Saisonstart wieder Willen………..

Eigentlich…..ja eigentlich hatte ich vor an dieser Stelle von einem schönen und erfolgreichen Start in die Forellensaison 2018 zu berichten. Womöglich noch mit tollen Fangbildern einer strammen oder gar kapitalen Bachforelle! Doch nix ist damit. Russlands Kältepeitsche hat wieder einmal über Deutschland geknallt und ließ die verheißungsvollen Temperaturen ungebremst und gnadenlos in den Keller Rauschen – schlimmer noch als seinerzeit die Aktienkurse vom DAX, als die Inmobilienblase in den USA platzte.
Das dieser Witterungswechsel nicht ganz unangekündigt kam, war beileibe nur ein schwacher Trost. Schneefall und Temperaturen im Bereich von Minusgraden locken mich jedenfalls nicht hinter dem Ofen vor und somit ließ ich das erste Wochenende der jungen Forellensaison auf der Couch verstreichen. Lediglich um noch ein paar Fliegen für kommende Fischzüge zu binden, raffte ich mich temporär auf. Man weiß ja nie!

Da wenig Raum für die Berichterstattung eines erfolgreichen Fischzuges bleibt, widme ich mich an dieser Stelle lieber einer Nachlese bezüglich der „Frühjahrsshow 2018“ von Flyfishing Europe. Mirjana hatte mir schon im Vorfeld eröffnet, dass sich bezüglich des Ladenlokals inzwischen einiges verändert hatte. Als ich vor Ort ankam hatte ich diese Ankündigung gare nicht mehr so auf dem Schirm. Aber schon beim ersten Schritt in das neu gestaltete Ladenlokal erlebte ich einen positiven „Wow – Effekt“! Seit vielen Jahren war man immer das gleiche Bild gewohnt. Geordnet und sauber hatte sich der „Fliegenfischertempel“ stets präsentiert. Eigentlich kein Grund für „Veränderungen“!!! Doch schon bei den ersten Schritten in das neu gestaltete Ladenlokal zeigte sich: Der Mut zu Neuem lohnt sich!!! Nun präsentiert sich Flyfishing Europes „Store“ noch übersichtlicher und attraktiver. Eine große SIMMS‘ – Ecke läd zum entdecken des Programms aus Bozeman / Montana geradezu ein. Die Rollen sind nun in Vitrinen im Upper – Floor untergebracht und eine neu gestaltete Bindeabteilung präsentiert das reichhaltige Angebot an Materialien deutlich zentraler und sortierter. Insgesamt gesehen….Daumen hoch, aber so ‚was von! Wer noch nicht vor Ort war, der sollte bei Gelegenheit das neue Design echt mal in Augenschein nehmen!!!

