„Eier legende Wollmilchsau“ oder „Rohrkrepierer“…………..

Geneigte Leser meines Blogs wissen es ja schon. Seit einiger Zeit bin ich stolzer Besitzer der Center Axis in Klasse #5 und 9′ von Waterworks Lamson. Ist das Rad damit nun erneut erfunden worden? Ist die Conmbo tatsächlich DIE „Eier legende Wollmilchsau“ am Gerätemarkt oder doch ein „Rohrkrepierer“? Ich nehme es einmal vorweg – weder noch….doch dazu später mehr.
Kommen wir zunächst einmal zu dem, was einen Blog ausmacht, nämlich dem „Tagesgeschäft“.
Viele Würfe, häufige Fliegenwechsel und wenig Erfolg
Der Monat Januar geizte bislang nicht mit „Wetterextremen“. So gab es einige Tage, an dennen man keinen Hund vor die Tür schickt (ich erinnere an „Frederieke“). Aber es gab halt auch die Tage, wo es aufgrund von Sonnenschein kein Halten mehr gab. An den letzten beiden Sonntagen war das nämlich genau der Fall. Sonntage mit dem was das Wort ausmacht, nämlich einer guten Portion Sonne, ließen die Hormone aufkochen und schrien geradezu nach einem Angeltrip. Immerhin hatte ich am ersten Angeltag des Jahres ja schon positive Eindrücke mitgenommen.
Eine Woche später herrschten (vermeintlich) ähnliche (Wetter)Bedingungen. Doch schon als ich in Sterksel ankam und „De Ronde Bleek“ in Augenschein nahm, ahnte ich „schlimmes“. Das Wasser der Anlage war trüb und braun. Das eisenhaltige Grundwasser drückte von unten und hatte die Braunalgenblüte verstärkt. Als ich dann an den kleinen Teichen an der Seite des Hauptsees ankam, stellte ich fest das „Väterchen Frost“ zugeschlagen hatte und die Uferbereiche zu großen Teilen mit einer hauchdünnen Eisschicht überzogen waren. Wenn heute etwas gehen sollte, dann war es wohl eher „Forelle on the rocks“. Mit „Eisfischen“ hatte das zwar noch nichts zu tun, aber die vereisten Flächen minderten natürlich die Möglichkeiten der Fliegenfischerei bzw. grenzten die Örtlichkeit stark ein. Zunächst versuchte ich mich mit der Trockenfliege, dann mit der Nassfliege. Lediglich zwei vorwitzige „Rainbows“ stupsten die Klinkhammer an – die Nassfliege wurde gänzlich ignoriert.
Frustriert wechselte ich zum See. Alle Stege waren belegt und kein Floss mehr frei. Also hämmerte ich den weißen Bunny-Streamer vom Floßanleger auf den See hinaus. Schon bald konnte ich eine Attacke verzeichnen, die ich aber nicht verwerten konnte. Nach einiger Zeit konnte ich dann eines der begehrten Flosse von niederländischen Kollegen übernehmen und schipperte hinaus auf das Fliegviessmeer. Doch auch dort konnte ich nur noch zwei Attacken ohne zählbares Ergebnis vermelden.
Irgendwann war dann der Zeitpunkt gekommen, um den ersten „Schneidertag“ des Jahres akzeptieren zu müssen. Tolles Wetter, viel frische Luft – aber ansonsten gab es außer „blutig geworfenen“ Finger, die zudem auch noch eiskalt waren, nichts nennenswertes zu vermelden. Eine Nullrunde halt!!! Wie heißt es doch so schön: Jeder Tag kann ein Angeltag sein, aber nicht jeder Angeltag ist ein Fangtag!!! Halten wir das Erlebte dann doch lieber etwas positiver in Erinnerung: Ein schlechter Angeltag ist immer noch besser, wie ein guter Arbeitstag.

