Ich bin wieder hier………

„Ich bin wieder hier…….in meinem Revier“, so titelte einst Marius-Müller Westernhagen. Zugegeben, von mir gab es zuletzt sowohl im Rahmen des Blogs, als auch hinsichtlich der Webseite www.fliegenfischen-deutschland.de wenig neues. Vor noch nicht einmal zwei Monaten hätte ich auch niemals damit gerechnet, dass sich mein Leben total verändern würde. Somit bin ich nicht dazu gekommen fischen zu gehen (bis auf eine Ausnahme) und auch eigentlich angedachte Blogbeiträge wurden von mir nicht in Angriff genommen.
Dummerweise hat mein alter Arbeitgeber die Insolvenz angemeldet und das gerade nachdem ichmir ein passendes „Fliegenfischervehikel“ angeschafft hatte. So etwas bezahlt man als Arbeitnehmer eines mittelständischen Unternehmens natürlich nicht aus der Portokasse. Gottlob bekam ich aber recht bald ein lukratives Angebot hinsichtlich einer anderen Arbeitsstelle. Nun musste ich also abwägen welchen Weg ich künftig gehen möchte. Sollte ich die prekäre Situation hinsichtlich einer ungewissen Zukunft einfach aussitzen, oder aber auf eine neue Zukunft bauen?
In einer solchen Situation hat man dann definitiv den Kopf nicht mehr frei!!!
So langsam glätten sich die Wogen und es zieht wieder langsam so etwas wie „Alltag“ ein. Die raue See ist verlassen und ein hoffentlich sicherer Hafen angesteuert.
Doch nun zu dem, was hier wirklich von Interesse ist:
Mitte August hatte ich mich dazu durchgerungen einmal dem French Nymphing auf den Grund zu gehen, sprich einen Kursus beim Alex „Flybei“ Keus (www.flybei.de) zu buchen. Im Vorfeld erfuhtr ich, das es mit zwei weiteren Instruktoren, sowie den entsprechenden Kursteilnehmern an die Amel nach Belgien gehen würde. Zu diesem Zeitüunkt hatte ich die „Ambleve“ (auf Deutsch eben „Amel“) gar nicht auf dem Schirm.
Gespannt war ich auf die Lektionen im Stil des europäischen Nymphens…..an diesem Tag halt French Nymphing. Mir Philippe Hardy stand uns sogar ein Mitglied der belgischen Nationalmannschaft im Fliegenfischen zur Verfügung. Belgien als Lehrgangsort und der Belgier Philippe als Mentor sind im übrigen bezeichnend für diese Art der Fischerei. Warum?
Nun, wir erfuhren zum Beispiel woher der Begriff „French Nymphing“ seinen Ursprung hat. Jetzt würde man zunächst einmal erwarten das die Franzosen Urheber sind. Weit gefehlt – Die Belgier haben diese Methode bei einer Meisterschaft in Frankreich aus der Taufe gehoben. Im Gegensatz zum Czech Nymphing wird hier etwas mehr auf Distanz gefischt. Ich versuche das einmal kurz und knapp zu umschreiben:
Im Prinzip fischt man mit einer langen, aber dennoch leichten Fliegenrute, wobei extrem lange Vorfächer verwendet werden. Die eigentliche Fliegenschnur kommt in der Regel überhaupt nicht zum Einsatz. Das Vorfach ist abgestuft und besitzt vor dem eigentlichen Tippet eine fluofarbene Nylonsektion. Diese dient aber nicht als Bissanzeiger, sondern als Sichthilfe um eine optimale Führung der Nymphen zu gewährleisten. Nymphen? Ja…..denn klassisch wird ein Springersystem genutzt. Eine etwas schwerere Nymphe,als Springer, die dann eine kleine und leichte Nymphe auf Tiefe bringt.
Essentiell ist aber, wie schon erwähnt, die absolut akkurate Köderführung in natürlicher Drift. Dadurch sollen zwei Effekte erzeugt werden. Zum einen sollen auch mißtrauische Fische ans Band geholt werden und zum anderen sollen durch diese feine Methode auch die kleinsten „Anfasser“ zum Erfolg geführt werden.
Die Schnur (hier das Vorfach) wird mit dem Finger an den Rutenblank gedrückt, damit man stets fühlt, wenn ein Fisch beißt. Die entsprechenden Ruten sind jenseits der 9′ lang (idealerweise 10′ oder 11′) und gehören der AFTMA-Klasse # 3-4 an.
Nicht jeder mag diese Art der Fischerei, denn die Werferei ist mit dem klassischen Wurf nicht vergleichbar. Ubestritten ist aber die Effizienz dieser Art von Fliegenfischerei. Vor allem, wenn aufgrund der Strömungsgeschwindigkeit nur kurze Driften kontrolliert möglich sind, ist das French Nymphing eine echte Alternative.
Wer jetzt denkt das die Ansprüche bezüglich der Wurftechnik „sehr begrenzt“ sind, ist ebenfalls auf dem Holzdampfer, denn lediglich die beiden Nymphen bilden das Wurfgewicht. Das Vorfach muss aber unmittelbar nach dem Abschluss des Wurfes gestreckt sein und sollte lediglich einen leichten Bauch aufweisen. Versuchen Sie das einmal…….Sie werden anfangs verzweifeln!!!
In der Regel wirft man Backhand oder nutzt die Spannung des Strömungsdruckes am Ende einer Drift aus. Ich werde thematisch aber sicher noch einmal detailierter auf die Geschichte genauer eingehen.
Der Tag an der Amel war, trotz Hitze, dennoch äußerst spassig und lehrreich. Während Alex uns morgens mit Rat und Tat zur Seite stand, übernahm Philippe den Mittagspart. Das diese Methode erolgreich ist konnte ich selber erfahren. Einige schöne Bachforellen, sowie zwei Äschen konnte ich dem malerischen Fluß „entreißen“. Nach dem Kursende fischten wir noch ein wenig weiter und Alex zeigte uns noch sein Können. Er fing den Fisch des Tages – eine Barbe von deutlich mehr als 60 Zentimetern! Wer nun neugierig geworden ist, der ist bei Alex bestens aufgehoben. Er beherrscht diese Art zu fischen exzellent und ist äußerst erfolgreich damit. Zudem ist er ein sehr guter Instruktor, der perfekt auf den „Schüler“ eingehen kann.
Nachfolgend noch ein paar Impressionen:

Inzwischen sind auch die aktuellen Ausgaben der wichtigen deutschen Printmagzinen bezüglich der Fliegenfischerei im Handel erhältlich. Werfen wir der Reihe nach einen Blick auf den Heftinhalt. Den Anfang macht „Fliegenfischen“. In der nun aktuellen Ausgabe 05/2016 findet man auch einen Gewässerreport von mir:

Fliegenfischen05_16

Kommen wir nun zu den Artikeln des Printmagazines:

Notizbuch – Neues aus der Szene
Plädoyer für die Trockenfliege – Peter Corzilius hat gewichtige Argumente für die Trockene
Zander in Zeitlupe – Steffen Schulz beschreibt die Sommerfischerei auf Zander mit der Fliege
Eine Hommage an Walter Brunner – Brunner steht nicht nur für Gespliesste…meint Walter Reisinger
Salto Mortale und Selbstmordwurm – Roman Moser erklärt was Heuschrecken mit Würmern zu tun haben
Auf die sanfte Tour – Sind leichte Ruten der Klassen # 1 bis 3 Spielzeug? Nein…meint Thomas Wölfle
Hechte lieben XXL – Jonas Hölz mag es „extra large“ und der Raubfisch auch
Die Sache mit dem Plopp – Radomir Mirkovic stellt die „Bambula“ vor
Pressi statt Messi – Edwin Hartwich stellt die „Pressi“ vor
Leserbriefe – Briefe der Leser an die Redaktion
Momente – Momentaufnahmen am Wasser
Gewässerguide – Österreich: Torrener Ache; Dänemark: Langeland und Jütland / Arrild Fiskesö ; Luxemburg: Sauer und Our; Kroatien: Gacka
…………und natürlich die Vorschau auf Ausgabe 6 / 2016

