Nach der Traun ist vor der Traun…….

Nun sind es schon fast sieben Wochen, die der Trip zur Traun her ist. Mit zwei Kollegen ging es zum Forellenhof ins bayrische Eisenärzt, um dort eine schöne Zeit mit der Fischerei zu verbringen. Im Nachhinein betrachtet war es im großen und ganzen auch wieder eine tolle Erfahrung, aber es hat sich auch gezeigt das eine Tour unter Kollegen schnell durch einen „Querschläger“ vergiftet werden kann. Leider gab es solch einen Menschen auch bei der Truppe, mit der ich vor Ort war. Ständig ließ dieser Mensch sich von seiner Wetter -App die Laune verderben, um dann rumzunörgeln und den Standardspruch abzulassen: „heute soll es regnen…..ich geh nicht fischen!“. Am Ende jammerte er rum, das er sich etwas weg geholt habe und sich nicht gut fühlen würde. Von „Schüttelfrost“ sprach er, obwohl er augenscheinlich quietschfidel war. Den Namen hatte er dann schon schnell bei den anderen Gästen weg.
Der Spuk war dann aber schnell vorbei, denn er war „voraus ahnend“ mit dem eigenen PKW angereist und trat nach ein paar Tagen vorzeitig die Heimreise an. Abends beim Essen wurden wir dann gefragt wo „Schüttelfrost“ denn sei. Wir erwiderten, das er nach Hause gefahren ist und damit war dieses unliebsame Kapitel dann auch geschlossen.
Die Wahrheit liegt wohl eher woanders. Im Vorfeld hatte dieser Mensch große Töne gespuckt: „Ich zeig dir wie man Fische fängt! Derjenige der die größte Forelle fängt….der kriegt vom anderen eine Kiste Bier!!“ Die Realität sah dann aber ganz anders aus. Wahrscheinlich dachte er, das man an der Traun nur die Fliege auf das Wasser setzen muss und schon die dicken Fische fängt. Zu sehen sind sie ja auch jederzeit und allerorts! Nur muss man sich den Gegebenheiten auch anpassen können und sich auf diese einstellen. Die Fische zeigen sich bisweilen heikler und wählerischer als am heimischen Mittelgebirgsfluss. Das trübere Wasser daheim kaschiert halt so manchen Fehler. Das glasklare Wasser des oberbayrischen Flusses dagegen nicht. Unser mürrischer Kollege hat, eigentlich erwartungsgemäß, schwer in die Röhre geguckt – ich kann mich nicht daran entsinnen ihn einmal mit krumm gebogener Rute gesehen zu haben.
Auch ein zweiter Trupp vor Ort, bestehend aus zwei Fischerkollegen hatte einen „Kollateralschaden“ zu vermelden, so dass am Ende „drei Musketiere“ den Rest der Woche miteinander verbrachten.
Wie schon erwähnt, war die Fischerei wieder einmal als tolle Erfahrung zu werten. Dieses Mal blieben für mich die wirklich großen Fische von 60+ zwar aus, aber ich konnte immerhin drei Regenbogner der 50+ – Klasse verhaften……..bis hin zum Milchner von 56 Zentimetern und 2,2 Kilogramm Gewicht. Wenn man solch eine Traumdestination befischt, dann relativieren sich die Möglichkeiten am heimischen Gewässer recht schnell. Zum einen sind an der Weissen Traun die Fischer durchschnittlich 40 bis 45 Zentimeter groß, was zuhause schon als wirklich guter Fisch zu bezeichnen ist und zum anderen fischt man dort, im Gegensatz zum Hausgewässer, auf Sicht. Nachfolgend möchte ein paar schöne Eindrücke bezüglich des Trips zur Traun anbieten:


Fischereilich hatte die Traun also wieder viel zu bieten! Ich mag es, wenn ich mich am glasklaren Gewässer an einem „Projektfisch“ festbeissen kann. Den Fisch zu spotten und ihn nach (gefühlt) endlos langen Versuchen doch noch überlisten zu können. Ich geniesse es, wenn um mich herum die Fische steigen, ihre Mäuler synchron im Oberflächenfilm öffnen und offensichtlich mit nichts zu erreichen sind – einfach nur ein tolles Naturschauspiel! Ein Fisch, der es mir besonders angetan hat ist der Bachsaibling. Zuhause ist dieser farbenprächtige Einwanderer kaum anzutreffen. In Bayern habe ich dieses Mal allein an einem Tag sieben oder acht dieser bunten Kobolde verhaftet. Insgesamt war der Ausflug wieder ein Fest für die Sinne. Von der Unterkunft an, bis hin zur Fischerei, hat einfach wieder alles gestimmt. Und dann war da noch ein 69er Fisch (Salmo trutta alexandra), der Anfang des Jahres aus München eingewandert ist und den Gästen im Forellenhof die Zeit einfach nur verschönert, jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hat. Das Gesamtpaket hat wieder gestimmt!!
Auf dem Rückweg (jede schöne Zeit geht auch einmal zu Ende) habe ich meinen Begleiter dann dafür gewinnen können eine kurze Pause an der Quelle der Blau einzulegen. Der Blautopf bei Blaubeuren ist echt einen Besuch wert. Ich denke es gibt kaum eine schönere Quelle in Deutschland!