Nur eine Woche später (am letzten Samstag des Monats Januar) sollte ich dann den dritten Versuch der Saison 2018 wagen. Auch Fischerfreund Michael hatte wieder Lust auf eine Runde „Stillwasserfischerei“ und begleitete mich zum zweiten Mal in diesem Jahr. Auch dieser Termin stand unter keinem guten Stern. Das Wetter war prima und die Bedingungen gut. Sofort machten wir uns mit dem Floss auf die Forellenpirsch am großen Hauptsee. Der weiße Streamer sollte es richten. Aber wir hatten die Rechnung ohne die Bewohner des selbigen gemacht! Lediglich eine Attacke vermeldete jeder von uns. Während ich auf eine trockene Klinkhammer wechselte, probierte Michael eine andere Farbe (schwarz). Nach zweienhalb Stunden gaben wir entnervt auf und wechselten zu den Kreken. Dort entschieden wir uns für die Trockenfliegenfischerei. Während ich nicht zum Zuge kam, konnte Michael die ersten beiden Regenbogenforellen landen. Als ich mich entnervt beklagte und zu ihm meinte ob er das Ernst meint, konterte er: „So ist der Plan…..jetzt weißt Du wie es mir sonst an deiner Seite ergeht!“ Nun gut…..in der Regel hat er das Nachsehen.
Mir gelang jedenfalls nichts und sämtliche Bisse oder Anstupser führten zu keinem Resultat. Viele waren es aber auch nicht.
Genervt enterte ich einen der Stege und probierte mich von dort aus abermals mit einem weißen Kaninchen -Zonker.
Immerhin konnte ich drei Attacken vermelden – doch ein Fisch sprang nicht dabei rum.
So langsam war die Sonne inzwischen mit dem Horizont verschmolzen und es wurde dunkler. Ich wechselte mit dem Streamer zurück an die Kreken und konnte nun Attacke auf Attacke vermelden. Doch keines der „Mistviecher“ blieb hängen. Dann – endlich – der Befreiungsschlag. Eine schöne Regenbogenforelle hatte sich nun doch den Streamer vernünftig gepackt und zappelte am Band! Nun stand es kurz vor knapp 2:1….. zu spät um noch ausgleichen zu können, aber immerhin keine „Nullrunde“, wie beim letzten Mal!

Roselies ruft
Der gestrige Sonntag stand dann wieder im Zeichen der Fliegenfischermesse / -börse in Roselies nahe Charleroi. Mit dem Kollegen Martin machte ich mich kurz entschlossen auf den Weg in den Osten Belgiens, wo der belgische Club A.P.M.C. zum 23. Mal die „Fête de la pêche à la mouche“ (das Fest des Fliegenfischens) organsierte. Viel neues gab es dort zwar nicht zu sehen, aber immerhin doch das ein oder andere interessante. So war die „Domaine Sommedieue“ zum ersten Mal als Aussteller vor Ort. Es war schön Bruno Fenaux nach längerer Zeit mal wiedersehen zu können. Ein weiterer Stand hatte die für uns wichtigen aquatisch lebenden Insektenlarven lebendig vor Ort. Natürlich gaben sich Anbieter und Händler aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden ein „Stelldichein“ und offerierten ihre Angebote. Ergänzt wurden sie durch einige wenige Anbieter aus Deutschland, Polen, Tschechien, Irland, Slowenien, der Schweiz usw..
Im Gegensatz zur EWF in Fürstenfeldbruck ist die Veranstaltung in Belgien ja eher eine reine „Verkaufsmesse“. Somit fehlt das „Rahmenprogramm“, wenn man von einigen, wenigen Bindern absieht. Mein Bedarf an „Materialien“ hielt sich arg in Grenzen und somit habe ich lediglich ein wenig „Kleinkrams“ und viele Eindrücke mit nach Hause genommen. Leider schien die „Deutsche Fraktion“ geschlossen am Samstag vor Ort gewesen zu sein, weshalb man auch nicht viele „bekannte“ Gesichter antraf. Dennoch war der Tag wieder einmal schön und kurzweilig! Nachfolgend ein paar Impressionen:

Das Ei des Kolumbus?
Natürlich habe ich die ersten Fischtage des Jahres 2018 ausgiebig dazu genutzt, um meine neue Waterworks -Combo zu testen. Die genaue Bezeichnung ist schlicht und lautet Waterworks Lamson CA 5wt (Center Axis 5 Weight). Was muss man sich unter dem Center Axis – System vorstellen? Nun die Rute hat keinen Rollenhalter (Spacer), sondern die Rolle wird zwischen Rutengriff und einem Abschluss – Element geschraubt. Damit wird diese quasi in den Griff integriert, statt an sich mittels einem Fuß unterhalb des Rollenhalters zu befinden. Waterworks wirbt damit auf diese Art und Weise den Schwerpunkt zur Rutenachse hin zu verlegen und Pendelkräfte zu neutralisieren. Aber ist das wirklich signifikant? Ich habe es getestet! Doch kommen wir zu den technischen Daten:
Die Rute allein wiegt nur 84 g und ist somit ein echtes Leichtgewicht, wenn man die Schnurklasse #5 zugrunde legt. Selbst mit dem Abschlusselemt aus Flugzeugaluminium kommt die Rute auf geringe 91 g, was ein guter Wert ist. Dar Blank ist in hellem grau, passend zur Rolle gehalten und verfügt über 9 Doppelsteg – Schlangenringe, einem Leitring mit SIC -Einlage und einem Spitzenring. Die Ringwicklungen und Tierwicklungen stellen sich in transparentem dunkelgrau dar. Als Aktion gibt Waterworks „mittelschnell“ an. Folgende Gewichtswerte und Längen wurden von mir ermittelt / werden vom Hersteller angegeben:

Techn. Daten Waterwworks Lamson Selbst gemessen
Rutengewicht ohne Endstück 73g 84 g
Rutengewicht über alles 91 g
Länge 9′ / 2,74 m 9’14“ / 2,785 m
Länge Segmente 3 x 720 mm & 1 x750 mm
Rollengewicht 130 123 g

Als Rolle kommt die Center Axis 2 zum Einsatz, welche über einen Durchmesser von 89 mm und eine Spulenbreite von28 mm verfügt. Damit bringt man 150 yds 20 lb – Backing und eine WF5 – F Fliegenschnur unter. Wer sich die Tabelle ansieht, der kommt schnell darauf , das das Endstück der Combo von Waterworks zur Rolle gezählt wird!
Doch kommen wir nach den Fakten zu meinen subjektiven Eindrücken:
Die Combo fühlt sich angenehm leicht an und besitzt ein geringes „Swing-Weight“. Die „mittelschnelle“ Aktion kann ich nur unterstreichen, wenngleich der Hang zur schnellen Aktion größer ist, wie zu einer parabolischen Aktion. Die Rolle besitzt die Qualitäten, wie man sie von den Waterworks Lamson -Rollen gewohnt ist. Ultra Large Arbor – Kern mit toller Bremse und dezentem Klicker. Dazu eine hervorragende „Leichtbauweise“! Dennoch: Vielleicht bin ich ja „gefühlsarm“, respektive „unsensibel“, aber den eklatanten Unterschied zur normalen Ruten – / Rollenkombination, hinsichtlich des verlagerten Schwerpunkts, vermag ich subjektiv nicht wirklich wahrnehmen zu können. Allerdings legt sich die oberhalb des Griffes überstehende Rolle perfekt an den Anfang des Ellbogens an und verhindert so das ungewünschte Abknicken des Handgelenks . Das stellt für jeden Anfänger eine riesengroße Hilfe dar, um den unerwünschten Scheibenwischereffekt im Keim zu ersticken!!!! Allerdings ist die Combo mit satten 900.- € nicht gerade ein „Schnapper“ und dürfte somit als Einsteigergerät eher ungeeignet sein. Hier würde ich mir eine Version im Rahmen von 250.- – 300.- € wünschen. Das Gerät wäre also echt etwas für den ambitionierten Beginner!!!!
In der Praxis kann die Center Axis dann aber vollkommen überzeugen. Sowohl beim Wurf- , als auch beim Drillverhalten bleiben keine Wünsche offen. Etwas gewöhnungsbedürftig und fummelig ist die Unterbringung im ca. 550 g schweren Cordura – Rutenrohr mit vierfacher Unterteilung, da das Handteil zuletzt, also oben, in das unterteilte Rutenrohr platziert wird.
Ein weitere Vorteil des Systems ist, das man keine Rolle montieren muss, sondern lediglich drei Rutensegmente an das Handteil steckt – die Rolle ist ja schon integriert! Insgesamt hat das Teil „Suchtpotenzial“, auch wenn die tatsächlich beworbenen Vorzüge nicht direkt auf der Hand liegen. Leicht, schnell parat und extrem gut fischbar – so muss eine Kombie sein! Auch wenn der hohe Preis zunächst einmal abschreckt…..sie ist ihr Geld wohl eindeutig wert und wer sich erst an die ungewohnte Position der Rolle gewöhnt hat, der profitiert mächtig von dem ausgeklügelten System. Wie schon erwähnt: Solch ein System würde ich mir deutlich preisgünstiger für den Einsteiger wünschen. Nachfolgend ein paar Bilder der tollen und stimmigen Combo:

„Fliegenfischer mit Herz 2017“
Nun….inzwischen ist die beliebte Benefizaktion wieder „Geschichte“. Am Ende konnte ich 4300 .- € an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. überweisen. Inzwischen ist das Geld auch schon verbucht und sogar die ersten Exponate für eine „Folgeauflage“ haben mich inzwischen erreicht. Allerdings wird erst einmal gefischt bevor das ich mir Gedanken zur 2018er Auflage mache! In eineinhalb Monaten haben wir die lange und zähe Durststrecke hinter uns gebracht und dürfen wieder Forelle, Äsche und Co. das Fürchten lehren. Im Mai wird es für mich wohl wieder ins Chiemgau gehen – was sich sonst noch so ergibt…mal sehen!

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