An der Grenze zum Eisfischen…….die Winterspiele gehen weiter

Wenn man derzeit auf die Wettervorhersage schaut, dann ist das was man dort zu sehen bekommt alles andere als erfreulich: Eiseskälte aus Russland wird uns in den kommenden Tagen heimsuchen. Temperaturen bis -22° Celsius – „Minus zweiundzwanzig Grad“ – werden in Deutschtschland erwartet!!!! In Bayern wird die Forellensaison also eiskalt beginnen und für den Westen Deutschlands wird es mit fast – 10° Celsius auch bitterkalt. Und das gerade einmal 18 Tage bevor die Forellenhatz beginnen kann. Frostige Auissichten, die uns da trübe stimmen. Der Winter schlägt also zu einem Zeitpunkt zu, wo gerade die ersten Frühblüher den Weg über Erdschicht machen. Schneeglöckchen, Krokus und Narzissen erobern gerade die Wegesränder, um vorraussichtlich in der kommenden Woche den Kältetod zu erleiden. Die Vorboten des Frühlings werden die Leid tragenden eines mit Wucht zurück kehrenden Spätwinter sein.

So richtig heimelig war es bei meinem letzten Ausflug ans Wasser auch nicht. Trotz der Vorhersage von ordentlichen Plusgraden bekam ich es dennoch eine ordentliche Packung verpasst….und zwar Eis: Es ist jetzt eine Woche her……der Sonntag sollte schön und warm werden. 8° Celsius, Sonnenschein und blauer Himmel waren voraus gesagt. Ideale Bedingungen also, um ein paar Stündchen damit zu verbringen die Rute zu schwingen und Forellen zu ärgern. Doch ein morgendlicher Blick aus dem Fenster ließ mich zweifeln. Das sah alles andere als gemütlich aus! Autos und die Wiese vor dem Haus waren befroren. Ich haderte also mit mir selbst und war unentschlossen.
Andererseits hatte mir Fischerfreund Daniel mitgeteilt das er an diesem Tag zur Anlage „De Ronde Bleek“ kommen wollte. Aber den Ar..h abfrieren? Was war mit den versprochenen Plusgraden? Dann, während der Morgentoilette, hörte ich frohlockende Laute. Singvögel intonierten den Gesang des nahenden Frühlings. Somit raffte ich mich dann doch auf, um im niederländischen Sterksel auf Forellenhatz zu gehen. Der erste Akt bestand natürlich daraus das Auto eisfrei zu bekommen. Nur gut das es dieses praktische Spray für die Windschutzscheibe gibt! Als ich dann endlich los fuhr, strahlte längst das Zentralgestirn am Morgenhimmel.
Nach gut einer Stunde Fahrtzeit bog ich dann erwartungsvoll auf den Parkplatz der Anlage ein. Ein erster Blick auf den Hauptsee ließ mich in Schockstarre verfallen. Statt auf eine spiegelnde Wasserfläche zu schauen, wanderte doch mein Blick erschrocken über eine geschlossene Eisdecke!
Daniel hatte unterdessen gerade ein Floß geentert und spielte mit seinem Begleiter eine Runde „Eisbrecher“. Durch Zuruf begrüssten wir uns auf die schnelle. Ich musste nun unbedingt die Kreken in Augenschein nehmen. Auch dort bot sich ein erbärmliches Bild. Außer einer kleinen Ecke am ersten Teich waren diese durchweg zugefroren. Das hatte ich nun nicht erwartet!
Ich zog mich trotzdem um und sah als einzige Chance auf einen Fisch die freie Stelle am ersten Kreken an.
Beim letzten Besuch hatte ich mich schwer getan und im nachhinein erfahren das grüne Streamer an diesem Tag die bessere Wahl gewesen wäre. Also knüpfte ich einen grünen Woolly Bugger an. Doch die Hoffnung auf einen schnellen Erfolg erstickten im Keim. Nach gefühlt unendlich vielen Würfen kam dann doch der erste Kontakt zustande. Leider blieb der Fisch nicht hängen. Nach einer Weile probierte ich dann das Großkaliber, einen weißen Wiggle – Forellenzonker. Auch dieser sorgte zwar für einen erneuten Kontakt, aber eben nicht zu einem Fisch. Die Forellen schienen alle unter dem Eis zu stehen. Einen ganzen Tag an diesem Loch stehen? Die Aussichten waren mehr als duster. Inzwischen war zwar eine große Fläche des zweiten Teiches eisfrei, aber eben nicht der Randbereich. Wie soll man da einen Fisch drillen? Ich veruchte die Eisfläche bis zu diesem Teil frei zu treten. Das war aber ein aussichtsloses Unterfangen, welches ich schnell wieder dran gab. Also kehrt Marsch und zurück zu meinem „Loch“ am ersten Teich.