Wieder zuhause hatte ich kaum noch Antrieb auch dort wieder die Fliegenrute auszupacken. Man ist einfach gesättigt und verwöhnt, wenn man eine solche „Traumdestination“ erfolgreich befischen konnte. Es blieb bei einem Ausflug an die Vereinsstrecke. Wie schon bei den Besuchen im Frühjahr, zeigte sich diese launisch, auch wenn dieses Mal wenigstens ein paar schönere Fische hängen blieben. Das Wetter war ebenso durchwachsen, wie der Fangerfolg. Dazu kam noch eine „Pechsträhne“, denn ich verlor auch einige gute Fische durch einen Abriss oder ein Aussteigen. Zweimal wurde ich mit meinem Begleiter von Petrus mal so richtig nass gemacht (von oben), was sich natürlich auch nicht gerade „Stimmungs hebend“ auswirkt. Aber auch an diesem Tag habe ich einige Erinnerungsfotos gemacht:

Am letzten Wochenende ging es zwecks Recherche – Tätigkeit dann an die Obere Lenne in Höhe von Lennestadt. Dummerweise wurde zuerst der Erlaubnisschein geholt und dann das betreffende Stück in Augenschein genommen. Das war sprichwörtlich ein Satz mit X! Das war nix. Niedrigwasser und völlig falsch eingeschätzte Bedingungen erübrigten die Fischerei. Hier hätte ich eine meiner Bachruten benötigt! Gleichsam wäre die Fischerei wohl auch aufgrund der hohen Temperaturen und des niedrigen Wasserstandes wenig erbaulich gewesen. Unser Heil in letzter Not (damit die lange Anfahrt nicht komplett umsonst, respektive vergeblich war, suchten wir dann am nahe gelegenen „Forellenpuff“. Am späten Nachmittag konnte ich dort dann eine respektable Regenbogenforelle mit einer schwarzen Klinkhammer überlisten. Zuvor gab es nur vier Minibarsche. Die hohe Wassertemperatur hatte die Salmoniden einfach beißunlustig gemacht. Sie hatten mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. „Hunger“ war da sicherlich kaum Anreiz die Fliege zu fassen.
Aber wie schrieb ich schon in der Überschrift: Nach der Traun ist vor der Traun!
So werde ich in den kommenden Wochen kurzentschlossen mein Fischer – Heil wieder an der Traun suchen. Die Ferienwohnung ist jedenfalls gebucht und einige Unternehmungen, die ich während des letzten Aufenthaltes nicht durchführen konnte sind fest eingeplant.
Ich bin aber auch noch die Vorstellung der (inzwischen nicht mehr ganz) aktuellen Ausgabe von „Fliegenfischen“ schuldig……und das obwohl wieder einmal ein Artikel von mir drin ist! Zunächst ein Blick auf das wirklich schöne Titelbild:

Kommen wir zu den Beiträgen:

Notizbuch – Aktuelles aus der Szene

STORYS
Anders als Andere – Harald Bayler fischt auch mit der Trockenen, wenn keine Fische steigen
Verhindert den Infarkt – Axel Wessolowski warnt vor der Wasserkraft am Balkan und stellt eine Kampagne des Widerstandes vor
Die kleine Raupe Nimmersatt – Walter Reisinger und Bernd Ziesche erlebten an der Glomma erstaunliches
Die vier Musketiere – Roman Moser stellt die vier wichtigsten Eintagsfliegenlarven und ihre Imitationen vor
Flifi – Stammtisch – 2 oder 4 -teilige Fliegenrute gefällig? Für und wieder!
Wegweiser zum Wurf – Werner Berens über didaktisches und autodidaktisches Erlernen der Wurftechniken
Gedanken zur Fliegenwahl – Hartmut Kloss referiert über die Wahl der richtigen Lachsfliege
Zu Besuch bei Mikael Frödin – Edwin Hartwich hat den bekannten Lachsfliegenfischer besucht
Die Mutter aller Bücher – Peter Skibicki besitz die Erstausgabe des Klassikers von Charles Ritz und stellt sie vor
Zu Besuch bei den Guides – Peter Schmidt hat einige besucht und sie aus dem Nähkästchen plaudern lassen
Momente – Edwin Hartwich zeigt den „Nebel in Flammen“

GEWÄSSER-GUIDE

Deutschland: Sächsische Schweiz / Erwin Rießle war dort; Österreich: Zwettl / Wolfgang Hauer stellt das Forellenparadies im Waldviertel vor; Frankreich: Die Domaine Sommedieue – exklusive Stillwasserfischerei von Detlef Henkes; Slowenien: Die Sava / Claus Kelch war am berühmten Forellenfluss, Italien: Trentino / Eine berühmte Region stellt sich vor; Dänemark: Skjern – Au / Ralf Kanstorf stellt die Königin der dänischen Lachsflüsse vor

und natürlich die Vorschau auf die Ausgabe 05 / 2018!!!

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2 Gedanken zu „Nach der Traun ist vor der Traun…….

  1. Ein toller Bericht und schöne Fotos! Die Fische aus der Traun sehen ja wie aus dem Ei gepellt aus. Die Insektenfotos finde ich auch sehr stimmungsvoll. Darf ich fragen welches Gerät du für die Traun empfehlen würdest? Zum Trocken- und Nymphenfischen?

    Apropos, das Problem mit den „Miesmachern“ kenne ich. Genauso schlimm sind „Ambitionierte“, für die das Angeln nur mit Gewicht, Zahl, Maß und persönlichen Rekorden zu tun hat. Einfach fürchterlich, es tut mir so Leid, dass so einer bei dir dabei war. Zum Glück ist dieser Miesepeter noch verschwunden. Ich sag nur „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ 🙂

    LG und Petri Heil

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