Auch die Fisch & Fliege ist inzwischen erhältlich:

Fisch&Fliege47

Nun der Blick auf den Inhalt des Heftes:

PRAXIS
…in Sachen Trockenfliegen – Jan Aben wirft einen Blick auf Oberflächernmuster
Wichtige Wurfanalyse – Abläufe im Detail von Jonas Hölz
Fischen mit Sinkern – Andre Scholz erklärt wie man bei Hochwasser an den Lachs kommt
Spitzenschutz – Georg Christel schützt seine empfindlichen Rutenspitzen effektiv gegen Bruch
Dreidimensionaler Raum – Sie haben den interessanten Vortrag von Alex Flybei Keus verpasst? Macht nichts….hier können sie die Fakten nachlesen

REISE
Die Goldbarren Indiens– Markus Müller befischte den Masheer
Wo die Fahnen wehen – Barry Ord Clarke über die Glomma, ein Äschenparadies
Eine Perle im Frankenwald – Holger Herold stellt die zahme Rodach vor
Top-Zeit am Tidan – Marc Rädisch war am südschwedischen Tidan

REPORT
Die Seelen auf Reisen – Berichte der Gewinner vom Seele – Rutentest
Master of Puppets – Nikolas Bauer im Interview

FLIEGENBINDEN
Was kreucht und fleucht – Igor und Nadica Stancev binden die Upside Down Caddis
Kompaktes Köpfchen – Kleine Disc mit großer Wirkung…..von Daniela Mistelli
Alt aber gut – Hans Eiber über „Softhackles“
Alles Biots – natürliche Bindematerialien mit Pfiff….von Christian Kuchelmeister

GERÄT
Im Langzeittest – Die Superfine Glass von Orvis
Im Langzeittest – Die Beryll III von RST
Produkte – Neues am Markt

NEWS
News – Aktuelles aus der Szene

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe Nummer 48.

Ich hoffe nun, dass ich den Spätsommer und den Herbst oft am Wasser geniessen kann, denn ich bin derzeit chronisch „unterfischt“!

Chiemgau……..Spass wie Sau (Ein Reisebericht Teil 2)

Wer für die Fischerei in den Chiemgau fährt, der tut gut daran im Forellenhof der Familie Weiß einzuchecken. Warum? Nun, zum einen sind Herr (der Sepp) und Frau Weiß (die Annie) hervoragende Gastgeber und bestens hinsichtlich der Fliegenfischerei ausgestattet (vom Trockenraum für die Warbekleidung bis hin zum „Fischerstüberl“) und zum anderen hält man sich so die Option auf die drei Abschnitte der Weissen Traun oberhalb vom Höpflinger Wehr offen. Natürlich kann man dann auch ergänzend die Heger’schen Gewässer als Option wählen.
Da die Wettervorhersage am Sonntag bestes Sommerwetter für die nächsten zwei Tage voraus sagte, nahm ich letzte Option wahr und machte mich auf in die heiligen Hallen vom Heger, direkt am Ufer der Weissen Traun in Siegsdorf. Dort löste ich dann zwei Karten für die Deutsche Traun……einmal für die Stadtstrecke in Traunstein (Montag) und zum anderen für die Deutsche Traun „Traditionell“ (Dienstag).
Zugegeben …… der Tageskartenpreis für den letztgenannten Abschnitt der Traun ist exorbitant hoch und gerade dieser Part war beim letzten Mal, wo ich ihn befischt hatte, eine Enttäuschung, aber ich wollte an alte positive Erfahrungen der letzten Jahre anknüpfen! Würde das gelingen?
Es kam also auf einen Versuch an!

