Fliege des Monats März 2016 – Large Olive Dun (Baetis rhodani)

Eigentlich ist es in einem jeden Jahr das gleiche. Die Schonzeit der Forelle neigt sich zwischen Anfang und Mitte März dem Ende entgegen. Jeder von uns kennt den Drang, nach so langer Abstinenz, endlich wieder ans Wasser zu dürfen. Der „Schonzeitkoller“ hat zu genüge an der Psyche geknabbert und das sonnenarme Winterhalbjahr hat unseren Vitaminhaushalt dieser organischen Verbindungen ordentlich durcheinandergebracht. Zumindest was jene Vitamine anbetrifft, deren Bildung stark an den Einfluss der Sonneneinstrahlung geknüpft sind.
So langsam erwacht die Natur und die Blüte von Schneeglöckchen und Narzisse kündigt endlich die wärmere und grüne Jahreszeit an.
Wenn wir uns dann, je nach Bundesland, zwischen Anfang und Mitte März, voller Hoffnung und Vorfreude ans Wasser begeben, dann ist dort hinsichtlich der Insektenwelt noch nicht allzu viel los. Eine Eintagsfliegenart bestimmt dabei die Trockenfliegenfischerei, wie keine andere!

baetis-rhodani
Es ist die populäre Large Olive Dun oder fachlich richtiger auch als Baetis rhodani bezeichnet.
Der lateinische Name bezieht sich wohl auf „rhodanus“, was soviel wie „von der Rhône stammend / Anm.: Fluss in Frankreich“ bedeutet.
Nun……die Schlüpfe dieser gerade mal 10 mm groß werdenden Art sind weitaus unspektakulärer, wie diejenigen der echten „Maifliege“. Erlebt man einen „Hatch“ dieser Art, so bemerkt man bisweilen eine vermehrte Steigaktivität des Flossenwildes – eine „Segelregatta“ dieser geflügelten Insekten ist aber in der Regel nicht zu erkennen.
Vielmehr sind diese Schlüpfe zeitlich und örtlich sehr begrenzt. Ein paar wärmende Sonnenstrahlen um die Mittagszeit reichen aus und der Tanz beginnt. Kaum merklich und nur kurzzeitig steigen Forelle, Äsche und Co. an örtlich sehr begrenzten Abschnitten des Flusses oder des Baches und genauso schnell wie der Spuk beginnt, ist er auch wieder vorbei. Das kleine und unscheinbare Äußere der Eintagsfliege trägt auch nicht gerade dazu bei, dass man sie bewußt wahrnimmt – man muss schon ganz genau hinsehen. Wie schon gesagt: Eine Regatta frisch geschlüpfter Tiere, wie man es von den großen Maifliegenarten kennt, oder ein auffälliger Hochzeitstanz, wie bei den „Red Spinnern“, wird man nicht sehen.

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Dennoch lohnt es sich im zeitigen Frühjahr, wenn die Saison noch jung ist, ein entsprechendes Muster an das (dünne) Vorfach zu knüpfen.
Kommen wir zunächst zu einer nüchternen und sachlichen Beschreibung:

Größe:
♂ etwa 6-10 mm / ♀ etwa 6-10 mm
Merkmale und Beschreibung:
Thorax schwarzbraun, Hinterleib rötlichbraun bis olivbraun, Imago mit zwei Schwanzfäden, Männchen mit großen Turbanaugen, Vorderflügel olivbraun bis gräulich – Hinterflügel klein
Vorkommen:
In der Nähe vieler fließender, aber sauberer Gewässer in fast ganz Europa
Schlupfzeiten:
Etwa von März bis Oktober
Lebensweise:
Die häufige Eintagsfliege Baetis rhodani entwickelt sich in nicht zu stark verschmutzten, schneller fließenden Bächen und Flüssen. Die noch mit drei Schwanzfäden ausgestatteten Larven ernähren sich von Algen und pflanzlichem Detritus. Sie sind recht agil. Die Subimagines, die sich binnen weniger Stunden zu Imagines häuten, sind leicht an den milchigen Flügeln zu erkennen.
Die Turbanaugen der Männchen (kennzeichnend für viele Männchen der Eintagsfliegen) dienen der besseren Orientierung in der Dämmerung und bei der Suche nach Weibchen. Die Männchen bilden Schwärme, in die die Weibchen einfliegen. Die Schlupfzeiten beschränken sich im Frühjahr meist auf die Mittagszeit.
Nahrung:
Imago: Keine Larven: Algen und pflanzlicher Detritus
Gefährdung und Schutz:
Nicht gefährdet / Nicht unter Schutz gestellt

Doch nun zum fischereilich interessanten Teil:
Baetis rhodani kann in allen Stadien recht einfach imitiert werden, sofern man die Größe und die Farbgebung, sowie die zierliche Silhouette beachtet. Das verwendete Muster sollte verhältnismäßig klein ausfallen (Größe #16 – #12) und eine olivbraune bis olivgrüne Färbung aufweisen. Denkbar sind Nymphen, wie zum Beispiel die allseits bekannte Pheasant Tail, als auch Emerger (Loop Wing – Emerger und F – Flys), als auch kleine Eintagsfliegenmuster (Trockenfliegen), die passend aussehen. Im folgenden möchte ich anhand diverser Bilder ein paar mögliche Aspiranten für die „Trockenfliegenfischerei“ vorstellen:

Ergänzend möchte ich noch auf einige „Step by Step“ – Anleitungen verweisen, damit sie selber voller Vorfreude noch Ihre Fliegenboxen entsprechend ausstatten können. Eventuell sollten sie die Hakengröße und die Farbgebung an das Äußere der Large Olive Dun anpassen:
Olive Emerger
Trico Dun & Spinner
F – Fly
Flymph
Desweiteren möchte ich auf die genialen Beiträge zu diesem Thema im Rahmen des Blogs „Forelle & Äsche“ von Tankred Rinder hinweisen…..ein Besuch lohnt sich:
Frühlingserwachen – mach die Fliege
Fliege des Monats 2015: März – Large Dark Olive – Baetis Rhodani (Nymphe & Emerger)
Fliege des Monats 2014: März – Large Dark Olive – Baetis Rhodani (Emerger & Imago)
Fliege des Monats 2013: März – Large Dark Olive – Baetis Rhodani (Imagines)

Nun gut, wer mit der Fliegenbinderei so gar nichts zu tun hat, dem empfehle ich einmal einen Blick in unseren Fliegenshop Flyfishing-Flies24 zu werfen. Dort sind passende Muster für den Saisonstart zu finden und natürlich auch welche, die recht gut als Imitation von der Large Olive Dun geeignet sind. Gucken kostet ja nichts! Vielleicht ist ja etwas für Sie dabei!!