter mir, im Hauptsee, zogen die Nebenbuhler dagegen Forelle auf Forelle aus dem Wasser.
Nun gut….irgendwann erbarmte sich auch bei mir eine weitere Trutte und ich schlug an, als ich den verdächtigen Ring in unmittelbarer Nähe meiner Flieger wahrnahm.
Danach tanzte der Teufel, denn ich hatte einen Regenbogner von annähernd 50 Zentimetern von außen gehakt. Dennoch hielt der Haken und mit viel Mühe konnte ich den Fisch landen! Ein nur halbwegs befriedigender Erfolg!
Anschließend entschloß ich mich dazu den See mit einem Floß abzuklopfen. Dort waren die Forellen äußerst aktiv und meine „Mitfischer“ hatten recht gut gefangen.
Außerdem hatte meine Tochter Spass wie Bolle bei dem Gedanken auf den See hinaus zu schippern! Gesagt….getan! Ich fuhr also eine vielversprechende Stelle an und wechselte auf Streamer. innerhalb kurzer Zeit verhaftete ich dann drei Regenbogner der 45+ bis 50+ – Klasse. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der wenig herausfordernden Fischerei nahm ich Punkt drei der Tagesordnung in Angriff – Meine Tochter sollte heute ihren ersten Fisch fangen!!!!
Ich beendete also meine Fischerei und widmete mich ganz der Kleinen. Anhand eines Crashkurses wollte ich ihr die Werferei mit der Fliegenrute beibringen. Zuviel gewollt! Somit übernahm ich die Wurfgeschichte und jedemal wenn die Nymphge auf Weite war, drückte ich der Kleinen die Rute in die Hand, damit sie diese mit kurzen Strips einholt.
Was soll ich sagen? Sie fing schon bald die ersten Forellen! Keine Riesen, aber eben selbst gefangen. Die dritte hatte dann auch ein verwertbares Maß. „Jonas“ (so hat sie diese getauft) liegt nun in unserer Tiefkühltruhe und wird ihr erstes selbstgefangenes Mittagessen darstellen. Schande über mich………..ich hatte meiner Frau eröffnet, das wir für zwei oder drei Stündchen zum „Ronden Bleek“ fahren. Am Ende waren es dann fast acht derer!!! Aber egal – es war ein richtig schöner Mittag, der nach Wiederholung schreit!!!!! Ich gestatte mir auch hier ein paar bildhafte Dokumente:

Zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe naht das Ende der Schonzeit. Genauer gesagt sind es keine fünf Stunden mehr! Ich bin einmal gespannt, was mich dieses Jahr erwartet. Zunächst aber zweifelsfrei ein holpriger Saisonbeginn, denn die Wetteraussichten für die ersten Tage der Saison sind ja nicht gerade rosig!!!
Ich freue mich dennoch auf viele schöne Stunden in der Natur am Fischwasser!