Tag 3 – Die Deutsche Traun in Traunstein
Der „jüngste“ Streckenabschnitt vom Rudi Heger ist die Stadtstrecke direkt in Traunstein. Diese geht von Kilometer 22,7 an der Schwimmbadbrücke bis hinunter zum großen Eisenbahnviadukt. Für mich hat dieser Abschnitt in der letzten Zeit ein wenig der „Traun Traditionell“ den Rang abgelaufen. An der Stadtstrecke habe ich immer positive Erfahrungen gemacht und auch in diesem Jahr sollte sich daran nichts ändern…..ganz im Gegenteil!
Das ein Fluß nicht nur Lebensraum ist, sondern auch selber stetiger Wandlung unterzogen ist, musste ich direkt beim Eintreffen am „Traunstein“ in Höhe des Kindergartens an der Traunstrasse feststellen. In den letzten Jahren habe ich mit Vorliebe in dem dortigen Pool oberhalb eines Naturwehres gefischt. Dieses Vorhaben fiel nun aus, denn es gab einfach keinen Pool mehr. Dieser war völlig mit Flusskiesel verlandet, so dass sich dort nur noch eine schnelle Rausche befand. Der einstige Pool war nur noch wenige Zentimeter tief!
Mit wenig Erfolg, nämlich gar keinen, befischte ich den Zug oberhalb der Brücke an der Salinenstrasse. Das lag wohl auch daran, das ich einen uneingeladenen Begleiter aus dem Ort bekommen hatte, der nichts besseres zu tun hatte, als Steine in den Fluss zu pfeffern. Das fing ja schon gut an! Unterhalb des Wehres kaum Zuspruch auf die eingesetzten Fliegenmuster,……der junge Mann (augenscheinlich – na sagen wir mal „unbedarft“ und „unterbelichtet?“), der nichts böses wollend für Geschiebebetrieb sorgte und mir den Zug vor der Brücke versaute – ob das noch was werden würde?
Es sollte noch etwas werden……und wie!!! In Höhe der Haferlbrücke standen erfahrungsgemäß immer ein bis zwei Dutzend Forellen bis hin zur kapitalen Größe. Nur sind die in der Regel kaum mit der Fliege anzusprechen. Diese „Brückenforellen“ sind es nämlich gewohnt mit Brot gefüttert zu werden. Doch an diesem Tag schien alles anders zu sein. Die Fettflossenträger ließen sich dieses Mal tatsächlich recht gut mit diversen Fliegenmustern ansprechen. So verbrachte ich Stunden damit ihnen diverse Muster aufzutischen und fing Fisch auf Fisch. Da waren recht stattliche Bach- und Regenbogenforellen dabei.
Irgendwann wurde es dann Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause. Der Magen knurrte und ich hatte aufgrund des warmen Sommerwetters mächtig „Brand“. Also ging es mit der Familie zur Brauerei Schnitzelbaumer. Dort gibt es so mit das leckerste Weizen, welches ich kenne und auch essen kann man dort sehr gut. Auf der Terasse hat man desweiteren einen perfekten Ausblick auf die Stadt Traunstein.
Nach der Mittagspause zog es mich wieder ans Wasser und ich fischte die gleichen Stellen ab. Die Fische sollten sich ja inzwischen wieder beruhigt haben und auch vom „Steinewerfer“ war nichts mehr zu sehen. Unterhalb des Wehres am Traunstein konnte ich dann auch schnell ein paar Regenbogner überzeugen. Irgendwie zog es mich aber wieder zur Haferlbrücke! Da standen am Mittag ja echt fette „Klamotten“ rum. Wieder einmal verbrachte ich dort eine geraume Zeit. Abwechselnd servierte ich einen STeinfliegenimitation, eine Daddy Long Leg und einen Stimulator. Mit recht gutem Erfolg übrigens!
Mein Töchterchen hatte mich an diesem späten Nachmittag begleitet, während meine Frau am anderen Flußufer geblieben war.
Es dämmerte schon, als meine Stimulator abermals eine saubere Drift hinlegte. Genau auf einen Fisch zu, den ich schon lange anvisiert hatte. Aber er trotze meinen Bemühungen standhaft……..und ich glaubte es kaum: Dieses Mal reagierte er auf die Fliege!!!! Ich konnte sehen wie er sie musterte. Langsam bewegte er sich auf die Reizfliege zu und stieg auf. Der wird doch nicht? Doch, genau das passierte……..ruhig und bedächtig schlürfte er den Stimulator ein. Alter Falter – meine Nerven waren auf das äußerste gespannt. Dann der Anhieb…..und was dann folgte kann man kaum in Worte fassen!
Zunächst legte der gewaltige Regenbogner (wie sich dann in Folge heraus stellen sollte, eine Regenbognerin) rasante Fluchten ein. Immer wieder legte er dabei ein paar Sprünge ein und vollführte Luftakrobatik die beeindruckend und sehenswert war. Mein Gott….ich hatte 0,14er Vorfach drauf!!!! Der Fisch wog sicherlich and die 5 Pfund und übertraf damit die 2,3 Kilogramm lineare Tragkraft des Vorfaches deutlich. Würde es dennoch halten? Saß der Haken auch sicher? Nach einigen spektakulären Sprüngen, bei denen der Fisch eindrucksvoll ins Wasser platschte, wechselte dieser die Taktik. Er schoß stromab ins tiefere Wasser und setzte sich am gegenüber liegenden Ufer am Grund fest. Und mit fest meine ich auch fest!!! Ich konnte Ihn zeitweise nicht dazu bewegen aus seiner Deckung zu kommen! Was tun? Wie sollte ich die kapitale Forelle landen? Meine Tochter beobachtete gebannt das Schauspiel und auch meine Ftau war längst aufmerksam geworden. Irgendwann löster er sich dann doch vom Grund und es begannen für mich bange Minuten. Würde ich ihn keschern können? Nach ein paar vergeblichen Versuchen (ich bekam ihn einfach nicht über den Kescher), änderte ich die Taktik ebenfalls. Was der Fettflossenträger konnte, das kann ich schon lange!!!
Ich beschloß also den Fisch vorsichtig in das Flachwasser zu ziehen. Noch nie habe ich so um meine WINSTON Graphlite MP in #5 gebangt. Die bog sich nämlich bis ins Handteil. Das sah schon recht ungesund für das Material aus! Mein Vorhaben ging auf. Der Fisch lag kurze Zeit später auf der Seite im Flachwasserbereich. Nun hechtete ich hin und sicherte ihn mit dem Kescher. Puuuuh…….geschafft!!!
Doch was jetzt? Aus der Nähe sah ich erst wie gewaltig der Fisch war. Seit langem der größte Regenbogner, der mir ans Band gegangen war!!!! In der Not frißt der Teufel Fliegen und so musste Saskia (meine Tochter) den Fotografen mimen. Kurze Anweisungen von mir und los ging das Spiel. Ich denke, wenn man sich die Bilder ansieht: Sie hat einen tollen Job gemacht und ich bin ihr für die schönen Erinnerungsfotos auf ewig dankbar!!!!
Der Regenbogenrogner maß übrigens ziemlich genau 60 Zentimeter und war in äußerst guter Kondition. Gut 5 Pfund Kampfgewicht lassen mich diesen Drill so schnell nicht vergessen! Danach ließ ich es dann auch ruhig ausklingen. Erst süäter bemerkte ich, das es eine Gelegenheit gegeben hätte, damit meine Frau ebenfalls (trockenen Fusses) zu mir hätte kommen können.
Ich habe an diesem Tag wirklich gute Regenbogen – und Bachforellen fangen können. Darunter diesen Ausnahmefisch und……..ein Regenbogenforellchen, was kaum größer wie die Fliege war – so lang wie mein kleiner Finger. Ein Indiz für die natürliche Reproduktion in der Weissen bzw. Deutschen Traun. Nachfolgend ein paar Impressionen von einem Tag, der mir noch lange im Gedächnis bleiben wird:

Bleibt dran….es geht weiter mit der „Traditionell“ und den Erlebnissen von Dienstag!!!!

Chiemgau…….Spass wie Sau (Ein Reisebericht – Teil 1)

Letzte Woche, genauer gesagt am 16.07.2016, ging es für mich mit sammt Familie runter in eine der schönsten Ecken Deutschlands……dem Chiemgau.
Zum ersten Mal sollte es ein gemischter Urlaub werden – Familienaktivitäten und Fischerurlaub. Geht das? Rückblickend muss ich sagen: Ein Vollblutfliegenfischer ist und bleibt ein „Egomane“, sobald er Fettflossen sieht und so kam es wie es kommen musste – Papas war überwiegend am und im Wasser zu finden und Mutti war mit dem Töchterchen meist allein unterwegs.
Eine weitere Moral von der Geschicht:Viele Ruten brauchst Du nicht! Ich hatte zwar derer ein halbes Dutzend dabei, aber wirklich gebraucht habe ich lediglich zwei Stück. Am Sonntag Morgen habe ich meine WINSTON Graphlite MP in 9′ und Klasse #5 aufgebaut und diese wurde dann acht Tage später wieder demontiert. Lediglich meine Bachrute von 6′ in Klasse #3 hat zwischendurch einmal Fischwasser gesehen. Doch der Reihe nach:

Tag 1 Anreise

Kurz vor dem Urlaub hatte ich mir etwas gegönnt. Ein neuer Gebrauchter war fällig geworden. Die Auswahlkriterien waren schnell gesteckt: BMW, Automatik, Tempomat, Kombie, Diesel.
Soweit so gut…..schnell war das neue Fliegenfischerautomobil gefunden und wartete auf seinen ersten größeren Einsatz.
In der Nacht von Freitag auf Samstag, sprich am frühen Samstag Morgen ging es dann los in Richtung Chiemgau. Hab mein Wagen voll geladen……….! Das trifft es recht gut, denn neben dem Gepäck für drei Personen wurde auch nahezu die gesammte Fliegenfischerausrüstung verladen.
Nach diesem ersten „Kraftakt“ ging es dann auf die mehr als 750 Kilometer lange Strecke.
Irgendwann in den letzten Jahren habe ich einmal während der Rückfahrt von einer Montagetätigkeit meine wohlverdiente Pause am Blautopf in Blaubeuren verbracht. Dieser hatte es mir so angetan, dass ich diesen unbedingt meiner Familie mal zeigen wollte. Folglich hieß das erste Zwischenziel „Blautopf bei Blaubeuren“ – knapp 500 Kilometer von daheim entfernt.
Der Blautopf ist die Quelle der Blau, 21 Meter tief und weist einen Durchmesser von ca. 40 Metern auf. Der dort entspringende Karstfluss (Chalkstream) Blau mündet dann nach nur 22 Kilometern in die Donau.Ich kann jedem der bei schönem Wetter in die Nähe von Ulm kommt nur dazu anraten sich den Blautopf einmal anzusehen. Diesen Anblick vergisst man sein Leben nicht mehr!
Nachfolgend ein paar Impressionen:

Nach dem Abstecher an die Blauquelle ging es dann weiter Richtung Chiemgau, genauer gesagt zum Siegsdorfer Oertsteil Eisenärzt. Die ersten Kilometer fuhren wir durch das malerische Blautal. Bei Ulm ging es dann wieder auf die Autobahn. Bis München verlief die Reise dann auch reibungslos und hinter München herrschte dann Chaos. Wir kamen aus den Staus nicht wieder heraus. In Höhe von Aschau hatte ich dann sprichwörtlich „die Faxen dicke“ und wählte eine Alternativroute über diverse Landstrassen. Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser „Headquarter“ beim Sepp Weiß – den Forellenhof in Eisenärzt. Dort hatten wir für die kommenden Tage eine Ferienwohnung angemietet. Der erste Blick auf das Wasser versprach Gutes. Immerhin hatten mich im Vorfeld Sorgen geplagt, das es die Tage vorher doch ordentlich geschüttet hatte. Als ich Abends beim Sepp meine Karte für den Sonntag lösen wollte, traf ich auch auf Julian. Dieser hatte am Samstag mit seinen Kumpels so richtig abgeräumt. Gefreut habe ich mich auch über den Besuch von meinem Facebook – Buddy Alexander Wolf, der die Gelegenheit wahr genommen hatte mich persönlich kennen zu lernen. Am späten Abend fielen wir nach über 12 Stunden Anreise (inklusive der Stunde Pause am Blautopf), todmüde ins Bett.

Tag 2 – Erste Versuche an der Hausstrecke
Für die ersten Fischzüge am Sonntag dem 17.07.2016 hatte ich mir die „Hausstrecke“ des Forellenhofs ausgeguckt. Das ist der unterste Abschnitt, für den Josef Weiß Karten ausgibt. Die obere Grenze bildet das Wehr in der Nähe des Bahnhofs Eisenärzt, wobei das Höpflinger Wehr die untere Streckengrenze markiert. Auch der Kanal im Bereich der unteren Streckengrenze darf befischt werden. Am ersten Tag blieb ich dem Motto „Familienurlaub mit Fliegenfischereinlage“ noch recht treu. Morgens ging es an die Weisse Traun und am Mittag besuchte ich mit der Familie das Mammutmuseum in Siegsdorf. An der dortigen Brücke standen zig Forellen wie an der Perlenkette aufgereiht. Eigenartigerweise war der sanierte Kanal nun fast fischleer. Aber das Mammutmuseum wartete ja, wie schon erwähnt, auf uns. Immerhin habe ich mich selber auch sehr lange für Paläontologie und Mineralogie interessiert und besitze sogar selbst noch eine umfangreiche Sammlung. Nachdem wir uns die Exponate des Museums angesehen hatten, half ich meiner Tochter dabei auf dem Freigelände versteinerte Ammoniten, Haifischzähne und Maria Ecker Pfennige (Nummuliten) zu suchen. Mit den Haifischzähnen……..das wurde dann doch nichts, aber immerhin habe ich fünf versteinerte Ammoniten „bergen“ können.
Am späten Nachmittag, nach dem Museumsbesuch, ärgerte ich noch ein wenig die Fettflossenträger in der Weissen Traun. Zugegebenermaßen tat ich mich allerdings am ersten Tag etwas schwer und die Fangerfolge waren eher bescheiden. Nachfolgend ein paar Impressionen vom ersten Tag:

Schon ab Tag 3 widmete ich mich aber verstärkt der Fischerei, während meine Familieanderweitig die Gegend unsicher machte…..dazu aber später mehr!

Der wilde, wilde Westen………

Nein, es geht hier nicht um nordamerikanische Steppen und Grasländer! Anfang Juni war im Westen Deutschlands, vor allem in den Mittelgebirgsregionen der Eifel, Schluß mit lustig.
Es hatten sich weiträumig Tiefausläufer gebildet, von denen einer auf den anderen folgte und teils schwere Gewitter mit sich brachte. Regenmengen von unvorstellbarer Masse droschen auf weite Teile der Eifel ein. 70 Liter pro Quadratmeter waren nicht selten. Die Folge? Land unter!!!
Besorgt beobachtete ich die Entwicklung aus der Ferne und meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich…….die geplanten Angeltrips fielen sprichwörtlich ins Wasser. Schlimmer noch – an der Ahr wurden sogar Rekordpegelstände gemessen. Vielerorts gab es Hochwasserereignisse ungekannter Ausmaße!
Um die Entwicklung ein wenig zu verdeutlichen möchte ich einmal die Nachfolgenden Grafiken zur Verfügung stellen:

Faktisch sah das dann vor Ort so aus:

Die Bilder zeigen die dramatische Entwicklung an der Ahr auf. Kein Stein blieb auf dem anderen und etliche Wohnwagen von den zahlreichen Campingplätzen am Ufer der Ahr wurden von den Wassermassen regelrecht zermalmt. An dieser Stelle ein herzlichen Dank an Mario Malik für die Bereitstellung der Bilder und die Erlaubniss diese zu verwenden.
Im Mayener Land sah es nicht besser aus. Kleine Bäche, wie Pommerbach, Elz und Nette mutierten zu reißende Flüsse, die weite Landstriche überfluteten. Der Nette wollte ich in der letzten Woche einen Besuch abstatten. Doch angesichts von Wasserständen von bis zu 2,8 Metern statt der kniehohen 40 Zentimeter war das natürlich nicht möglich. Nachfolgend eine Reihe von dramtischen Bildern, die mir Andreas Frey zur Verfügung gestellt hat:

Nachfolgend noch ein paar Videos, die ich bei Youtube zur Hochwasserlage gefunden habe:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/yZl1Pwo8EK8
https://www.youtube-nocookie.com/embed/nEWRxQEkYbw
https://www.youtube-nocookie.com/embed/2uBL1n5b7Fk
https://www.youtube-nocookie.com/embed/Qdm132CV848

Angesichts der dramatischen Bilder stellt sich nun die Frage, was solche Hochwasserereignisse für uns bedeuten! Sicherlich bringen sie die Anlieger vor Ort in teils schreckliche Situationen. Viele werden einen entsprechend hohen wirtschaftlichen davon tragen. Und für uns als Angelfischer? Was bedeutet so ein Hochwasserereigniss für uns?
Zunächst einmal chronische „Unterfischung“. Doch damit kann man vorübergehend leben und dieser Umstand schadet lediglich der „guten Laune“.
Doch die Folgen sind, genauer betrachtet, viel weitreichender. Abgesehen von Flurschäden wird ja auch jede Menge Müll und Zeugs in die Gewässersysteme eingebracht, welches dort nichts zu suchen hat. Von der Plastiktüte bis hin zu kompletten Wohnwagen. Nicht zu vergessen sind die Öle und Treibstoffe „abgesoffener“ Kraftfahrzeuge.
Doch auch die blanke Wasserkraft hat unabsehbare Folgen. So ist davon auszugehen, das die aktuellen Generationen der Äsche und Bachforelle (Brut aus dem letzten Winter / vom Frühjahr) als „Totalverlust“ abzuschreiben sind. Gerade die Äschenbestände werden dadurch hart getroffen werden. Vor allem weil sich die Populationen inzwischen leicht positiv entwickelt hatten. Einen kompletten Jahrgang durch den Geschiebebetrieb eines derartigen Hochwassers zu verlieren ist mehr als bitter. Aber auch größere Fische werden „verdriftet“ worden sein und sich nicht mehr an ihren Standplätzen befinden.
Mir sind auch Angelteiche bekannt, die komplett überflutet worden sind. Die dort gehaltenen Regenbogner aus dänischer Massenzucht sind wohl kaum an das Leben in einem Fluß wie die Ahr angepasst und somit unerwünschter Zusatzbesatzfisch. Bleibt nur zu hoffen das diese keine Krankheiten ins Gewässersystem einbringen.
Aber auch die Insektenwelt wird gelitten haben. Viele der aquatisch lebenden Larven werden wohl im Sediment ersticken oder verdriftet werden. Dazu kommt der Umstand das dasd Rekordhochwasser genau zur „Maifliegenzeit“ stattgefunden hat. Auch hier sind Negativeinflüsse zu befürchten!
Aktuell hat sich die Lage gottlob wieder ein wenig normalisiert. Die Ahr sollte bald wieder befischbar sein und die gerade laufenden Aufräumarbeiten werden bald abgeschlossen sein. Ich bin gespannt ob ich meine Ahr dann wiedererkennen werde, denn immerhin prägen solche Hochwasserereignisse das Flußbild. Flachwasserbereiche werden ausgespült und genauso Gumpen und Pools „zugeschüttet“.
An meinem Vereinsgewässer, der Dürener Rur, ist der Drops dagegen noch lange nicht gelutscht. Der Wasserstand ist noch gut doppelt so hoch wie normal und der Abfluss aus dem Stausee Obermaubach liegt derzeit bei 33,5 m³. Die Fliegenfischerei ist somit unmöglich. Empfohlen wird für die erfolgreiche Fliegenfischerei ein Abfluss von 7 -10 m³…….12 m³ sind da schon die obere Grenze.
Genau wie am letzten Wochenende, ist es mir daher auch in dieser Woche nicht vergönnt die Strapazen des Alltags bei ein paar schönen Stunden am Fischwasser zu vergessen.