Mirjana Pavlic, Inhaberin von Flyfishing Europe (kurz FFE), hatte wieder einmal ein tolles Programm anläßlich der Hausmesse geschnürt. In diesem Jahr hatte sie sich zum Ziel gesetzt ein runderneuertes Programm mit neuen Akteuren auf die Beine zu stellen. Aus diesem Grund fanden viele neue Gesichter unter den Akteuren den Weg zum Möhnesee an die Linkstrasse. Ziel einer solchen Hausmesse ist dem Kundenstamm Gelegenheit zu bieten sich die Neuheiten des Jahres anhand fachkundiger Beratung ansehen zu können. Wie auch sonst üblich wurden Interessenten, welche den Weg zum Möhnesee fanden, bestens versorgt. Grillwurst mit Brötchen, ein süffiges Bier, Kaffee, Limonade bzw. hier und da ein Kräuterlikör oder ein Marillenschnaps…..kein Bedürfniss blieb unerfüllt. Dazu gab es eine Reihe von Wurfdemonstrationen, Tipps von namhaften Fliegenbindern und Vorträge.
So erklärte Stefan Schmid aus der Schweiz, der die Europavetretung fü SIMMS‘ repräsentiert und auch Scientific Anglers für Europa betreut was hinter der Hestellung einer Fliegenschnur steckt, wie diese aufgebaut ist und gab Tipps zu dem Einsatzgebiet der diversen Taper. An anderer Stelle stellte er die wichtigsten Neuheiten der Firma SIMMS‘ aus Bozeman / Montana vor. Diesbezüglich hatte es der Ausrüster aus den USA in diesem Jahr richtig krachen lassen. Über 200! (in Worten zweihundert) Neuheiten hatte man auf den Markt gebracht. Viele bekannte Artikel wurden zwar mit gleichem Namen, aber völlig neu gestaltet und stets innovativ verbessert in das Programm aufgenommen. Stellvertretend möchte ich ein paar Artikel einmal kurz vorstellen.
Da wäre zum einen die neue G3 Wathose, die als als brusthohe Wathose und als Pant neu erschienen ist. G3? G3 gibt doch schon lange werden Sie sich fragen. Doch die neue G3 ist eine wahre Offenbarung. Für mich stets ein kleiner Wermutstropfen war die Steifheit und das Gewicht der ansonsten hochwertigen und haltbaren Serie. Mit der neuen G3 hat Simms einen großen Coup gelandet. Man konnte die Hose deutlich leichter gestalten. Zudem ist sie wesentlich flexibler was der Bewegungsfreiheit merklich entgegenkommt. Die Widerstandsfähigkeit hinsichtlich einer Perforation durch Dornen etc. konnte dennoch um 15-20 % gesteigert werden und…….die neue G3 ist ca. 25 % „atmungsaktiver“! Wenn das mal keine Entscheidungskriterien sind!!!! Und dabei ist die neue Version noch nicht einmal wesentlich teurer wie das Vorgängermodell. Für mich steht sie sicherlich auf der Wunschliste!
Auch beim Topmodell unter den Watschuhen, dem SIMMS‘ G3 Wading Boot hat sich einiges getan. Dieser erfuhr nicht nur optisch eine deutliche Aufwertung. Die Sohle wurde deutlich flexibler gestaltet und die Sohlenkante abgerundet. Zudem hat als nützliches Feature eine Metallöse an der Zunge der Schuhe einen Platz gefunden, die für die Befstigung von Gravelguards Gold wert ist. Erwähnenswert sind auch die Klemmösen für die Schuhriemen. Man zieht die Schnürsenkel stramm und klemmt diese mittels der beiden ersten Ösen ein. Danach kann man den Schuh weiter schnüren, ohne das sich das Schnürband des Vorderfusses wieder lockern kann.
Ergänzend möchte ich auf die aktuelle Serie der G3 Guide – Watwesten hinweisen. Wer die alte Ausführung kennt, der wird sich durchaus fragen, ob man ein solch ausgereiftes Produkt noch verbessern kann. Ja, man kann tatsächlich! Sicherlich liegt hier der Teufel im Detail, aber auch hier hat SIMMS‘ noch einmal ein paar Verbesserungen in das neue Design einfließen lassen.
Völlig überraschend und exklusiv bei Flyfishing Europe erhältlich sind zwei neue Einteiler, die aus atmungsaktive Wathosen mit angeschweißten Boots bestehen. Diese gibt es als ExStream Boot Vibram mit G3 – Technologie und als G4Z Boot Vibram mit G4 – Technologie. Nicht umsonst greifen Berufsfischer auf solche Einteiler zurück. Bislang gab es diese als Gummivariante oder in Neopreneausführung. SIMMS‘ hat nun den Schritt gewagt und bietet solche Kombies als atmungsaktiven Einteiler an. Ideal für alle, die am Wasser keine Zeit verlieren wollen!! Neben den Jungs von Flyfish Europe, der Europavertretung von SIMMS‘ sowie anderen Marken wie Scientific Anglers, Waterworks Lamson usw., stand auch Thies Reimers bereit, um die Marke Orvis zu repräsentieren und die entsprechenden Interessenten fachkundig beraten zu können. Am Sonntag fand dann auch Holger Bente alias „Dr. Catch“  den Weg nach Delecke.

Doch kommen wir nun zum gebotenen Rahmenprogramm:
Zum zweiten Mal dabei waren die Fliegenbinder Wolfgang Wagner aus dem Saarland und Don Schrott. Diese konnten schon beim Fliegenbindetag von Flyfishing Europe im November 2017 das Publikum begeistern. Wolfgang zeigte sein Repertoire und Können in Verbindung mit CDC – Federn. Seine Loop Wing – Emerger und Maifliegen mit extended Deer hair – Body konnten begeistern. Don, ein gebürtiger Amerikaner aus Michigan, zeigte wie man mit einfachen Mitteln fängige Nymphen bindet. Der Name ist Programm – „Copper John Don“.
Ganz neu dabei war Morton Hansen – Insidern auch als „Coastfly“ bekannt. Morten lebt mit seiner Frau und seinen Kindern im norddeutschen Ort Handewitt nahe der dänischen Grenze. Seine ganze Leidenschaft gilt dem Meerforellenfischen an der Küste. In jüngster Zeit hat sich Morten in Dänemark einen Namen als einer der kreativsten und einflussreichsten Fliegenbinder gemacht. Tausende von Facebook-Fans und Instagram-Followern staunen regelmäßig über seine neuesten Ideen für fängige Küstenfliegen. Ich bin mir sicher….Morton wird wieder kommen.
Eigentlich sollte auch Wolfgang Wache kommen. Doch dieser musste leider aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen. Im Herbst, beim Fliegenbindetag, ist aber sicherlich wieder mit ihm zu rechnen.
Die Wurfdemos thematisierten vor allem den italienischen Wurfstil TLT. Mit Paolo Rezzonico, Piero Zanetti und Simone Cometti standen dafür drei Schweizer zur Verfügung, die Mitglieder der SIM (Scuola Italiana di Pesca Mosca) sind und diese Wurftechnik natürlich in Perfektion beherrschen.
Thibaut Giband aus Frankreich komplettierte die Werfersektion. Der symphatische Instruktor ging auf das klassische Werfen ein und erläuterte den praxisnahen Einsatz unterschiedlicher Taper bei den Fliegenschnüren.
Wer den Weg an den Möhnesee fand, der hatte also reichhaltige Eindrücke zu verarbeiten. Wer diesen nicht auf sich genommen hatte….der hatte also echt etwas verpasst!!!!