Derweil hatte Anlagenbetreiber Jan Kursten ein paar Jungs mit einem Boot auf den Hauptsee geschickt, die unabläßlich ihre Runden drehten, um das Eis zu brechen. Gäbe es doch auch eine Lösung für die Kreken!!
Und die gab es tatsächlich. Plötzlich fuhr Jan mit einem ausgewachsenen Bagger an mir vorbei. Er steuerte diesen von Angelplatz zu Angelplatz und ließ einmal die Schaufel kreisen und schon war das Eis gebrochen. Unverzüglich machte ich mich auf den Weg zum einem der Hotspots am zweiten Teich. Bald schon hatte ich den ersten Kontakt, verlor den grünen Woolly Bugger aber im Gestrüpp hinter mir. Also wechselte ich mangels gleichwertigen Ersatzes auf den weißen Forellen – Zonker und pfefferte diesen hinaus auf den Teich. Es dauerte nicht lange und der erste Fisch konnte zu einem Landgang überredet werden. Ein weiterer schüttelte sich kurz vor der Landung und stieg aus, bevor ich diesen keschern konnte. Irgendwann riss mir dann auch der weiße Zonker ab und ich wechselte versuchsweise auf eine Trockenfliege. Inzwischen waren die Temperaturen deutlich gestiegen und die Forellen quittierten dieses mit erhöhter Aktivität. Sie stiegen sogar vereinzelt nach der sich am Vorfach befindenden Klinkhammer. Es dauerte nicht lange und der zweite Fisch des Tages war mit der dunkelgrauen, selbstgebundenen Klinkhammer überlistet. Ein paar weitere Exemplare konnte ich noch ans Band bekommen, aber nicht landen.
Zwar gestaltete sich der Tag nicht so fischreich wie erhofft, dennoch war er wieder einmal ein erfüllender Ausflug in die Niederlande zu werten. Als ich dann Feierabend machte und auf dem Weg zum Auto war, traf ich Daniel mit seinem Begleiter. Er nahm doch tatsächlich eine Regenbogenforelle von gut 60 Zentimetern aus! Daniel fischt oft antizyklisch und ist dabei sehr experimentierfreudig. Auch dieses Mal hatte er alles richtig gemacht! Auf dem See gab es wohl im hinteren Teil eine eisfreie Stelle. Dort hatten sich die Forellen an der Eiskante aufgehalten. Das Ergebnis ließ sich sehen. Die beiden hatten mit einem weißen Zonker über 20 Fische bis zu einer Größe von fast 70 Zentimetern gefangen. Respekt!! Nachfolgend ein paar Bilder von den Eisfestspielen an diesem Tag:

Ein positiver Aspekt der angekündigten Eiszeit: Ich erwarte einen ORVIS Guide Slingpack, der aufgrund von Lieferschwierigkeiten im Rückstand ist. Diesen gab es aktuell als Abo – Prämie bei „Fisch & Fliege“. Da ich das Magazin eh immer kaufe, habe ich mich zu einem Abonement durchringen können. Mit dieser Prämie als Anreiz war die Entscheidung reine Formsache.
Eine weitere gute Nachricht ist: Laut Langzeitprognose dürfte das Wetter am Wochenende der Hausmesse bei Flyfishing Europe (FFE) am Möhnesee wieder deutlich besser sein. Zumindest für den Sonntag sind aktuell 7° Celsius bei Sonnenschein prognostiziert. Ich bin auf das gebotene Programm schon neugierig und werde rechtzeitig diesbezüglich informieren. Ihr solltet euch diesen Termin (10. und 11. März) schon einmal vormerken, denn die Anreise zu diesem Event wird sich sicherlich wieder lohnen! Aber, wie gesagt:
Dazu später mehr. Ich wünsche euch allen jedenfalls dass ihr erst einmal gut durch die bevorstehende „Minieiszeit“ kommt!

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