Doch kommen wir nun zu den alltäglichen und erfreulicheren Dingen:
Frisch im Zeitschriftenhandel ist die aktuelle Ausgabe des Magazins „Fliegenfischen“. Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf das Titelbild:

Fliegenfischen 4-2016

Kommen wir nun zu den Artikeln des Printmagazines:
Notizbuch – Neues aus der Szene
Grüne Hölle oder Traumrevier – Harald Bayler nimmt sie mit an zugewachsene Bäche
Rasante Räuber – Aik Baumann gibt Tipps für die Rapfenfischerei
Die gelbe Gefahr – Roman Moser referiert über die Yellow Sally und gibt Tipps
Leser binden – Die Fliegen der Leser
Lesertest – Französische „Keramiknymphen“….was es damit auf sich hat
Sommer, Sonne und Makrelen – Ingo Karwath fischt an der Ostsee nicht nur auf Meerforelle
Zeckenalarm – Ralf Kanstorf belegt das die Blutsauger nicht nur lästig sind
Schnursalat & Sauschwanz – Roman Moser zeigt typische Wurffehler und gibt Tipps zur Vermeidung
Riffle Hitch – Die perfekte Welle – Thomas Wölfle über diese Technik, die den Urlaub retten kann
Kleine Schritte zum großen Lachs – Bernd Kuleisa hilft Ihnen auf die Sprünge
Wilde Kreaturen – Andreas Franz bindet den „Pike Muppet“
Gewässerguide – Österreich: Enns und Lohbach; Grönland: Auf arktische Saiblinge; Bosnien-Herzegowina: Una und Unac; Dänemark: Insel Samsø;
…………und natürlich die Vorschau auf Ausgabe 3 / 2016

Nebenbei bemerkt: Das Printmagazin hat inzwischen einen neuen Webauftritt, welcher nun in die Homepage vom Blinker integriert ist. Das Magazin Fliegenfischen ist nun hier direkt zu erreichen und kommt mit völlig neu gestalteter Webseite daher.

Auch mein Projekt Flyfishing-Flies24 mausert sich und wird so langsam erwachsen. Im Shop werden in Kürze neue Muster erhältlich sein und ich habe mich inzwischen dazu durchgerungen im Magazin „Fliegenfischen eine Anzeige zu schalten. Diese ist im aktuellen Heft auf Seite 73 zu finden und sieht wie folgt aus:

Anzeige

Was sagt ihr zur Gestaltung? Wie gefällt euch das Design? Über konstruktive Kritik bzw. Anregungen würde ich mich freuen.
Nun hoffe ich inständig das ich in dere nächsten Woche endlich wieder vom Fischwasser berichten kann. Das geht natürlich nur wenn Petrus uns gewogen ist!

Was es sonst noch gab oder gibt…..

Beginnen wir mit etwas recht aktuellem. Der geneigte Leser meines Blogs wird inzwischen festgestellt haben, dass ich regelmäßig die Ausgaben diverser Printmedien, wie „Fisch&Fliege“ oder „Fliegenfischen“ an dieser Stelle vorstelle.
Aktuell ist wieder die „Fisch&Fliege“, dieses Mal anhand der Ausgabe 46, an der Reihe. Wagen wir zunächst einen Blick auf den Titel des Magazins:

Fisch & Fliege 46

Nun der Blick auf den Inhalt des Heftes:

PRAXIS
Hoch hinaus – High Sticking am Gebirgsbach von Alexander Bäuerle
…in Sachen Trockenfliegen – Jan Aben wirft einen Blick auf die Oberflächernmuster
Einfacher Einstieg – Elmar Elfers erklärt Grundlagen bezüglich der Fliegenruten
Gutes ausd Glas – Michael Mauri bricht eine Lanze für die Glasruten
Tiefes Wasser, große Hechte – Peter Corzilius fischt im Freiwasser

REISE
Taimen der Taiga -Rasmus Ovesen war in der Mongolei auf Taimen unterwegs
Spanische Barschburgen – Matthias Jacob über beißfreudiger Barsche in Spanien
Finnisches Forellenquartett – Anni Yli-Lonttinnen über vier Hotspots

FLIEGENBINDEN
Was kreucht und fleucht – Igor und Nadica Stancev binden eine realistische Steinfliegenlarve
Goddard Caddis – Barry Ord Clarke stellt sie vor
Reizende Bürste – Hans Eiber schaute Hardy Benthin über die Schulter

REPORT
My way with salmon – Hans van Klinken über das Lachsfischen
Lasse der Meerforellenflüsterer – Aufzucht in der Karup Å von Ralf Kanstorf

LESERTEST
Perdigon-Nymphen von 1000fliegen.com – für 25 Tester

LESERAKTION
Neuer Start mit Cast – Loop verlost vier Evotec Cast – Ruten

GERÄT
Im Langzeittest – Die Exceed – Fliegenrute von Guideline
Produkte – Altuelle Marktberichte

NEWS
Aktuelles aus der Szene

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe Nummer 47

Natürlich möchte ich meinen Besuch beim Lachs – und Zweihandworkshop am Möhnesee nicht unterschlagen. Flyfishing Europe hat sich vom 06. bis zum 08 Mai thematisch ganz der Lachsfischerei verschrieben gehabt. Während am 06. und am 08 Mai individuelle Wurfkurse auf dem Programm standen, die unter anderem von Mr. Danish Dynamite Henrik Mortensen und dem Berliner Original Rene Didßun abgehalten wurden, waren am 07. Mai die Tore für alle Kunden und Freunde des Hauses geöffnet. An diesem Tag war jedermann zum Lachs- und Zweihandruten Workshop eingeladen. Vor dem Ladenlokal hielten Henrik Mortensen und Rene Didßun lehrreiche Wurfdemos ab und standen den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, während André Scholz und Wojfgang Wache im Ladenlokal „live“ Lachsfliegenmuster banden und diesbezüglich Rede und Antwort standen. Sehr unterhaltsam war die Wurfdemo von André Scholz, seines Zeichen Burkheimer Team-Angler und ehemaliger Sportstudent. Mit Watstrümpfen bewaffnet „entführte“ er das interessierte Publikum direkt an das Ufer des Möhnesees und präsentierte die Wasserwürfe dort, wo sie auch eigentlich hingehören…..nämlich im ureigenen Element. Unterhaltsam untermalte er die lehrreiche Vorführung mit kurzweiligen Gags – super gemacht!
Auch dieser Tag ging wieder viel zu schnell zu Ende…..freuen wir uns auf die nächste Einladung von Mirjana und ihrem Team von FFE! Nachfolgend ein paar Impressionen:

Wenn man den Zweihand – Cracks so zuschaut, dann bekommt man ja schon Lust. Aber hier an meinen heimischen Gefilden mit der Zweihand rumwedeln? Ob das wirklich zielführend ist? Und ob ich jemals an einen Lachsfluss in Norwegen, Kanada oder Alsaka kommen werde? Das steht freilich in den Sternen.
Was nicht in den Sternen steht, das ist derzeit das „passende“ Wetter an den Wochenenden! Auch das (lange) Pfingstwochenende zeigte sich nicht von der wettertechnisch besten Seite. Wie schon erwähnt…..der „kalten Sophie“ sei Dank!
Dennoch hielt mich am Pfingstmontag nichts mehr! Ich musste einfach meine neue Conmbo, bestehend aus einer Burkheimer Vintage in Klasse #4 und 8’6“, einer Bauer McKenzie CFX1 und der nagelneuen Teeny MP in #4 „austesten“ Tatort: Die Dürener Rur. Dieses Mal meinten es die Rotgetupften dort ein wenig besser mit mir und ich bereute den spontanen Ausflug keineswegs. Es gab zwar keine herausragenden Fänge, aber immer wieder einmal eine Durchschnittsforelle, die auf meinen selbstgebundenen Spider „hereinfiel“.

Nun noch ein Hinweis in eigener Sache: Der Fliegenshop Flyfishing-Flies24 entwickelt sich langsam aber stetig weiter. Immer wieder kommen neue Muster und Produkte hinzu.Inzwischen haben sich die angebotenen Muster sowohl an hiesigen Gewässern, als auch im Ausland bewährt und schöne Fische fangen können. Nachfolgend ein paar Bilder der neuesten Zugänge:

Aber auch bezüglich meiner neuen „Leidenschaft“……der Sammelei antiker Fliegenfischerartikel tut sich etwas und die ganze Sache hat „Fahrt“ aufgenommen – doch dazu gibt es im Verlauf der Woche einen gesonderten „Blogeintrag“!!!! Seit gespannt!!!!

Sophie sei dank………

Der „kalten Sophie“ wegen mangelt es mir am heutigen Pfingstsonntag ein wenig an Lust diversen Forellen „auf die Schwanzflosse“ zu treten. Immerhin ist der Temperatursturz an diesem Wochenende ja auch nicht unerheblich. Von molligen 24° Grad, auf aktuell magere 6° Grad, das bringt eben nur eine fertig…….die Eisheilige Sophia.
Somit beschäftige ich mioch mit anderen Dingen und habe auch ein wenig Gelegenheit den „vernachlässigten“ Blog zu füttern. Der ist in letzter Zeit etwas kurz gekommen. Nicht weil es an Material gemangelt hat – nein, zeitlich habe ich es einfach nicht hinbekommen. Somit könnte ich nun fast ein Buch schreiben, um alles abzuarbeiten und aufzubereiten.
Doch der Reihe nach:
Zunächst einmal kann ich über meine Bosnien-Tour berichten, welche vom 09. bis zum 16.04.2016 stattgefunden hat. Alex „Flybei“ Keus (www.flybei.de) hatte diese zunächst für den Herbst des letzten Jahres geplant. Aufgrund von Niedrigwasser wurde der Termin jedoch gecancelt und auf das Frühjahr 2016 verlegt. Ich weiß nicht, ob es aus Dank für 25 Jahre herausragende Leistungen als treuer Gatte, oder einfach nur der Versuch war mich einmal für eine Woche „los zu werden“…….jedenfalls sponsorte meine Frau einen Angeltrip nach Wahl. Österreich, Slowenien, Bayern…..das alles hatte ich ja schon. Patagonien oder Neuseeland? Nein, die Großzügigkeit meiner angetrauten wollte ich auch nicht „überreizen“. Prompt stieß ich dann auf das Angebot des Bosnientrips.
Bosnien – Herzegowina sah dann erst einmal verlockend aus. Allerdings ging ich mit einer falschen Vorstellung an diesen Trip heran. Zunächst dachte ich an endemische Forellenarten, wie Weichmaulforelle und Marmorata.Hans van Klinken hatte mir unlängst beim „Winterglühen“ von Finest Flyfishing über seine Erlebnisse am Neretva berichtet und diesbezüglich tolle Bilder gezeigt. Ich hatte nicht auf dem Schirm, das die Tour in eine ganz andere Ecke von Bosnien ging und somit die adriatischen Endemen unerreichbar waren. Dennoch entschloß ich mich FÜR das Abenteuer „Bosnien“. Dann halt ohne Weichmaulforelle und Marmorata! Ich kann vorweg nehmen: Es war keine Fehlentscheidung!
Am Ende waren es fünf Cracks, die die beschwerliche Reise über 1400 Kilometer mit zwei PKW’s in Angriff nahmen – Alex, Fabian, Sven, Peter und ich.
Ich fuhr gemeinsam mit Peter bei Sven mit, während sich Alex und Fabian das andere Auto teilten. In der Nacht zum 06.04.2016 ließ ich mich von einem Nachbarn nach Düsseldorf fahren, wo der vereinbarte Treffpunkt war. Schon auf der Hinfahrt zu diesem, machte ich am nächtlichen Himmel eine Sternschnuppe aus. Ein gutes Omen? Die Fahrt in das ehemals vom Jugoslawienkrieg oder „Balkankrieg“ gebeutelte Land war ebenso anstrengend, wie auch interessant. Via München und Salzburg ging es nach Bled, wo wir unseren Guide für die Woche „einsammelten“. Dass war schon sehenswert. In Deutschland hatte die Frühlingsvegetation gerade erst „Fahrt“ aufgenommen. In Österreich, welches wir nach einer Pause in Siegsdorf in Angriff nahmen, waren die Bäume noch kahl und befroren und dann – wie mit einerm Lineal gezogen – war ab Slowenien alles saftig grün. Weiter führte die (Tor)t“o“ur über Ljubiljana nach Kroatien, wo wir Zagreb passierten. Im endlich erreichten Bosnien ging es dann via Banja Luka nach Ključ, unserem Zielort. Dort im Motel / der Pension „Konak Crvena Jabuka“ erwartete uns Hausherr Thevid schon. Längst war es während der Fahrt durch das bosnische Mittelgebirge dunkel geworden. Die erste Überraschung für mich in Bosnien: An der Rezeption lag eine ältere „Fliegenfischen“ mit einem Artikel aus meiner Hand! Nachfolgend ein paar Impressionen von unserem Stützpunkt und der Umgebung:

Über die getroffene Auswahl hinsichtlich unserer Pension konnte man nicht meckern. Ein großer Gesellschaftsraum für das Frühstück oder gemütliche Abende mit komplett eingerichteten Ferienwohnungen, welche über getrennte Schlafzimmer mit SAT -TV, Duschen und WLAN verfügten, boten allen Komfort. Deutsches Fernsehen…..kein Problem! Telefonieren mit der Heimat via WhatsApp….kein Problem! Sprachbarrieren gab es auch nicht, denn Thevid hatte jahrelang bei Nürnberg gelebt und spricht hervorragend Deutsch!
Bevor ich zum fischereilichen Aspekt komme – noch ein paar Worte zum Land:
Bosnien ist wohl das ärmste Land Exjugoslawiens. Überall trifft man noch auf Relikte des Balkankrieges oder auf Strukturen des sozialistischen Tito – Regimes. Für Westeuropäer ist der Lebensunterhalt dort sehr günstig. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das Durchschnittseinkommen dort bei 500.- € liegt. Als Währung gibt es die „Konvertible Mark“ mit einem Umrechnungsfaktor, wie seinerzeit die D-Mark. Euros werden aber überall akzeptiert. Essen und trinken ist also sehr günstig und die Preise für Unterkunft und Lizenzen „angemessen“. Oft begenet man Leuten, die aufgrund von „Gastarbeitervergangenheit“ oder der Vergangenheit als Kriegsflüchtling in Deutschland der deutschen Sprache mächtig sind….ansonsten geht es halt mit „Händen und Füßen“ oder aber mit Schulenglisch.