Insgesamt kann man definitiv wieder auf eine gelungene Veranstaltung, kurz vor Saisonbeginn, zurückschauen. Ein zwangloses Treffen unter Gleichgesinnten, bestens bewirtet und voll gepackt mit interessanten Demos, sowie reichhaltiger Information – Herz, was begehrst Du mehr?

Diese Antwort fällt mir allerdings sehr leicht: Nun wird es Zeit für die ersten Ausflüge an den Fluss, bevor dann im April ein weiteres Highlight ansteht……die EWF – eine der größten Fliegenfischermessen Europas. Flyfishing Europe wird natürlich auch dort für Sie da sein und mit Rat und Tat zur Seite stehen!
Bis dahin hoffe ich aber von Besuchen an den Flußperlen in Eifel und Sauerland berichten zu können.

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Im Zeichen der Burg…….

Eigentlich muss es ja heißen: „Im Zeichen der Burgen!“. Letztes Wochenende ging es zu einem Testfischen an den Elzbach bzw. kurz gesagt – an die Elz.
Die Elz, oder wenn man so will – der Elzbach, ist ein fast 60 Kilometer langer Bach in der Region der „Hohen Eifel“. Die Quelle liegt auf dem Hochkelberg in 565 Metern Höhe.Damit hat die Elz etwas gemeinsam mit dem Ueßbach und dem Trierer Bach, die ebenfalls dort ihre Quellen haben.
Hintergrund der Geschichte war eine mögliche Anpachtung / Pachtbeteiligung eines Freundes von mir. In erster Linie ging es darum die Grenzen des Pachtabschnittes kennen zu lernen bzw. den Abschnitt kennen zu lernen. Natürlich wurde das fischend erledigt. Im Gegensatz zum Besuch der Nette handelte ich dieses Mal konsequenter und bemühte meine 3er Bachrute in 6 Fuss.
Wie sich im Verlauf des Tages zeigte – die absolut richtige Wahl!
Trotz widriger Umstände (30° Celsius und extremes Niedrigwasser) erlebten wir eine erfolgreiche und spannende Fischerei, bei der für mich sogar die erste Äsche des laufenden Jahres hängen blieb. Zwei Döbel und ein halbes Dutzend hübscher Bachforellen gesellten sich dazu. Während sich meine Mitstreiter auch mal mit der „Trockenen“ versuchten, zog ich die Nymphenfischerei mit einer Ritz D vor. Am Ende des Tages hätte ich auch fast noch eine Wette gewonnen. Der derzeitige Pächter meinte an einem Wehr: „Wenn Du da was fängst, dann bekommst Du ein Bier von mir!“
Kurze Zeit später hatte ich tatsächlich Kontakt zu einer guten Forelle, konnte sie aber nicht landen. Immer wieder beharkte ich den Wehrgumpen, um doch noch das Bier zu gewinnen. Es gelang einfach nicht! Tja…..und als ich dann aufsteckte musste ich feststellen das die zuvor gehakte Forelle die Nymphe mitgenommen hatte. Ohne Köder keinen Fisch – ist doch logisch!
Die Elz steht für Bachfischerei im grünen Tunnel. Ganz im Schatten zweier berühmter Burgen. Einmal Burg Eltz, die man ja vom 500.- D-Mark – Schein kennt und dann noch der Burg Pyrmont. An der Pyrmonter Mühle befindet sich übrigens der bekannte Elz-Wasserfall.
Mir hat der Eifelbach gut gefallen, wenngleich ich mir etwas mehr Strömung erhofft hatte. Ein paar Bilder habe ich natürlich auch mitgebracht. Nachfolgend ein paar Impressionen eines Eifelbaches in der „Hohen Eifel“:

Inzwischen bin ich dabei einige Muster für die „Private Line“ von http://www.flyfishing-flies24.de auszwählen und zu binden. Im Rahmen dieser Fliegenkollektion möchte ich meine persönlichen Fliegen anbieten. Das sind sowohl „Eigenkreationen“, als auch Abwandlungen bekannter Muster. Es ist von mir geplant diese im Auftrag binden zu lassen. Eine Hand voll ist schon fertig und ich werde in Kürze entsprechende Angebote einholen. Wie gefallen euch die „Mücken“?:

Last, but not least: „Fliegenfischen für Einsteiger“ lautet ein neuer Titel am Büchermarkt, den mein Freund Werner für den „Kosmos-Verlag“ geschrieben hat. Natürlich habe ich auch ein wenig zum guten Gelingen beitragen dürfen. Ich habe ein wenig „Bildmaterial“ beisteuern können.
Natürlich erfolgt in Kürze eine entsprechend ausführliche Rezension des Titels im Rahmen von http://www.fliegenfischen-deutschland.de.

Fliegenfischen für Einsteiger

Ebenso werde ich mich dort über die aktuelle Simms G3 – Watweste auslassen. Diese teste ich seit einigen Wochen. Man fragt sich (berechtigt), ob solch eine Watweste den doch recht üppigen Preis wert ist. Ich konstatiere vorab: Absolut!!!!