Nun zur Fischerei:
Wir befischten (leider nur) drei Gewässer. Die Sana, die Sanica und den Ribnik. Diese Karstgewässer im Nordosten von Bosnien sind fest in Äschenhand….sprich verfügen über einen tollen Bestand der Fahnenträgerin. In der Sana und der Sanica gibt es zudem tolle Bestände des Huchens. Bach- und Regenbogenforellen sind deutlich seltener anzutreffen, aber immer noch in guten Stückzahlen und -größen vorhanden. Ich konnte soviele Äschen in dieser Woche fangen, wie zusammen in den letzten zehn Jahren in Deutschland! Auch die persönliche VBestleistung bei dieser Fischart verdanke ich der Bosnienreise!
Auf alle Erlebnisse während dieser Woche dezidiert eingehen zu wollen, wäre vermessen und würde den Rahmen sprengen! Aber ich möchte doch ein wenig auf die Flüsse eingehen und diese vorstellen!

Die Sanica:
Die Sanica ist ein malerischer Zufluss der Sana im Nordwesten von Bosnien – Herzegowina. Sie wird aus drei Karstquellen bei der Ortschaft Sanica gespeist und mündet nach 22 Kilometern in die Sana. Als ebenfalls empfehlenswert ist der Sanica-Zufluss Korčanica unbedingt zu erwähnen. Der Fluss Sanica gehört zu den Karstflüssen und ist äußerst fischreich. Hauptfisch ist hier die Äsche……es kommen aber auch Bachforellen und Regenbogner und Huchen vor. Die Regenbogner sind aus einer Fischzucht vor ein paar Jahren ausgebüchst. Laut meiner Kenntniss sind seinerzeit 5 Tonnen Regenbogenforellen in den Fluss gelangt. Inzwischen sind sie seltener geworden, aber gut abgewachsen, kommen also in beachtlichen Größen vor. Ich durfte die Sanica an drei Tagen befischen und habe diese während dieser Zeit in mein Herz geschlossen. Die Tageskarte für den empfehlenswerten Fluss kostet moderate 25.- €. Nachfolgend ein paar Impressionen vom Gewässer und seinen Bewohnern:

Der Hauptfluss in der Gegend war die Sana – einer der bedeutendsten Huchenflüsse Europas!:
Die Sana ist ein relativ großer Karstfluss im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina. Sie entspringt nahe Donja Pecka, rund 25 km westlich von Jajce, und mündet bei Novi Grad in die Una. Die Sana ist von der Quelle (940 m über NN) bis zur Einmündung in die Una (139 m über NN) 140 Kilometer lang.
Wichtige Zuflüsse sind die Bliha, Dabar, Kozica, die von uns befischte Sanica, die Zdena, welche in der Stadt Sanski Most in die Sana mündet, die Gomjenica, welche ihr bei Prijedor zufließt, der bekannte Ribnik (ebenfalls von uns befischt) und die Japra, welche sie bei Blagaj Japra aufnimmt. Größere Ortschaften an der Sana sind Ključ (unser Reiseziel), Sanski Most, Prijedor und Novi Grad.
Das Quellgebiet der Sana befindet sich derzeit im Prozess der touristischen Erschließung. Hierzu wurden unter anderem Wanderwege angelegt, die direkt zur sehenswerten Karstquelle führen, sowie ein Besucherzentrum in Gornja Pecka errichtet. Die natürliche Schönheit der Sana ist allerdings durch den Bau eines Wasserkraftwerks, das sich nur wenige Hundert Meter flussab der Quelle in Bau befindet (September 2015) stark beeinträchtigt. Leider sind auch weitere Wasserkraftwerke in Planung, deren Bau stark umstritten ist, da die Ausleitungen den Lebensraum des stark gefährdeten Huchen bedrohen. Für die Population des Huchen zählt die Sana zu den sechs wichtigsten Flüssen Europas. Die Realisierung der Kraftwerke hätte zudem negative Auswirkungen auf die für den Tourismus enorm wichtige Fliegenfischerei. Während unseres Aufenthaltes war unweit von der Stadt Ključ eine Lodge im Bau. Unrühmlich: Der Bau entsteht unmittelbar am Ufer genau am Standplatz großer Huchen. Wenn dort erst die Touristen ein und aus gehen, eventuell baden und nachts die Lichtkegel der Autos auf das Wasser scheinen, dann wird dieser Platz wohl unattraktiv für den Huchen werden. Hier gilt das gleiche, wie überall auf der Welt: Geld regiert die Welt. Die Natur steht hinter dem Profit an. Nachfolgend ein paar Impressionen von der Sana:

Der Ribnik…ein Chalkstream, wie er sonst nur in Südengland oder Nordfrankreich zu finden ist!:
Kurz und paradiesisch……der Ribnik!
Der Ribnik ist der dritte Fluß, den ich während unseres Aufenthaltes in Bosnien befischen konnte.Er ist, wie die Sanica auch, ebenfalls ein Zufluss der Sana. Doch entgegen der Sanica ist die Fischerei am Ribnik schon sehr stark „kommerzialisiert“. Dennoch ist der Ribnik ein „muss“ für den Fliegenfischer. Seine Quelle befindet sich beim Dorf Gornji Ribnik. Hat der relativ kurze (ca. 6 Kilometer lange) Ribnik im Oberlauf noch den Charakter eines alpinen Flusses, so wandelt er sich sehr schnell zu einem waschechten Chalkstream, wie man ihn sich sonst eher im Norden Frankreichs oder im Süden Englands vorstellt. Über weite Teile ist der Ribnik stark bewachsen und der Reichtum an Nährtieren aller Art ist unvorstellbar. Das macht die Fischerei auch schwierig, denn eigentlich brauchen die schuppigen Bewohner des Ribniks nur noch das Maul aufzumachen, wenn sie der Hunger plagt. Kein Wunder also, das die zahlreichen Äschen, aber auch Bachforellen zu enormen Stückgrößen abwachsen. Der Ribnik gehört für mich zu den schönsten Revieren Europas und gehört sicherlich zum Pflichtprogramm eines Bosnien-Reisenden. Nachfolgend ein paar Impressionen von zwei unvergesslichen Tagen:

Nach Bosnien war ich natürlich in der Folge auch noch fischen. Leider gestaltete sich die Fischerei, wohl auch irgendwo dem Wetter geschuldet, recht zäh. So unternahm ich mehrere Exkursionen zur wunderschönen Ahr. Zum einen stand die Strecke eines Freundes auf dem Programm und dann besuchte ich noch das Ahrstück in Insul und Mayschoß. Gerade der Tag in Insul wird mir lange im Gedächnis bleiben – und das nicht nur wegen einer kapitalen Barbe, die während des Drills ausgestiegen ist!
Was war das für ein Wetter an dem Tag! Ich glaube nicht das ich schon einmal gefischt habe und derartige Graupelschauern miterleben musste. Zwischendurch zog mehrfach eine weiße Wand auf mich zu. Danach sah es aus wie im Winter. Ein zartes Weiß überzog die Landschaft des Mittelgebirges, um kurz darauf in der Sonne wieder zu schmilzen. Dennoch fing ich ein paar halbwüchsige Bachforellen und einen Regenbogner von 46 Zentimetern. Dern Fisch, den wir an diesem Tasg tot im Wasser liegend vorfanden…..den hätte ich gerne an der Strippe gehabt – ein Regenbogner von 66 Zentimetern!
Auch der nächste Ausflug war eher eine Erfahrung, die man nicht gerne macht!: 1. Mai 2016 – Saisoneröffnung für die Strecke von Mayschoß. Mit den Fischerfreunden Wilfried und Gisbert ging es zum malerischen Weinort. Doch wir hatten kaum mit der Fischerei begonnen, als der Pegel unaufhörlich stieg. Die Ahr wurde immer brauner, die Strömung immer stärker. Von 62 Zentimetern am Morgen ging es im Verlauf des Tages auf 89 Zentimetern hoch. An eine erfolgreiche Fischerei war da kaum zu denken und so brachen wir schon mittags ab und kehrten heim. Immerhin konnte ich dank meiner letzten Verzweiflungstaten (ich montierte einen auffälligen Streamer) verhindern einen „Schneidertag“ hinzulegen.
Neuer Tag….neues Glück – oder doch neuer Frust? Jedenfalls war Mayschoß auch am 05. Mai M;ayschoß das Ziel. Dieses Mal mit einem ehemaligen Arbeitskollegen und seinem Bruder. Ich habe Anfang Mai die Ahr noch nie so „zickig“ vorgefunden. Bis zum späten Nachmittag gab es nur „Achtungserfolge“. Erst dann platzte der Knoten und ich konnte einige schöne Bachforellen der 40er Klasse fangen. Selbst die kapitalen Döbel und Barben, die man ansonsten überall ausmachen kann, gingen bis zum Nachmittag auf Tauchstation und waren vorher nicht zu sehen. Aufgrund der kalten Witterung bis dahin war an Stein- und Maifliegenschlüpfe nicht zu denken. Nachfolgend noch ein paar Bilder von den vier Trips an meine „Wahlheimat“, der schönen Ahr:

Doch es gab im April und der ersten Maihälfte auch noch weitere Dinge über die es sich zu berichten lohnt………doch dazu später mehr!!!!

Noch immer kein Mittel……..

Am gestrigen Karsamstag besuchte ich einen Freund, der einen kleinen Gastronomie-Betrieb mit dem symphatischen Namen „Truttafario“ in der Altstadt von Monschau eröffnet hatte. Natürlich nicht ohne dann auch ein paar Würfe an der Rur zu wagen.
Zunächst war ich mir nicht wirklich sicher, ob ob es mich zum Perlenbach ziehen sollte oder doch das Hauptgewässer, die Eifelrur in Monschau, Ziel meiner Bemühungen werden würde.
Es wurde dann doch die Rur!
Über diesen Fluß kann ich ganze Bücher hinsichtlich des Scheiterns schreiben. Irgendwie harmonieren wir zwei nicht. Die Rur in und bei Monschau ist mein „Schicksalsfluss“. Fast könnte man meinen……mit einem Fluch belegt. Schöne Fische habe ich dort schon fangen können. Aber meist Winzlinge und auch in überschaubaren Stückzahlen.
Das geht auch anders, wie es Alexander Keus von Flybei ständig beweist. Er fängt dort kapitale Bachforellen mit erschreckender Regelmäßigkeit. Nun liegt es sicher nicht am fehlenden Wissen bezüglich Technik und Taktiken meinerseits, warum der Knoten einfach nicht platzen will. Immerhin habe ich Alexanders Vorträge auf diversen Hausmessen interessiert verfolgt, ihn auch schon um Rat gefragt – aber bislang will mir dort einfach nicht wirklich etwas gelingen.
Bei freundlichem Wetter mit stellenweise wolkenlosen Abschnitten, 11° Celsius Luft- und ca. 6° Celsius Wassertemperatur, sowie Südwind und einem Luftdruck von 1015 hPa sollte doch etwas gehen!
Doch wie sagt man so schön und „salopp“ im Rheinland: Jo Driet säät Schiller!!! ( Ja Scheiße sagt Schiller)
Es war natürlich so wie immer: Ich weiß genau das die großen Trutten da sind, aber ebenso stelle ich mir bildhaft vor, wie sie mich hämisch auslachen……mich geradezu verhöhnen!
Nun….viel habe ich nicht gefischt und Strecke habe ich auch nicht sonderlich gemacht, aber das ist ja auch nicht verwunderlich, wenn die Initialzündung durch eine fette Bachforelle fehlt.
Zu sehr haben mich die Misserfolge der vielen Besuche in Monschau geprägt. Ich tröste mich damit, das ich mindestens ein Dutzend Sinnesgenossen in meinem Bekanntenkreis gibt, von denen ich weiß, dass es ihnen genauso ergeht!
Natürlich bin ich wieder einmal NICHT als Schneider nach Hause gefahren. Wie immer haben sich zwei Bachforellen aus dem „Kinderhort“ an meinen, für sie viel zu großen, Nymphen vergriffen.
Damit stehen für das Jahr 2016 an vier Angeltagen 12 Fische zu Buche. Nur einen Tag habe ich bislang erfolglos beenden müssen.
Am frühen Nachmittag zogen mich ein paar Eintagsfliegen in den Bann, die sich hinter mir auf der Mauer am großen Wehr in Höhe Rosenthal niedergelassen hatten. Zeit für eine ausgiebige Fotosession! Derzeit bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sich um Rithrogena germanica (die „March Brown“ bzw. Märzbraune“ oder sogar um die jüngst von Walter Reisinger in der „Fliegenfischen als „Neglected March Brown“ beschriebene Eintagsfliege handelte. Wie dem auch sei,…..eine schöne und interessante Begegnung. Übrigens hatten sich die Oldtimer, die ich Tags zuvor in Altenahr auf die Speicherkarte gebannt hatte am Karsamstag in Monschau eingefunden.

Eine andere Suche, wie die nach dem „Schuppenwild“ in Monschau scheint für mich wesentlich erfolgreicher verlaufen zu sein. Infiziert durch das „Vintage-Wallet“ meiner Freunde Uschi und Bernard, habe ich wochenlang rescherchiert, um selber in Besitz eines Exemplares vom „Companion of Flyfishers Entomology“ von Alfred Ronalds zu kommen. Am heutigen Ostersonntag konnte die Suche (nicht die „Eiersuche“) erfolgreich beendet werden. Bei EBAY wurde ich fündig und habe sowohl das Buch (Flyfishers Entomology) in der 10. Auflage von 1901, sowie ein Wallet in gutem Zustand recht günstig „schiessen“ können. Nur zu schade, dass ich im Vorfeld einen Nachdruck des Buches aus dem Jahr 1990 ebenfalls erworben hatte. Das Original von 1901 ist sicherlich bedeutend schöner und rarer. Nun finden meine historischen Originalfliegen im Wallet ein adäquates Zuhause!

Nebenbei wünsche ich allen Besuchern des Blogs natürlich noch schöne Rest – Ostertage, einen erfolgreichen Saisonauftakt und eine entspannte Zeit!